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RFM intern te empfangen können. Der funktionstüchtige Sender ist ein, jedoch bei weitem nicht das einzige Highlight des Chamer Museums. Auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche wird die Geschichte des Rundfunks in chronologischer Ordnung ausführlich dargestellt. Startpunkt des Rundgangs ist das „Café Nostalgie“, indem sich die Atmosphäre der Jahrhundertwende förmlich spüren lässt. Über die Anfänge des Rundfunks in Deutschland in den 1920er Jahren gelangen die Besucherinnen und Besucher in die Epoche der 30er Jahre. In dieser ersten Blütephase des Radios ist sicherlich das Siemens-Kammermusikgerät II ein Highlight, das damals den sagenhaften Preis von 1.552 Reichsmark gekostet hat. Die 30er Jahre waren nicht nur ein vorläufiger Höhepunkt der Radioindustrie, sondern gleichzeitig auch die wohl dunkelsten Jahre der deutschen Geschichte. Dieses Kapitel wird in einem extra Raum mithilfe von Objekten – wie zum Beispiel dem VE 301 oder dem DKE 38 – aufgearbeitet. Hochphase des Röhrenradios Über die Nachkriegszeit, die unter anderem mit einem „Heinzelmann“ stilecht objekttechnisch unterlegt wird, gelangen

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die Besucherinnen und Besucher in einen Raum mit Radios der 50er und 60er Jahre und tragbaren Koffergeräten. Diese Jahre bildeten die absolute

R&M-Autor Philipp Knöchel. Stellvertetender Leiter im RFM Fürth. Hochphase des Röhrenradios. Die deutsche Rundfunkindustrie produzierte in dieser Zeit Spitzengeräte, die weltweit vertrieben wurden. Ein Raum mit Tonband- und Diktiergeräten sowie Mikrofonen ergänzen den chronologischen Rundgang. Zwei Stockwerke höher steht die Entwicklung des Fernsehens im Fokus. Eine selbstgebaute Nipkow-Scheibe veranschaulicht die Anfänge dieses Mediums und wichtige Grundüberlegungen dabei sehr praktisch. Zu sehen sind die Chamer Schätze jeden ersten Samstag im Monat. An diesem Tag findet eine

Rundfunk & Museum 94 – Februar 2018

ca. dreistündige Führung durch das Haus statt. Kurzweilige Darstellung Insgesamt bilden die die knapp 3.000 ausgestellten Exponate die Geschichte des Rundfunks sehr ausführlich ab. Bisweilen droht man sich jedoch in der Fülle der Objekte zu verlieren. Dank der gezielten Erläuterungen zu ausgewählten Stücken von „Museumschef“ Michael Heller wird den Besucherinnen und Besuchern der Rundgang durchs Haus kurzweilig dargestellt. „Im Moment funktioniert unser Museum nur mit einer Besucherführung“, ist sich Heller dessen bewusst. Der gelernte Rundfunk- und Fernsehtechniker ist die treibende Kraft im Rundfunkmuseum Cham und trägt auch das laufende Defizit zu 100 Prozent aus seiner Privatkasse. „Ein Rundfunkmuseum Cham ohne Michael Heller ist schlichtweg nicht vorstellbar“, erläutert Fördervereinsmitglied Daniel Paul die Rolle dieses „Machers“. Eigener Förderverein Auch ohne den großen ehrenamtlichen Einsatz anderer Rundfunkliebhaber wäre das Museum in Cham nicht möglich. So spielt im Physikraum die Expertise der Mitglieder des im September 2015 gegründeten Fördervereins eine wichtige Rolle. Hier werden vor allem für Schulklassen Ver-