Der Grüne Wohnblock

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Der Grüne Wohnblock war die angebliche Bezeichnung für eine Wohnanlage in der Kaiserstraße zwischen der Schwabacher Straße und der Simonstraße. Den Namen hatte die Wohnanlage von seiner ehemals grünen Fassadenfarbe (ca. 1942 bis 2004/2008). Sie besteht aus zwei Wohnblöcken, die 1926 bis 1931 gebaut wurden und bis Ende 1941 verschiedene Eigentümer hatten. Der Wohnblock zwischen der Simonstraße und der Ludwigstraße wurde 1926 bis 1931 von der Baugenossenschaft der Kriegsbeschädigten (BGK) gebaut (90 Wohnungen), Architekt war Fritz Walter. Der Wohnblock zwischen der Ludwigstraße und der Schwabacher Straße wurde 1928 bis 1931 von der Baugenossenschaft Volkswohl gebaut (94 Wohnungen), Architekt war Hans Bogner. Die BGK musste auf Druck der Nationalsozialisten im Dezember 1941 mit der Volkswohl fusionieren, seitdem gehören beide Blöcke der Volkswohl.[1] Der grüne Anstrich enstand vermutlich kurz darauf gleichzeitig mit dem grünen Tarnanstrich der Heinrichskirche.


Geschichte und Bedeutung

1926 bis 1931 wurde die beiden Wohnblöcke (Der Grüne Wohnblock) in der Kaiserstraße zwischen der Schwabacher Straße und der Simonstraße geplant und gebaut.

Die Kaiserstraße macht in diesem Abschnitt einen ganz besonderen Eindruck, der geprägt ist von der Bauweise nach dem Ersten Weltkrieg. Zum ersten Mal verzichtete man darauf, die einzelnen Häuser voneinander abzugrenzen. Hier wurde nicht Haus an Haus gebaut wie in den Straßenfluchten des 19. Jahrhunderts. Hier wurde ein Block gebaut. Das war absolut neu. Die Bautätigkeit nach dem Ersten Weltkrieg ist zum einen geprägt von einer großen Wohnungsnot. Während des Krieges wurde fast nichts gebaut, sodass ein enormer Nachholbedarf bestand. Dazu kam eine ausgeprägte Landflucht, viele Menschen wollten in die Stadt. Es war also viel Wohnraum nötig. Die Wohnblocks mit ihren standardisierten Grundrissen waren die Antwort auf diese Wohnungsnot.

Zum anderen ist die Bautätigkeit bestimmt vom politischen Wandel. Die Republik hatte das Kaiserreich abgelöst, wollte eine neue Architektur, die sich vom Historismus und Jugendstil der Kaiserzeit absetzte. Beides, Wohnungsnot und Republik, bedingten eine einfache, relativ schmucklose Bauweise. Dennoch sind die Wohnblocks dieser Zeit nicht monoton und langweilig. Die wenigen Schmuckformen, häufig sind es Dreiecke, hat man immer an den Eingangsbereichen angebracht. Denn in einem großen Wohnblock gibt es viele Eingänge und Treppenhäuser. Auf diese Weise entstehen auch im Block überschaubare soziale Einheiten, da von einem Treppenhaus meist nur zwei Wohnungen pro Etage abgehen. Zu den wenigen Schmuckformen gehören außer den Dreiecken, die auch an den Giebeln vorkommen, parallel geführte Bänder, die die Horizontale betonen. Gelegentlich lockern Erker die lange Fassadenflucht auf.

Hinter den Blocks befinden sich Höfe mit viel Grün und Kinderspielplätzen.[2]

Die markante grüne Farbe wurde inzwischen durch ein dezentes Grau ersetzt.

Lokalberichterstattung

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 100 Jahre Bau- und Siedlungsgenossenschaft Volkswohl eG Fürth (Buch), S. 33, 48, 65, 166.
  2. Barbara Ohm: Fürther Fassaden im Spiegel der Zeit, Kalender der Stadtsparkasse Fürth 1995

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