Kirche St. Nikolaus

Aus FürthWiki

Die Karte wird geladen …
Kirche
Kirche St. Nikolaus
Konfession
katholisch
Weihedatum
5. Dezember 1991
Glockenanzahl
4
Besonderheiten
Kirche mit Gemeindehaus, freistehender Glockenturm
Geo-Daten
49° 27' 57.78" N
10° 57' 8.92" E
 semantisches Browsen   Datensicht
Kirche
Kirche St. Nikolaus
Straße / Hausnummer
Kolpingstraße 14
Postleitzahl
90768
Objekt
katholische Kirche mit Gemeindehaus und freistehendem Glockenturm
Baujahr
1991
Denkmalstatus besteht
nein
Architekt
Hans Peter Haid
Geo-Daten
49° 27' 57.78" N
10° 57' 8.92" E
 semantisches Browsen   Datensicht
IconStift.svg

Die Kirche St. Nikolaus ging aus dem Vorgängerbau, der sogenannten „Kapellenbaracke“ hervor, die am 15. Oktober 1944 geweiht worden war. Sie ist eine katholische Kirche im Fürther Stadtteil Dambach (Eschenau), die am 8. Dezember 1991 geweiht wurde. Sie befindet sich in der Kolpingstraße 14.

Geschichte

1939 begann erste gottesdienstlich Zusammenkünfte für die wenigen Katholiken in Oberfürberg, Unterfürberg und Dambach teils in Privathäusern und Gasthausräumen, ab 1943 mit Kaplan Konrad Nicol von St. Heinrich in Fürth.

Trotz der schwierigen Zeiten während des Zweiten Weltkriegs gelang es 1944, eine hölzerne, 4x5 m große Notkirche zu errichten, die am 15. Oktober 1944 geweiht wurde. Da nach dem Krieg auch im Bereich von Fürberg und Dambach durch die Vertriebenen und Flüchtlinge die Zahl der Katholiken sehr stark anstieg, sammelten Gemeindemitglieder Steine zerstörter Gebäude und bauten mit viel Eigenarbeit bis 1948 eine kleine Kirche, die „St. Nikolauskapelle“. Am 14. Mai 1950 wurde die Nikolausglocke geweiht.

1971 bekam die Kirche eine Nikolausstatue, womit der heilige Nikolaus später für die neue Kirche als Namenspatron dienen konnte. Am 3. Dezember 1978 bekam St. Nikolaus eine Orgel. Mit weiteren Zuzügen in den vielen Neubauten wuchs die Gemeinde ständig weiter. Deshalb wurde am 1. September 1979 eine selbständige Pfarrstelle eingerichtet, Pfarrer Alfred Bayer war bis April 1984 tätig.

Ab 1. Mai 1984 übernahm Herbert Hautmann, damals Pfarrer von St. Heinrich, zusätzlich die Betreuung von St. Nikolaus. 12. November 1989 Spatenstich für das Gemeindehaus.

Am 14. März 1990 wurde die „St. Nikolauskapelle“ abgerissen, Gottesdienste fanden vorübergehend im Untergeschoss des am 11. Dezember 1988 eingeweihten Kindergartens statt.

Die Grundsteinlegung für die St. Nikolauskirche wurde durch den Domkapitular Klemens Fink aus Bamberg am 11. Mai 1990 durchgeführt. Architekt für das neue Bauwerk war der Nürnberger Hans Peter Haid. Das Richtfest fand am 7. Dezember 1990 statt, die Glockenweihe am 11. November 1991, die Weihe der neue Kirche am 8. Dezember 1991, durch den Bamberger Erzbischof Dr. Elmar Maria Kredel.[1]

Beschreibung

Kirche, Turm und Gemeindehaus bilden eine gestalterische Einheit. Während der Turm direkt an der Kolpingstraße den kirchlichen Bereich anzeigt, grenzt das große Gemeindehaus den Kirchenbereich gegen den naheliegenden Sportplatz der DJK Concordia Fürth ab. In dem beherrschenden Glockenturm stammt eine von den vier Glocken noch aus dem alten Kirchlein.[2] Alle Gebäude sind aus hellem Jurastein mit etwas dunkleren Streifen gebaut. Dieses Streifenmuster erinnert an die mittelitalienischen Kirchenbauten. Beim Gemeindehaus kommen zu dieser Fassadengestaltung noch viele Glas- und Stahlteile. Nach Westen zum Wald hat Haid das Ensemble durch eine Mauer abgegrenzt, es aber zugleich durch eine große runde Öffnung in eine Beziehung zum Wald gesetzt. Der Kirchenbau selbst besitzt die Form eines Viertelkreises. Den Eckpunkten sind die drei Sakramentsorte der Eucharistie, der Taufe und Buße zugeordnet (Haid). Am hinteren Punkt des Viertelkreises ist ein runder Turm angebaut, auf den die Höhe des Baues zuläuft. Auf der Eingangsseite ist der Baukörper relativ niedrig und steigt dynamisch zum Turm hin auf. Die Jurasteinfassade wurde in Höhe des Eingangs auf sechs Metallsäulen gesetzt, damit sie nicht zu massiv wirkt.

