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Kurz-ChronikBearbeiten

  • Am 2. Juni wird, auf Betreiben des Kreis- und Stadtgerichtsarztes Dr. Wolfring, in der Schlehengasse die erste Kleinkinder-Krippenanstalt eröffnet.

PersonenBearbeiten

BautenBearbeiten

SonstigesBearbeiten

FronmüllerchronikBearbeiten

In der Nacht vom 17. auf den 18. Januar gegen 1 Uhr 1856 brannte der List'sche Stadel in der Gustavstraße ab. Das Feuer griff so schnell um sich, daß die in dem Stalle des Lohnkutschers Großauer befindlichen Chaisen und Pferde nicht mehr gerettet werden konnten. - Anfangs Februar wurde der bisherige Telegraphist bei der Station Bamberg, L. Burkhardt, zum Stationsvorstand und Telegraphisten in Fürth ernannt. - Den 23. Januar stiftete Dr. W. Königwarter 2000 fl. zur Begründung einer Unterstützungskasse für Israeliten unter den Namen: "Elisabeth-Königswarter'sche Stiftung", mit der Bestimmung, daß die jährlich anfallenden Zinsen einer, höchstens zwei unterstützungsbedürftigen hiesigen Familien zufließen sollen. - Am 17. Februar ist die hiesige Telegraphenanstalt zur allgemeinen Benutzung eröffnet worden. - Am 13. Mai ließ sich die treffliche Sängergesellschaft Rainer aus dem Zillerthale im Reindel'schen Saale hören. - Die Kaufmannswittwe Eva Hirschmann stiftete für die Michaelskirche 500 fl., wovon 1 Procent der Zinsen der bezüglichen Kirchenstiftung, der Rest Wittwen und Waisen der Stadt zufallen sollte. - In der Nacht vom 13. auf den 14. April gegen 3 Uhr Morgens entstand in der mit Brettern und Holzabfällen gefüllten Remise des Manufakturwaarenhändlers Städtler am Königsplatz Feuer, welches den Dachstuhl eines benachbarten bewohnten Hinterhauses ergriff und niederbrannte. - [...]. In der Fürther Flurmarkung fand man schon am 27. April Aehren an den Kornhalmen, was seit dem Jahre 1822 nicht mehr vorgekommen war. - In diesem Jahre bestanden in Fürth fünf Privat-Institute, zwei für Knaben mit 100 Schülern und drei für Mädchen mit 250 Schülerinnen. - Den 15. Mai stiftete Moritz Rindskopf für das jüdische Hospital 500 fl., die Bankiersgattin Rosette Mühlhäuser 100 fl., ebenso im Juli der ehemalige Kaufmann Louis Weinschenk 500 fl. - Am 20. Mai wurde zur Erinnerung an die vor 50 Jahren erfolgte Besitznahme von Fürth durch die Krone Bayern ein großes Fest gefeiert. Die Häuser waren dekorirt; auch wurde ein besonderer Gottesdienst abgehalten. Den Festzug eröffnete die Musikgesellschaft Noris [...]. Vor dem Rathhause [...] wurde ein [...] Festlied [...] vorgetragen. Die Festrede hielt Rechtsrath John, worauf die Königshymne folgte. Im Gasthause zur Eisenbahn war Festdiner, Nachmittag in der englischen Anlage und Abends im Pfarrgarten gesellige Zusammenkunft und Festvorstellung im Theater [...]. - Am 2. Juni fand die Eröffnung der durch den Stadtgerichtsarzt Dr. Wolfring ins Leben gerufenen Krippenanstalt statt. Ihr erstes Domicil war in einem eigens dazu eingerichteten, dem Privatier Breitenbach gehörigen Hause in der Schlehengasse. [...]. Am 3. Juni richtete König Max II. ein das Gedenkfest vom 20. Mai beifällig anerkennendes Dankschreiben [...]. - Am 4. Juni wurde Stadtgerichtsrath Friedrich Greiner als ständiger Untersuchungsrichter am Stadtgerichte angestellt.- Im August wurde zum ersten Male die Einkommensteuer dahier nach dem Gesetze vom 31. Mai 1856 erhoben. - In gleichem Monate bildete sich die Privatgesellschaft „Erholung.“ - Am 10. September konstituirte sich ein Concertverein mit einer Anzahl von 200 Mitgliedern unter Vorstandschaft des Freiherrn von Haller. - Den 23. September erhielt die hier errichtete Aktiengesellschaft zur Errichtung einer Dampf-, Wasch- Badeanstalt die Genehmigung des Königs. - Kaufmann Daniel Berolzheimer stiftete zum Andenken an seinen in Wien verstorbenen Sohn Emil 200 fl. zum israel. Hospital. - Am 30. September wurde im Sitzungszimmer des Magistrates in Gegenwart sämmtlicher städtischer Collegien und Corporationen dem Schuhmachermeister Friedrich Brückner die goldene Medaille des Civilverdienstordens, welche ihm vom Könige in Anerkennung seines verdienstlichen Wirkens als Vorstand des Gewerbevereins verliehen wurde, feierlich überreicht. - An Kirchweih befuhren die Ludwigseisenbahn 38,800 Personen, 4000 mehr als im Vorjahre. - Den 2. November wurde die neue Feuerlöschordnung von der Regierung genehmigt. (Trat am 1. März 1857 ins Leben.) - Am 15. November wurde Fürth in einem Ausschreiben des Appellationsgerichtes von Mittelfranken als künftiger Sitz eines Bezirksgerichtes bezeichnet. - Am 18. November übernahmen die Diakonissinnen von Neuendettelsau die Pflege der weiblichen Abtheilung im christlichen Krankenhause auf Vorschlag des dortigen Hospitalarztes Dr. Fronmüller. - Den 29. November erhielt Kaufmann Daniel Ley die Genehmigung des Königs zur Annahme des ihm von der Argentinischen Republik übertragenen Consulatpostens. - Eduard Hirt und dessen Sohn Joh. Christof Karl begründeten in diesem Jahre ein Rohproduktengeschäft, Specialität Elfenbein, im ehemaligen Gasthof zum grünen Kranz. - Am 1. Dezember beschlossen die Gemeindekollegien die Aufstellung von zwei Feuerwächtern auf dem Rathhausthurm. Die ersten waren Schneidermeister Georg Christoph Vollrath und Flurschütz Johann Arnold. (Sie traten am 23. Februar 1857 ihren Dienst an. - Stadtkommissär Franz ließ sich in diesem Jahre ein Villa an der Ludwigseisenbahn, Königswarterstraße Nr. 20, erbauen. - [...]. Die Kaufleute Berolzheimer und Illfelder errichteten eine Bleistiftfabrik, Schwabacherstraße Nr. 35; Broncefabrikant Max Neubauer ein dreistöckiges Fabrikgebäude Maxstraße Nr. 17. - Graf Friedrich von Pückler-Limburg ließ die Martersäule am Farnbacher Weg oberhalb der Wolfsschlucht repariren und das Bild daran wieder herstellen. - Neubauten waren es in diesem Jahre: neun; Frequenz auf der Ludwigseisenbahn: 566,144 Personen [...]. [1]

BilderBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Fronmüllerchronik, 1887, S. 303 ff