RADIO GESCHICHTE(N) rungen von Bianca Bauer-Stadler im Anschluss an diesen Text). Ein vollkommen neues Hörgefühl DerBayerischeRundfunksendete damals neben ausführlichen Wortbeiträgen vor allem bayerische Volksmusik und deutsche Schlager, dazu ganz wenig „Beatmusik“, wie es noch hieß. Englischsprachige Musik lief meistensimJugendfunk,daswar vorallemder„Club16“aufBayern2.DieModeratorenpflegten den langsamen und gemütlichen Plauderton,damitdieHörerauch verstanden, was die Moderatorensprachen.Musiktitelwurden noch mit einer kleinen Pause zwischen Wort und Musik angesagt, damit die Hörer ihre Tonbandgeräte einschalten und mitschneiden konnten – das wäre in heutigenZeiten,wodieIndustrie überall Raubkopierer vermutet, undenkbar.
und schon spielte der nächste Musiktitel. Ungeniert quatschte der Moderator auch in den Titel hinein. „Ramptalk“ war für den Tonbandfanvondamalsderabsolute Horror. Für die junge Gene-
ration von heute, die mit Privatradiosaufgewachsenist,magdas eine normale Hörsituation sein. In den späten Sechzigern und frühen Siebzigern war das dagegen nochetwasganzBesonderes.
AFN war das genaue Gegenteil davon:DieModerationnahmden Drive der Musik auf, brachte InformationenraschaufdenPunkt
Begann ihre Karriere 1988 bei Radio Gong: Katrin Müller-Hohenstein aus Erlangen, heute u.a. ModeFoto: KMH privat ratorin im zdf sportstudio (fr. Foto) am Samstagabend. Rundfunk & Museum 92 – Januar 2017
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