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|Gebäude=Foerstermühle | |Gebäude=Foerstermühle | ||
|Straße=Würzburger Straße | |Straße=Würzburger Straße | ||
|Hausnummer=3 | |Hausnummer=3; 5 | ||
|Straße2=Foerstermühle | |Straße2=Foerstermühle | ||
|Hausnummer2=1 | |Hausnummer2=1; 3; 5 | ||
| | |AktenNr=D-5-63-000-1465; D-5-63-000-1464 | ||
|TeilDesEnsembles=Foerstermühle | |||
|Baujahr=1706 | |Baujahr=1706 | ||
| | |Ehemals=Nein | ||
|DenkmalstatusBesteht=Ja | |||
| | |Quellangaben=[http://www.geodaten.bayern.de/denkmal_static_data/externe_denkmalliste/pdf/denkmalliste_merge_563000.pdf BLfD - Denkmalliste Fürth] | ||
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Die [[Foerstermühle]] (früher auch: Untere Mühle, Förstersmühle, Förstermühle) war eine der beiden großen [[:Kategorie:Mühlen|Fürther Mühlen]]. Die Foerstermühle lag in der [[Altstadt]] an der [[Rednitz]]. | Die [[Foerstermühle]] (früher auch: Untere Mühle, Förstersmühle, Förstermühle) war eine der beiden großen [[:Kategorie:Mühlen|Fürther Mühlen]]. Die Foerstermühle lag in der [[Altstadt]] an der [[Rednitz]]. | ||
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== Prägende Gebäude, Bauwerke und Baudenkmäler == | == Prägende Gebäude, Bauwerke und Baudenkmäler == | ||
{{ | {{Prägende Gebäude, Bauwerke und Baudenkmäler dieser Straße}} | ||
* [[Stau- und Triebwerksanlage der Foerstermühle|Stau- und Triebwerksanlage]] | * [[Stau- und Triebwerksanlage der Foerstermühle|Stau- und Triebwerksanlage]] | ||
* [[Foerstermühle 1 | * [[Foerstermühle 1, Würzburger Straße 5]] | ||
* [[Foerstermühle 3 | * [[Foerstermühle 3, Würzburger Straße 3]] | ||
== Geschichte == | == Geschichte == | ||
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Sicher ist, dass der Ammerndorfer [[Michael Messelhäuser|Müller Messelhäuser]] [[1705]]/[[1706]] das Grundstück gekauft und mit dem Bau seiner Mühle begonnen hat.<ref> Wunschel: Häuserchronik, Band 8, E, Würzburger Straße 3</ref><ref>Staatsarchives Nürnberg, Akt 84, Seite 154</ref> Nach der noch vorhandenen Betriebsgenehmigung<ref> * Dr. Thomas Foerster, Private Sammlung der Akten zur Foerstermühle, Stand 2012</ref> hatte die Mühle ''sechs Mahlgänge (je drei für Weizen und Roggen), drei Wasserräder sowie eine Schneidmühle mit eigenem Wasserrad.'' Der Bau der Mühle erfolgte seinerzeit im dreigeteilten Fürth unter der [[Dreiherrschaft|Protektion der Ansbacher]], die Fürth durch einen in Cadolzburg sitzenden Oberamtsmann verwalteten. Dies missfiel insbesondere dem Dompropst von Bamberg, so dass dieser am [[5. September]] [[1706]] Klage gegen den Müller [[Michael Messelhäuser]] erhob wegen der ''"Erbauung einer Mühle auf domprobsteilichem Grunde"''.<ref> * Chronik der Stadt Fürth. 2. Auflage,1887; 2., vielfach vermehrte und verbesserte Ausgabe, fortgesetzt bis zur neuesten Zeit und mit Register versehen., S. 119</ref> Auch Nürnberg protestierte massiv gegen den Bau der unteren Mühle. Der Rat argumentierte ''"daß nichts der Stadt Nürnberg mehr schädlich seye als die Vergrößerung des Marcks Fürth"''. Dem hielten die Ansbacher entgegen, dass ''"Nürnberg in Fürth nichts zu sagen habe".''