TV Geschichte
Abb. 2: Grundig Monolith 70-390/7 Text weltweit das erste flimmerfreie TV-Seriengerät (PAL/ SECAM). Die Ansicht von hinten zeigt die Funktionsbereiche Empfangsund Farbdecoderteil, Norm wandlerbaustein und Displayteil. Die zwei Chassis und der Normwandlerbaustein sind zur besseren Sichtbarkeit herausgezogen. Foto Grundig AG
31 250 Hz Horizontalfrequenz; deswegen wird es hier kurz mit 100-Hz-Ebene bezeichnet. Signale dieser Ebene erhalten im Folgenden den Index 100. Im Anschluss werden die Teilbereiche näher beschrieben. Abb. 2 zeigt den mechanischen Aufbau des Monolith 70-390/7 Text und Abb. 3 die Blockschaltung der Videound Ablenksignal-Verläufe. Auch der Videotext wurde im Monolith 70-390/7 Text auf flimmerfreie 100 Hz Wiedergabe konvertiert. Darauf soll aber hier nicht eingegangen werden. Empfangs und Farbdecoderteil Das Empfangsteil war im wesentlichen identisch mit dem eines Monolith 70-390/9 mit normaler 50-Hz-Bildwiedergabe. Daher wird hier nur auf die Unterschiede in der Signalverarbeitung eingegangen. Der analoge Farbdecoder arbeitete mit dem TDA 4555 und lieferte das demodulierte Luminanzsignal (Y50) und die de-
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modulierten Farbdifferenzsignale (-(R-Y)50 und -(B-Y)50). Diese Signale wurden als Schnittstelle zum Normwandlerbaustein (Bildspeicher) gewählt, da sie erstens von der Farbfernsehnorm unabhängig waren und zweitens bezüglich des Speicherplatzbedarfes eine ökonomisch vertretbare Lösung darstellten. Digitaltechnik für den Normwandler Für die 50/100-Hz-Konvertierung sind damals verschiedene Prinzipien diskutiert worden. Als guter Kompromiss hinsichtlich Leistungsfähigkeit und Aufwand wurde die Halbbildwiederholung gesehen, da keine Anpassung an Bewegungsabläufe erforderlich war. Dabei wurde das vom Sender empfangene Halbbild (20 ms) in einem Halbbildspeicher abgelegt und anschließend mit einer Halbbilddauer von 10 ms zweimal auf dem Bildschirm dargestellt. Um schnellstmöglich ein großflä-
Rundfunk & Museum 97 – September 2019
chenflimmerbefreites Gerät fertigen zu können, wurde auf die Verwendung von kundenspezifischen Schaltkreisen verzichtet. Deshalb mussten als SpeicherSchaltkreise digitale CCD-Speicher (317 kBit) verwendet werden, da diese einen wesentlich geringeren Steueraufwand für die mit Standard- Logik-Schaltkreisen (74F..., 74LS..., 74HCT...) aufgebaute Speichersteuerung erforderten. Dieser digitale CCD-Speicher (SAA 9001 von Valvo) besaß eine serielle Struktur. Dies bedeutete bei Verwendung in einem Normumsetzer zur Halbbildverdoppelung, dass zwei Halbbildspeicher benötigt wurden. Der eine wurde mit dem jeweils aktuellen SenderHalbbild beschrieben, während der andere, der das vorherige Halbbild enthielt, zweimal ausgelesen und sein Inhalt auf dem Bildschirm dargestellt wurde. Dieser Nachteil der seriellen Speicherstruktur des digitalen