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Technik-Geschichte

auslief, konnte Triumph-Adler die Maschine auf den Markt bringen. Zu dieser Zeit gab es aber bereits Schreibmaschinen mit Typenrad, die auf dem Weg waren den Kugelkopf zu verdrängen. 1973 stieg Triumph-Adler dann mit der TA 1000 in die moderne Textverarbeitung und die mittlere Datentechnik ein. Das System verfügte über eine 8Bit CPU (diskret aus 112 Standard-TTL ICs aufgebaut) und einen Hauptspeicher von 4KB. Als Betriebssystem diente ein Interpreter (1KB) für den vorcompilierten Assemblercode, sodass noch 3KB für die Anwendungen zur Verfügung standen. An das System waren anfangs Tastatur, Nadeldrucker, Lochstreifenleser, Lochkartenleser, und Kassettenband-Laufwerke angeschlossen. Später wurde die Peripherie um 8 Zoll Floppydisk Laufwerke, Magnetstreifen-Buchungskarten, einer IO-Karte zum Anschluss eines externen DFÜ-Modems (von der Post gestellt) und einem Monitor erweitert. Es waren alle für die Büroarbeit nötigen Programme verfügbar. Die Software wurde am Anfang noch in Assembler geschrieben, auf Lochkarten gestanzt und eingelesen. Das fertige Programm wurde auf Magnetbandkassette gespeichert. Um 1980 wurde dann ein COBOL-Compiler für die Anwendungsprogrammierung entwickelt. Nach ihrem Studium stieg die Autorin bei diesem Entwicklungsteam in die Entwicklung von Systemsoftware ein. Kunden waren u.a. Steuerberater (Erfassung von Buchungsdaten auf Kassette; Übertragung per DFÜ an die DATEV eG), die Deutsche Bundesbahn (Fahrkartenschalter) und

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Gemeindeverwaltungen (Anbindung ans Rechenzentrum der Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern AKDB). Unter der Führung der Volkswagen AG, die 1979 bei Triumph-Adler einstieg, erweiterte der Büromaschinenhersteller Anfang der 1980er mit der Entwicklung der Alphatronic Serie, einem Personal-Computer, sein Produktspektrum. Die Alphatronic-Serie war mit einer Intel 8085 bzw. Intel 80186 CPU und einem Hauptspeicher von 16kB - 128kB ausgestattet. Sie konnte mit einem proprietären Betriebssystem (MOS Micro Operating System), aber auch CP/M oder MS-DOS betrieben werden. Programmiert wurde die Anwendungssoftware in Basic, Fortran, Pascal oder Assembler. Die Alphatronic-Serie war mit Kassettenrecorder, Monitor, Drucker, zwei 5¼-ZollDiskettenlaufwerken mit je 160 kB und optional mit einer Festplatte mit 5 MB ausgestattet. 1986 übernahm dann der italienische Büromaschinenhersteller OlivetÝ die Triumph-Adler. Mitte der 1980er startete TriumphAdler die Entwicklung des System M. Die Idee war ein objektorientiertes System mit einer Fensteroberfläche auf den Markt zu bringen. Zu dieser Zeit waren die Lisa von Apple und der Star von Xerox die ersten PersonalComputer dieser Art auf dem Markt. Das System M hatte als CPU einen Motorola 68000-Prozessor und einen Hauptspeicher von 512 kB bis 2 MB. Die Peripherie umfasste ein 5¼-Zoll-Diskettenlaufwerk mit

Rundfunk & Museum 97 – September 2019

1,2 MB, ein Festplattenlaufwerk wahlweise mit 12,5 MB und 71 MB, ein Bandlaufwerk sowie einen Monitor mit 12- oder 15-Zoll-Diagonale und einer Grafikauflösung von 800 × 392 Pixel. Das Betriebssystem TANIX war eine Eigenentwicklung von TriumphAdler basierend auf einem Xenix System V (Unix Basis). Die Systemsoftware wurde neu entwickelt und war komplett objektorientiert. Sie bestand aus einem objektorientierten Programmiersystem (OOPS) mit einer neu entwickelten objektorientierten Programmiersprache, einer objektorientierten Datenbank und einem fensterorientierten Graphical User Interface (GUI). Neben betriebswirtschaftlichen Anwendungen wurde auch eine OfÏce-Suite angeboten. Die Autorin war in dieser Zeit verantwortlich für die Entwicklung des Programmiersystems und der Programmiersprache. Kurz nach der Markteinführung des System M kam es zu einer folgenschweren Entscheidung. Die Kooperation von IBM, Microsoft und Intel besiegelte das Ende von verfügbarer Standardsoftware auf Basis der Motorola Prozessoren. Damit brach eine wesentliche Säule für das System M weg und es konnte sich nicht mehr am Markt etablieren. Die Entwicklung und Produktion wurden eingestellt. 1992 stellte OlivetÝ die Produktion von Notebooks bei Triumph-Adler dann komplett ein. 4. Ein Berufsbild im Wandel der Zeiten Wie bereits eingangs erwähnt, wurde seit Erfindung der Schrift über die