Ernst Amthor
- Person
- Ernst Amthor
- Vorname
- Ernst
- Nachname
- Amthor
- Geschlecht
- männlich
- Abw. Name
- Ernst August Eduard Ferdinand A.
- Geburtsdatum
- 10. Januar 1871
- Geburtsort
- Döbra/Oberfranken
- Todesdatum
- 23. März 1943
- Todesort
- Fürth
- Beruf
- Offizier
- Religion
- evangelisch-lutherisch
- Bayerischer Militärverdienstorden (16. Juli 1915, IV. Klasse mit Krone)
- Dienstauszeichnungskreuz (1. Oktober 1913, II. Klasse)
- Eisernes Kreuz I. Klasse (23. Juni 1915)
- Eisernes Kreuz II. Klasse (8. September 1914)
- Greifenorden (5. Februar 1914, III. Klasse)
- Großherzogl. Mecklenburg-Schwerin’sches Militärverdienstkreuz (10. April 1916, II. Klasse)
- Jubiläumsmedaille (12. März 1905)
- Verdienstorden des Heiligen Michael (27. Juli 1913, IV. Klasse)
- Österr. Militärverdienstkreuz (6. Oktober 1917, III. Klasse mit Kriegsdekoration)
- Maxstraße 38 (Letzter Wohnort)
- Antonie Bauer (Mutter)
- Ferdinand Amthor (Vater)
- Johannes Amthor (Bruder)
Ernst August Eduard Ferdinand Amthor (geb. 10. Januar 1871 in Döbra[1]; gest. 23. März 1943 in Fürth[2]) war ein Fürther Offizier im Ersten Weltkrieg. Nach dem Krieg war er Vorstand des „Vereins der Offiziere des ehem. kgl. bayer. 21. Inf.-Rgts. Großherzog Friedrich Franz IV. v. Mecklenburg-Schwerin in Fürth“.[3]
Leben und Wirken
Er kam als Sohn des evangelischen Pfarrers Ferdinand Amthor (1836–1896) und dessen Ehefrau Antonie, geborene Bauer in Oberfranken zur Welt, wo der Vater einige Jahre die Pfarrstelle in Döbra im damaligen Dekanat Steben versah.
Amthor trat am 1. Oktober 1889 als Einjährig-Freiwilliger in die königlich bayerische Armee beim 2. Infanterie-Regiment ein. Nach Ablauf des Jahres blieb er beim Militär, nun im 11. Infanterie-Regiment. Im Januar 1891 wurde er zum Portepeefähnrich ernannt. Zum 1. April 1897 versetzte man ihn als Regiments-Adjutant zum k. b. 21. Infanterie-Regiment in Fürth. Im Juni 1907 wurde er zum Hauptmann befördert und als Kompaniechef eingesetzt, Anfang Januar 1914 wurde er Major.[1]
Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde Amthor am 2. August 1914 Kompanieführer der 9. Kompanie des k. b. Reserve-Infanterie-Regiment (R. I. R.) Nr. 6. Die Einheit wurde an die Westfront verlegt und hatte in der Schlacht in Lothringen am 20. August das erste Gefecht bei Angweiler (Angviller-lès-Bisping) zu bestehen.[4] Am 24. August wurde er zum R. I. R. Nr. 13 versetzt, wo er an der Schlacht vor Nancy-Épinal teilnahm. Auch sein jüngerer Bruder, Hauptmann Johannes Amthor (geb. 2. Mai 1874 in Döbra) im k. b. 17. Infanterie-Regiment, nahm an dieser Schlacht teil. Er fiel am 3. September 1914 im Gefecht bei Gerbéviller.[5] Als nötiger Ersatz kam Amthor am 10. September zum R. I. R. Nr. 2 als Führer des II. Bataillons, dass bald nach Nordfrankreich verlegt wurde und bereits am 1./2. Oktober in der Schlacht bei Arras kämpfte. Hier erkrankte er, kam ins Lazarett und später zur Kur nach Wiesbaden. Mitte Dezember 1914 kehrte er in den Dienst zurück.