Im Inneren steht vor der Spitze des Viertelkreises der Altar und im Rund des Turmes der Tabernakel. Der ganze Raum, seine Form, die Decke, die gerundeten Bänke deuten auf sie hin. Von der Türe führt der Mittelgang zwischen den beiden Bankblöcken leicht abschüssig direkt auf den Altar zu. Der Kirchenraum wird indirekt von zwei Lichtbändern rechts und links beleuchtet, die in den Decken der angedeuteten Umgänge verlaufen. Der Altar erhält sein Licht durch zwei schmale Glasfenster rechts und links. Besonders intensiv wird der Tabernakel durch einen Glasstreifen im Turm und gleichfalls indirekt durch Lichteinfall von oben beleuchtet. Auch über dem Gang befindet sich in der Decke ein Lichtband. Die dadurch erzielte Transparenz des Raumes wird noch verstärkt durch das Blau, mit dem die Turm-Apsis hinter dem Tabernakel bemalt ist. Sonst ist die Farbgebung sehr zurückhaltend. Sie beschränkt sich auf Weiß und Grau, das helle Holz der Deckenkonstruktion, der Bänke und der Orgelempore und den Naturstein des Bodens. Die Glasfenster stammen von der Erlanger Künstlerin Heike Büttner und orientieren sich ebenfalls an der Ausrichtung des Raumes zum Altar. Zudem sind in der Kirche eine Marien- und eine Nikolausfigur aufgestellt.

Die Nikolauskirche gehört zu den herausragenden Kirchenbauten Fürths überhaupt und ist von ihrer Qualität her gleichrangig neben die alten gotischen Kirchen zu setzen.[3]

Glocken

Mit dem Bau der neuen Nikolauskirche erhielt auch der neue Glockenturm ein Geläut aus vier Glocken unterschiedlicher Größe und Klangfarbe. Die ursprüngliche Nikolausglocke blieb erhalten und gilt als besondere Erinnerung an die Gründungszeit der Gemeinde. Die drei neu hinzugekommenen Glocken tragen Namen, Bild und Text der Heiligen Heinrich und Kunigunde - Schutzpatrone des Erzbistums -, des Heiligen Benedikt - Schutzpatron für Europa - sowie des Heiligen Petrus - der Fels, auf dem unser Herr seine Kirche gebaut hat.

Die Glocken wurden am 5. Juni 1991 von der Glockengießerei Rudolf Perner in Passau gegossen und am 11. November geweiht. Die Petrusglocke wurde von einer anonym gebliebenen Person gestiftet, weitere Spender ermöglichten die Anschaffung des gesamten Geläutes.

Vollgeläut St. Nikolaus, Aufnahme vom 19. März 2026

Details zu allen weiteren Glocken in Fürth

Orgeln

Die erste Orgel der Gemeinde stammte aus der Passauer Werkstatt Eisenbarth Orgelbau und wurde am 3. Dezember 1978 in die Nikolauskapelle eingebaut. Sie besaß acht Register und erfüllte über Jahrzehnte ihren Dienst.

Mit dem Bau der neuen Nikolauskirche erwies sich jedoch, dass das Klangvolumen dieser Orgel für den größeren und akustisch anspruchsvolleren Kirchenraum nicht mehr ausreichend war. Daher wurde das Instrument an eine kleinere Kirchengemeinde im Fichtelgebirge verkauft.

Zum Zeitpunkt der Weihe der neuen Kirche am 8. Dezember 1991 stand noch keine neue Orgel zur Verfügung. Die Gemeinde plante jedoch den Bau eines neuen Instruments mit etwa 13 Registern und einem schlichten, dem Kirchenraum angepassten Gehäuse. Die veranschlagten Kosten betrugen rund 200.000 DM. Da die Finanzierung nur teilweise gesichert war, war die Gemeinde auf großzügige Spenden angewiesen.

Trotz der offenen Fragen bestand der Wunsch, den Auftrag an einen Orgelbauer vergeben zu können. Die Orgel sollte das Harmonium, das bis dahin aushalf, ersetzen.[1]

1996 wurde eine neue Orgel installiert und am 8. Dezember 1996 geweiht.

Literatur

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Daten aus Dr. Franz Kimberger: St. Nikolaus - Fürth, Zur Einweihung von Kirche und Gemeindehaus vom 8. Dezember 1991; Herausgeber: Katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus Fürth, 1991 (Druckausgabe)
  2. Textauszug aus dem Sparkassenkalender, Fürth 1995
  3. Barbara Ohm: Durch Fürth geführt - Band 2, Die Stadt jenseits der Flüsse. VKA Verlag Fürth, 1999, 2005, 3-9807080-0-4, S. 168

Bilder

Bilder als Galerie / Tabelle anzeigen, sortieren und filtern