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TV-GESCHICHTE Aufbringen­der­Folie­für­den­3DUmbau Seriengeräte Tharus 30 mit­minimaler­Pixelfehlerrate­des­ LCD-Displays­ und­ gleichmäßiger­ Leuchtdichte­auf­der­ganzen­Displayfläche.­ Ferner­ unterstützte­ die Grundig Intermedia Fernsehentwicklung­die­konstruktive­Anpassung des Folienrahmens an den­Displayrahmen­des­Panels. Rechtzeitig­ zur­ Internationalen­ Funkausstellung­ 2005­ konnte­ dann­ tatsächlich­ das­ ganze­ System­ zum­ ersten­ Mal­ der­ Öffentlichkeit­ präsentiert­ werden.­ Die­ 3D-TV-Kamera­nahm­ein­menschliches­ Table­ Soccer­ Spiel­ bzw.­ eine Zaubershow am Grundig Stand­ auf.­ Es­ wurden­ in­ Echtzeit­ die­ 8­ Ansichten­ mit­ dem­ „Black­ Betty“­ genannten­ Hardwareaufbau­ von­ 3D­ Image­ Processing­ berechnet­und­auf­die­Tharus­3D­ mittels­digitaler­DVI­Schnittstelle­ (Digital­Video­Interface)­übertragen.­So­konnten­auf­den­Geräten­ die­Darbietungen­live­ohne­Brille­ räumlich betrachtet werden (siehe­Abb.4,­Abb.5­und­Abb.6). Diese­erste­Livepräsentation­kam­ bei­ Experten­ und­ Messebesuchern­sehr­gut­an­und­hatte­eine­ sehr gute Resonanz bei der Fachpresse. Wie eingangs schon erwähnt wurde­nur­eine­limitierte­Auflage­ dieser­ Tharus­ 3D­ Geräte­ gefertigt.­Eines­dieser­Geräte­befindet­ sich­ im­ Bestand­ des­ Rundfunkmuseums. Um­ eine­ Serienproduktion­ starten­ zu­ können,­ hätten­ damals­ für die folgenden Punkte noch

Lösungen gefunden werden müssen: Schaltbarer­ Strahlteiler­ (Auflösung): Durch­das­Vorsetzen­der­Fresnellinsenrasterfolie,­die­man­ja­nicht­ mehr­vom­3D-TV­Gerät­entfernen­ kann,­ wurde­ die­ Auflösung­ auch­ bei der normalen nichträumlichen­ 2D-Wiedergabe­ reduziert.­ Das­war­natürlich­für­einen­breiten Einsatz im Consumergerätemarkt­ nicht­ akzeptabel.­ Deswegen wurde an der Entwicklung elektrisch­ „abschaltbarer“­ Filter­ gearbeitet.­ Prinzipielle Verringerung der Auflösung: Wie wir gesehen haben beträgt bei­3D-Betrieb­die­Zahl­der­Pixel­ pro­ Ansicht­ bei­ z.B.­ 8­ Ansichten­ nur mehr ein Achtel der Panelpixelzahl.­ Es­ musste­ also­ abgewartet werden bis man hochauflösende Panels mit akzeptablen Preisen­für­diese­Applikation­einsetzen­können­würde.­ 3D-Content­nicht­vorhanden: 2005­gab­es­keine­im­ConsumerMarkt­ verfügbaren­ 3D­ Quellen­ und damit auch kein Programmangebot­ seitens­ optischen­ Speichermedien­wie­DVD.­Das­HDTVMedium­Bluray­war­­noch­in­der­ Entwicklungsphase. Fernsehübertragungsstandard: Die­ Codierung­ mittels­ zweier­ MPEG 2 Videodatenströme also einen für das rechte und einen für das­linke­Kamerabild,­wie­es­das­ Heinrich­ Hertz­ Institut­ anlässlich­

Unser Autor Konrad L. Maul war 37 Jahre in der Fernsehentwicklung tätig, davon 30 Jahre in leitender Position. Als Gruppenleiter war er für das erste Grundig 100 Hertz-TV-Gerät verantwortlich. Von 2001 bis 2008 leitete er die Fernsehentwicklung der Grundig AG und in der Nachfolge der Grundig Intermedia AG. Damit ist er einer der erfahrensten und profiliertesten TV-Entwickler Deutschlands. Heute arbeitet er als Berater für Einzelne, Gruppen und Organisationen in technischen, wirtschaftlichen und sozialen Handlungsfeldern. www.m2counselling.de

Rundfunk & Museum 92 – Januar 2017

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