<ref> * Dr. Thomas Foerster, Private Sammlung der Akten zur Foerstermühle, Stand 2012</ref> Der Streit um die untere Mühle drohte [[1711]] zu eskalieren. Erzürnte Bürger wollten der Mühle buchstäblich das Wasser abgraben. Sie führten überdurchschnittliche Hochwasserschäden auf die Stauanlage der Mühle zurück und versuchten ''"mit Hauen und Schauffeln durch eine Umgrabung, den meisten Theil des Flusses gar von der Mühl ab und auf die Seite gegen die Juden-Begräbnis diesseits der Brucken hinzuleiten."'' Mit 50 Soldaten hat der Ansbacher Markgraf dies zu verhindern gewusst. [[Bild:Foerstermuehle um 1750 kl.jpg|mini|right|Die Foerstermühle um 1750]] | Sicher ist, dass der Ammerndorfer [[Michael Messelhäuser|Müller Messelhäuser]] [[1705]]/[[1706]] das Grundstück gekauft und mit dem Bau seiner Mühle begonnen hat.<ref> Wunschel: Häuserchronik, Band 8, E, Würzburger Straße 3</ref><ref>Staatsarchives Nürnberg, Akt 84, Seite 154</ref> Nach der noch vorhandenen Betriebsgenehmigung<ref> * Dr. Thomas Foerster, Private Sammlung der Akten zur Foerstermühle, Stand 2012</ref> hatte die Mühle ''sechs Mahlgänge (je drei für Weizen und Roggen), drei Wasserräder sowie eine Schneidmühle mit eigenem Wasserrad.'' Der Bau der Mühle erfolgte seinerzeit im dreigeteilten Fürth unter der [[Dreiherrschaft|Protektion der Ansbacher]], die Fürth durch einen in Cadolzburg sitzenden Oberamtsmann verwalteten. Dies missfiel insbesondere dem Dompropst von Bamberg, so dass dieser am [[5. September]] [[1706]] Klage gegen den Müller [[Michael Messelhäuser]] erhob wegen der ''"Erbauung einer Mühle auf domprobsteilichem Grunde"''.<ref> * Chronik der Stadt Fürth. 2. Auflage,1887; 2., vielfach vermehrte und verbesserte Ausgabe, fortgesetzt bis zur neuesten Zeit und mit Register versehen., S. 119</ref> Auch Nürnberg protestierte massiv gegen den Bau der unteren Mühle. Der Rat argumentierte ''"daß nichts der Stadt Nürnberg mehr schädlich seye als die Vergrößerung des Marcks Fürth"''. Dem hielten die Ansbacher entgegen, dass ''"Nürnberg in Fürth nichts zu sagen habe".''<ref> * Dr. Thomas Foerster, Private Sammlung der Akten zur Foerstermühle, Stand 2012</ref> Der Streit um die untere Mühle drohte [[1711]] zu eskalieren. Erzürnte Bürger wollten der Mühle buchstäblich das Wasser abgraben. Sie führten überdurchschnittliche Hochwasserschäden auf die Stauanlage der Mühle zurück und versuchten ''"mit Hauen und Schauffeln durch eine Umgrabung, den meisten Theil des Flusses gar von der Mühl ab und auf die Seite gegen die Juden-Begräbnis diesseits der Brucken hinzuleiten."'' Mit 50 Soldaten hat der Ansbacher Markgraf dies zu verhindern gewusst. [[Bild:Foerstermuehle um 1750 kl.jpg|mini|right|Die Foerstermühle um 1750]] | ||
