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TV Geschichte cher des Normumsetzers doppelt so schnell ausgelesen wie eingeschrieben wurden, mussten CTI, Video/RGB-Kombination und RGB-Endstufen eine obere Grenzfrequenz haben, die etwa bei der doppelten Übertragungsbandbreite des entsprechenden Eingangssignals lag. Da die Vertikalablenkendstufe des TDA 2653 A über eine Wechselstromkopplung mit der Ablenkeinheit verbunden war, mussten beim 100-HzBetrieb Rasterkorrektursignale direkt in die Vertikalablenkspulen eingespeist werden. Diese Korrektursignale wurden vom Steuersignalgenerator des Normwandler-Bausteins erzeugt (Shift-Video). Das Shift-Video-Signal war immer dann aktiv, wenn normaler Fernseh-VideoBetrieb vorlag. Dann mussten mit Hilfe dieses Shift-Video-Signals jeweils vier aufeinanderfolgende 100Hz-Halbbilder, in der Zeitdauer

einer 25 Hz Vollbildsequenz des Senders, in die zueinander richtige Vertikallage gebracht werden (sogenannter AABB-Betrieb). Die Erhöhung der horizontalen Ablenkfrequenz auf 31 250 Hz erforderte einen kompletten Neuentwurf der Horizontalablenkschaltung. Insbesondere an Ablenkeinheit, Horizontalendstufe und Zeilentransformator wurden sehr hohe Anforderungen gestellt. Es wurde ein System Zeilentrafo/Kaskade entwickelt, das bei Betrieb mit 31,25 kHz einen entsprechend niedrigen Innenwiderstand in der Hochspannungserzeugung aufwies. Das Netzteil musste dem erhöhten Leistungsbedarf der Horizontalablenkschaltung und der Zusatzbelastung des Normwandlerbausteins angepasst werden. Weiterhin wurde, um jegliche Interferenzen mit der Horizontalablenkschaltung zu vermeiden, ein zeilenverkoppeltes Schalt-

netzteilkonzept mit 31,25 kHz gewählt. Der Monolith 70-390/7 Text wurde 1987/88 in limitierter Auflage gefertigt und erzielte ausgezeichnete Testergebnisse. Die Testzeitschrift video schrieb in ihrer Ausgabe 9/1987: „Im video-Testlabor trat der erste 100-Hertz-Serienfernseher gegen sein Schwestermodell ohne Flimmerfrei-Schaltung an, den Monolith 70-390, der in der video-Bestenliste Platz eins innehat. Der bei der Bildqualität erzielte Fortschritt war allen Testpersonen sofort augenfällig.“ Und schlussfolgerte schließlich: „Denn oberstes Ziel bleibt für die Fürther die Verbesserung des bewegten Bildes.“ Dieser Erfolg war eine sehr schöne Bestätigung und zugleich Ansporn auch in Zukunft weiter eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung von Bildqualitätsverbesserungen zu spielen.

Literaturliste [1] Maul K. L.;G. Müller: TV-Bild ohne Flimmern. Funkschau Nr. 14 (1987) [2] Kraus, U. E.: Vermeidung des Großflächenflimmerns in Fernseh-Heimempfängern. Rundfunktech. Mitteilungen Jahrg. 25 (1981), Heft 6. Digitaler Halbbildspeicher für Fernsehgeräte. Elektronik Nr. 16 (1983). [3] [4] Michel, C.: Der Multi-Norm-Farb/RGB Baustein. Grundig Technische Informationen Nr. 1 (1985). [5] Institut für Rundfunktechnik: Technischer Bericht Nr. B71/85; Großflächenflimmern bei 50 Hz und 60 Hz Bildwechselfrequenz. [6] Achterberg, H.: Flimmerfreie Bildwiedergabe in Fernsehgeräten. Valvo Technische Information Maul, K. L.: Die rafÏnierten Tricks der Bildverbesserer. Home Vision Heft 7 (2008) [7] [8] Schäfer, Rainer et al.: Sachstand: UHDTV. FKT Nr. 4 (2018)

Rundfunk & Museum 97 – September 2019

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