Zu Jahresbeginn 1915 versetzte man ihn als Adjutant zur Kommandantur der Festung Ingolstadt. Dann, am 4. Mai 1915, wurde er als Kommandeur des I. Bataillons im R. I. R. 22 eingesetzt, das sich in Stellungskämpfen im Oberelsass befand, aber Anfang Juni aus diesem Kriegsgebiet herausgelöst und mit der Eisenbahn an die Ostfront nach Galizien transportiert wurde. Dort war sein Bataillon vom 12. – 15. Juni 1915 an der Durchbruchschlacht bei Lubaszów und am 16. Juni am Gefecht bei Oleszyce und Dachnów beteiligt. Unmittelbar darauf, in der Zeit vom 17. – 22. Juni, nahm es an der Schlacht bei Lemberg teil, in deren Ergebnis die Rückeroberung von Lemberg durch die Mittelmächte erreicht wurde. Daraufhin kehrte er mit seiner Einheit an die südliche Westfront im Elsass zurück. Ab dem 20. Juli war er in der 2. Schlacht bei Münster im Einsatz, gefolgt von weiteren Stellungskämpfen im Oberelsass. In der Zeit von Mitte August bis Mitte September 1915 wurde Amthor als Depotführer und Leiter des Offiziersausbildungskurses der 16. Reserve-Infanterie-Brigade nach Winzenheim kommandiert; danach war wieder Kommandeur des I. Bataillons im R. I. R. 22, zweitweise auch stellvertretender Regimentskommandeur sowie stellvertretender Adjutant bei der k. b. 8. Reserve-Division – alles im Oberelsass.
Nach einer vierwöchigen Erkrankung kommandierte man ihn am 23. Oktober 1916 zur Dienstleistung beim Generalkommando der k. b. III. Armee-Korps. Von Mitte Januar bis Mitte August 1917 wurde Amthor als Leiter des deutschen Feldrekruten-Depots der k. u. k. 1. Armee in Maros Vasarhely (heute Târgu Mureș) und Berater beim Kommandanten der Armee-Ausbildungs-Gruppen der Marschformationen eingesetzt. Danach kam er anfangs kurz zum R. I. R. 19 als Kommandeuer des II. Bataillons, dann – teils in mehreren Wechseln – als stellvertretender Regimentskommandeur der R. I. R. Nr. 19, 22 und 23 zum Einsatz. Mit diesen Einheiten war er an den Stellungskämpfen in den siebenbürgischen Grenzkarpaten beteiligt, am 27. August an der Erstürmung des Dolzok, dann bis 1. September 1917 an Stellungskämpfen nordöstlich von Czernowitz, denen bis 14. Oktober Stellungskämpfe an der Ostgrenze der Bukowina folgten. Nun kam die 8. Reserve-Division an die Westfront nach Flandern, wo Amthor vom 13. November bis 3. Dezember 1917 an der Herbstschlacht in Flandern beteiligt war, der sich dort Stellungskämpfe anschlossen.
Am 5. Januar 1918 wurde Amthor zunächst als Stellvertreter und zum 17. des Monats zum Regimentskommandeur des k. b. R. I. R. Nr. 4 ernannt. Diese Einheit befand sich in Ostgalizien und verblieb dort vorerst auch nach dem am 9. Februar 1918 geschlossenen Separatfrieden mit der neu errichteten bürgerlichen Ukrainischen Volksrepublik. Ende März wurde das Regiment an die Westfront verlegt und ab 6. April bis Ende Juni in Stellungskämpfen vor Verdun eingesetzt, ab Mitte Juli folgten weitere Stellungskämpfe bei Reims. Ende Juli erkrankte er an Grippe, lag teilweise im Lazarett, war kurzzeitig wieder im Dienst und erkrankte mit neuralen Beschwerden erneut. Erst zum 16. Dezember 1918 war er wieder hergestellt und wurde nun dem 21. Infanterie-Regiment zugeteilt, wo er bald beim Regimentsstab verwendet wurde. Am 22. April 1919 kam Amthor zur „Regierungszentrale Oberland“, um Werbung für die „Befreiung Münchens“ (Niederschlagung der Münchner Räterepublik) zu betreiben. Von dieser Aufgabe wurde er am 20. Mai entbunden und eine Woche darauf mit der Abwehrstelle des 21. Infanterie-Regiments betraut.