[[1723]] vererbte die Witwe von [[Michael Messelhäuser]] die Mühle den Söhnen Johann und Johann Georg. Diese verkauften [[1741]] die Mühle für 14.000 Gulden an [[Georg Friedrich Eckart]]. Ab [[1744]] erweiterte dieser den eher bescheidenen Mühlenbetrieb erheblich. Neben der Roggen-, Weizen- und Sägemühle gehörte ihm auch das Gelände bis zur heutigen [[Siebenbogenbrücke]] incl. des Schwimmbadgeländes für landwirtschaftliche Zwecke. | [[1723]] vererbte die Witwe von [[Michael Messelhäuser]] die Mühle den Söhnen Johann und Johann Georg. Diese verkauften [[1741]] die Mühle für 14.000 Gulden an [[Georg Friedrich Eckart, geb. 1716|Georg Friedrich Eckart]]. Ab [[1744]] erweiterte dieser den eher bescheidenen Mühlenbetrieb erheblich. Neben der Roggen-, Weizen- und Sägemühle gehörte ihm auch das Gelände bis zur heutigen [[Siebenbogenbrücke]] incl. des Schwimmbadgeländes für landwirtschaftliche Zwecke. | ||
== Besuch des Preußenkönigs Wilhelm III. mit Königin Luise == | == Besuch des Preußenkönigs Wilhelm III. mit Königin Luise == | ||
[[Johann Michael Eckart]], ein sehr obrigkeitstreuer Mann, erbte [[1773]] von seinem Vater die Mühle. Ihm gelang es, dass insgesamt dreimal der [[Königreich_Preußen|Preußenkönig]] Wilhelm III. mit seiner Gemahlin Königin Luise in der unteren Mühle übernachteten. ''"Im Jahr [[1799]] hatte Fürth das Glück, seinen damaligen Landesvater König Friedrich Wilhelm III. von Preußen zu bewirten. Der Monarch nahm mit seiner Gemahlin Louise das Quartier in der Unteren Mühle... Der Besitzer der Unteren Mühle ließ nachher zum künftigen besseren Empfang seines erhabenen Gastes ein ganz neues Gebäude hinter der Mühle aufführen, und darin einen Saal zur Königlichen Tafel errichten, der noch zur Stunde der Königssaal genannt wurde."'' Der Speisesaal kostete 7.600 Gulden, das war mehr als damals der Preis für ein Haus in guter Lage. In den Jahren [[1803]] und [[1805]] besuchte das Königspaar jeweils im Juni anlässlich seiner Heerschauen auf der Hard erneut Fürth und übernachtete wieder in der Foerstermühle.<ref> * Chronik der Stadt Fürth. 2. Auflage,1887; 2., vielfach vermehrte und verbesserte Ausgabe, fortgesetzt bis zur neuesten Zeit und mit Register versehen., S. 200</ref> <ref>[[Taschen- und Address-Handbuch von Fürth im Königreiche Baiern (Buch)|Eger: Taschen- und Address-Handbuch von Fürth im Königreich Baiern, Nürnberg 1819, S. 217]]</ref> [[Bild:Foerstermuhle um 1800 kl.jpg|mini|right|Die Foerstermühle 1799 - Besuch des Preußenkönigs Wilhelm III.]] | [[Johann Michael Eckart]], ein sehr obrigkeitstreuer Mann, erbte [[1773]] von seinem Vater die Mühle. Ihm gelang es, dass insgesamt dreimal der [[Königreich_Preußen|Preußenkönig]] Wilhelm III. mit seiner Gemahlin Königin Luise in der unteren Mühle übernachteten. ''"Im Jahr [[1799]] hatte Fürth das Glück, seinen damaligen Landesvater König Friedrich Wilhelm III. von Preußen zu bewirten. Der Monarch nahm mit seiner Gemahlin Louise das Quartier in der Unteren Mühle... Der Besitzer der Unteren Mühle ließ nachher zum künftigen besseren Empfang seines erhabenen Gastes ein ganz neues Gebäude hinter der Mühle aufführen, und darin einen Saal zur Königlichen Tafel errichten, der noch zur Stunde der Königssaal genannt wurde."'' Der Speisesaal kostete 7.600 Gulden, das war mehr als damals der Preis für ein Haus in guter Lage. In den Jahren [[1803]] und [[1805]] besuchte das Königspaar jeweils im Juni anlässlich seiner Heerschauen auf der Hard erneut Fürth und übernachtete wieder in der Foerstermühle.