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TV-GESCHICHTE 2. 3D-Bildwiedergabe in der Ära der Bildröhren von 19892002 2.1 Entwicklungsanstoß aus der Grundlagenforschung Bei Grundig kam der Anstoß im Januar 1989 durch das damalige Kernforschungszentrum Karlsruhe Abteilung Steuerungssysteme und Kommunikation (heute Forschungszentrum Karlsruhe). Dort wurde darüber nachgedacht das weltweit erste 100 Hz Serienfernsehgerät, den Grundig Monolith 70-390/7, als Basis für einen kostengünstigen 3D-Monitor zu verwenden. Ziel war es, ein fernsteuerbares Fahrzeug, das über Greifarme verfügte, mit einer Stereokamera auszustatten,

so dass die bedienende Person die Aktionen des Fahrzeugs und der Greifarme auch räumlich beurteilen konnte. Als Einsatzgebiete waren Situationen gedacht die für Menschen mit sehr großen Gefahren verbunden gewesen wären (z.B. radioaktive Strahlung, giftige Gase, Einsturzgefahr usw.). Heute würde man dies als Rescue-Roboter bezeichnen. 2.2 Prinzip der Shutterbrillentechnik (LCD-Lichtventil) Seit Anfang der 80er Jahre waren Liquid Crystal Shutters schnell genug um als Lichtventil für die 3D-Film- und 3D-Video-Technik eingesetzt zu werden. Bei diesem Verfahren werden sequentiell

hintereinander das Bild für das linke und das rechte Auge gezeigt (siehe Abb.1). Die Shutterbrille wird mit einem drahtlosen Synchronsignal angesteuert und die eingebaute Steuerelektronik sorgt dafür, dass dann jeweils das richtige Auge freie Sicht bekommt. Bei dem damals üblichen PAL/ CCIR Standard beträgt die Halbbildfrequenz 50 Hz, es werden also 50 Halbbilder in der Sekunde gezeigt. Würde man nun jeweils aufeinanderfolgend ein linkes und ein rechtes Bild auf dem Bildschirm darstellen, so würde die Wechselfrequenz nur 25 Hz betragen. Es würde ein starker

Abb. 1: Das Shutterbrillenverfahren. Die Brille lässt für das linke und das rechte Auge nur das zugehörige Kamerabild passieren. Rundfunk & Museum 91 – August 2016

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