Amthor wurde gemäß Erlass des Reichswehrministeriums am 9. April 1920 aus dem aktiven Heeresdienst entlassen. Ende Dezember 1920 erhielt er die Erlaubnis, die Uniform des 21. Infanterie-Regiments zu tragen; auch wurde ihm ehrenhalber der Rang eines charakterisierten Oberstleutnants verliehen.[1]
Ernst Amthor war zeitlebens ledig geblieben, er verstarb im Alter von 72 Jahren an Lungenentzündung und Kreislaufschwäche im Fürther Krankenhaus.[2]
Auszeichnungen
- Jubiläumsmedaille (12.03.1905)
- Verdienstorden des Heiligen Michael IV. Klasse b (27.07.1913)
- Dienstauszeichnungs-Kreuz II. Klasse (01.10.1913)
- Militärverdienstorden IV. Klasse mit Krone (16.07.1915)
- Eisernes Kreuz II. Klasse (08.09.1914)
- Eisernes Kreuz I. Klasse (23.06.1915)
- Greifenorden III. Klasse (05.02.1914)
- Großherzogl. Mecklenburg-Schwerin’sches Militärverdienstkreuz II. Klasse (10.04.1916)
- Österr. Militärverdienstkreuz III. Klasse mit Kriegsdekoration (06.10.1917)
Wohnadressen[6]
- 1897: Karolinenstraße 54[7] (seit 1. April 1897)
- 1899: Schwabacher Straße 84[8] (seit 1. Mai 1899)
- 1901: Schwabacher Straße 80[9] (seit 10. Juni 1901)
- 1903: Karolinenstraße 6 (seit 1. Januar 1903)
- 1904: Promenadestraße 21 (ab 1912 Hornschuchpromenade 21)[10] (seit 15. Januar 1904)
- 1905: Peterstraße 4 (heute Gustav-Schickedanz-Straße 5)[11] (seit 15. August 1905)
- 1908: Gebhardtstraße 13[12] (seit 12. Mai 1908)
- 1909: Schwabacher Straße 45[13] (seit 1. Januar 1909)
- 1911: Karolinenstraße 52 ⅓[14] (später Karolinenstraße 52 b) (seit 1. Oktober 1911)
- 1919: Schwabacher Straße 74[3] (seit 1. Oktober 1919)
- 1931: Maxstraße 38[15][2] (in den 1970er Jahren abgerissen)
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Abt. IV Kriegsarchiv, Kriegsranglisten und -stammrollen 1914–1918; Band 189; 1841; 2420, 2; 2423, 5; 2502, 1; 2604; 2605, 2; 2606; 2610, 7; 2637, 1; 3231; 3233, 3; 3388; 8066, 2
- ↑ 2,0 2,1 2,2 Standesamt Fürth, Sterberegister Nr. 366/1943 vom 23. März 1943
- ↑ 3,0 3,1 Adressbuch von 1926/27
- ↑ Erinnerungsblätter deutscher Regimenter, Band 88 – Das Königlich Bayerische Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 6, München 1938, S. 15, 248
- ↑ Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., Kriegsgräberstätte Gerbéviller, Frankreich; Eintrag zu Johann Amthor - online
- ↑ Familienbogen Amthor, Ernst; StadtAFÜ Sign.-Nr. A. 4. 5
- ↑ Adressbuch von 1899
- ↑ Adressbuch von 1891
- ↑ Adressbuch von 1903
- ↑ Adressbuch von 1905
- ↑ Adressbuch von 1907
- ↑ Adressbuch von 1909
- ↑ Adressbuch von 1911
- ↑ Adressbuch von 1913
- ↑ Adressbücher von 1931, 1935