<ref> * Chronik der Stadt Fürth. 2. Auflage,1887; 2., vielfach vermehrte und verbesserte Ausgabe, fortgesetzt bis zur neuesten Zeit und mit Register versehen., S. 200</ref> <ref>[[Taschen- und Address-Handbuch von Fürth im Königreiche Baiern (Buch)|Eger: Taschen- und Address-Handbuch von Fürth im Königreich Baiern, Nürnberg 1819, S. 217]]</ref> [[Bild:Foerstermuhle um 1800 kl.jpg|mini|right|Die Foerstermühle 1799 - Besuch des Preußenkönigs Wilhelm III.]] Der Königssaal wurde beim Großbrand [[1827]] mit vernichtet. | ||
== Namensnennung Foerstermühle und 19. Jahrhundert == | == Namensnennung Foerstermühle und 19. Jahrhundert == | ||
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* Abbruch der Mühle Ende [[1982]]/83 | * Abbruch der Mühle Ende [[1982]]/83 | ||
* Veränderung des maroden Stauwehrs zugunsten einer [[infra|Wasserkraftanlage]] [[1988]]/1989, in Betrieb seit [[1989]]<ref>Information infra fürth gmbh [http://www.infra-fuerth.de/de/umweltengagement/weiteres_umweltengagement/innovation_wasserkraft - | * Veränderung des maroden Stauwehrs zugunsten einer [[infra|Wasserkraftanlage]] [[1988]]/1989, in Betrieb seit [[1989]]<ref>Information infra fürth gmbh [http://www.infra-fuerth.de/de/umweltengagement/weiteres_umweltengagement/innovation_wasserkraft - online]/</ref> | ||
* Abbruch des vorgelagerten [[Fischhäusla]] um [[1995]] zu Gunsten der [[U-Bahnhof Stadthalle|U-Bahnhaltestelle Stadthalle]] | * Abbruch des vorgelagerten [[Fischhäusla]] um [[1995]] zu Gunsten der [[U-Bahnhof Stadthalle|U-Bahnhaltestelle Stadthalle]] | ||
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== Literatur == | == Literatur == | ||
* Gottlieb Wunschel: [[Chronik der Foerstermühle (Buch)|Chronik der Foerstermühle Band 1 bis 3]], Eigenverlag Fürth, 1937; 1948 | |||
* Gottlieb Wunschel: ''Alt-Fürth'', Manuskript 1940 in der Stadtbibliothek Fürth | * Gottlieb Wunschel: ''Alt-Fürth'', Manuskript 1940 in der Stadtbibliothek Fürth | ||
* [[Adolf Schwammberger]]: Vor 150 Jahren Preußen-Parade auf der Hard. In: [[Fürther Nachrichten]] vom 11. Juni 1955 | * [[Adolf Schwammberger]]: Vor 150 Jahren Preußen-Parade auf der Hard. In: [[Fürther Nachrichten]] vom 11. Juni 1955 | ||
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== Siehe auch == | == Siehe auch == | ||
* [[Georg Christoph Foerster]] | * [[Georg Christoph Foerster]] | ||
* [[Thomas Foerster]] | |||
* [[Stau- und Triebwerksanlage der Foerstermühle]] | * [[Stau- und Triebwerksanlage der Foerstermühle]] | ||
* [[Untere Mühle]] | * [[Untere Mühle]] | ||
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* [[Flutbrücke]] | * [[Flutbrücke]] | ||
* [[Sauweiher]] | * [[Sauweiher]] | ||
* [[Foerstermühle 1 | * [[Foerstermühle 1, Würzburger Straße 5]] | ||
* [[Galerie in der Foerstermühle]] | * [[Galerie in der Foerstermühle]] | ||
* [[Hotel am Forum]] | * [[Hotel am Forum]] | ||