RFM intern begegnen. Ein gewisser Bezug zur Rundfunktechnik sollte dabei immer erkennbar sein. Die Herausforderung sowohl bei Führungen als auch bei den Versuchsaufbauten bestand darin, exakt das zu zeigen und zu erklären, was ein durchschnittlicher Museumsbesucher interessant findet und verstehen kann. Nicht jeder hat Elektrotechnik studiert oder kommt aus der Radio- und Fernsehentwicklung - was wiederum die Gedankenwelt vieler Fördervereinsmitglieder bestimmt. Insgesamt scheinen wir den Geschmack und die Neugier unseres Publikums gut eingeschätzt zu haben. Es macht einfach Freude, wenn die Begeisterung für hohe Spannungen und Funken den Gesichtern anzusehen ist. 150.000 Volt: Allein die Vorstellung macht ehrfürchtig In der „Werkstatt“ erklären wir das elektrische Feld und seine Wirkung sowie das Zustandekommen elektromagnetischer Wellen beim Funkenüberschlag. Ein Dorfmodell mit Wolken zeigt den Weg eines Blitzes in die Kirchturmspitze. Mit dem Kofferradio können wir die Überschläge hören. Allein die Vorstellung, mit Spannungen bis zu 150.000 Volt zu hantieren, lässt viele Besucher ehrfürchtig staunen. Mit der Vorstellung der Voltasäule um 1800 beginnt das elektrotechnische Zeitalter (kleines Foto). Wir animieren zum Aufbau einer kleinen Batterie aus Kupfer- und Zinkblech. Zitronensaft
Großer Andrang: Die Experimentierwerkstatt im RFM, ein Kind des För dervereins, trifÚ die Interessen der „normalen“ Besucher“. dient als Elektrolyt. Wettbewerbe, wer durch Aufschichten mehrerer Bleche die höchste Spannung erreicht, wecken Ehrgeiz und Spieltrieb. Uns war bei aller Professionalität wichtig, nur leicht erhältliche Materialien zu verwenden. Blechabfälle vom Flaschner, Zitronensaft aus der Küche, Stoffreste aus der Nähkiste. Achtsamkeit führte Regie: Mit Elektrolyten wie Salzwasser in einem Glas wollten wir nicht arbeiten, da hier immer die Gefahr besteht, etwas zu verschütten. Alles sollte einfach, sicher und ungefährlich sein.
hinein und sehen in staunende Gesichter. Ein kleiner Wermutstropfen mit der Biotechnik ist die Haltbarkeit der verwendeten Objekte: der Apfel fault nach einigen Tagen und die Kartoffel beginnt zu schimmeln. Übrigens, Volta stellte auch die elektrochemische Spannungsreihe auf. Wie hat der bloß die Spannung gemessen? Messgeräte, wie wir sie heute verwenden, gab es ja noch nicht. Über Rückmeldungen unserer Le-
Verblüffend: So einfach funktioniert eine Hupe Bei der Verwendung des Elektrolyten sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Was kaum jemand ahnt: Unsere Armbanduhr läuft bis zu drei Wochen mit einer Kartoffel als Batterie, unser Radio mit einem Apfel als Stromgeber. Wie jede Batterie enthält auch er Säure – wir stecken jeweils einen Kupfer- und einen Zinkstreifen
Wir testen eine Batterieanordnung mit Kupfer-, Zink- und Zitronensäure.
Rundfunk & Museum 91 – August 2016
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