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| | |Straße=Mühlstraße | ||
|Hausnummer=25; 27 | |Hausnummer=25; 27 | ||
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|Baujahr=1945 | |Baujahr=1945 | ||
|Architekt=Richard Kohler | |Architekt=Richard Kohler | ||
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|Quellangaben=[http://www.geodaten.bayern.de/denkmal_static_data/externe_denkmalliste/pdf/denkmalliste_merge_563000.pdf BLfD - Denkmalliste Fürth] | |Quellangaben=[http://www.geodaten.bayern.de/denkmal_static_data/externe_denkmalliste/pdf/denkmalliste_merge_563000.pdf BLfD - Denkmalliste Fürth] | ||
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Die '''Wolfsgrubermühle''' ist eine ehemalige Mühle an der [[Pegnitz]]. | Die '''Wolfsgrubermühle''' ist eine ehemalige Mühle an der [[Pegnitz]]. | ||
==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
=== Die Anfänge === | |||
Die Wolfsgrubermühle ist aus dem ältesten Fürther Mühlenkomplex hervorgegangen, der [[obere Mühle|oberen]] und unteren Pegnitzmühle, die sich um einen Platz herumgruppierten. Bei der Flussregulierung [[1963]] wurden alte Eichpfähle im Wasser gefunden. Fachleute untersuchten die Nägel und kamen zu dem Ergebnis, dass diese ca. 800 - 1 000 Jahre alt sein müssten.<ref>hei: Mühle klappert ins Ungewisse. In: Fürther Nachrichten vom 22./23. November 1989, S. 77</ref> Auch wurde die Wasserkraft hier seit alters her genutzt, die Wurzeln sollen bis ins 14. Jahrhundert belegt sein, da bereits 1314 ein Müller in Fürth erwähnt wird. Im Jahre [[1394]] wird im Pfinzing-Atlas die ''Papier- und Schleifmühle'' als ''Mühlenwerk in Fürth'' genannt.<ref>[[Chronik der Stadt Fürth (Buch)|Fronmüller-Chronik]], 1871, S. 21</ref> Sie befand sich bei der Mühle an der Pegnitz, der späteren Wolfsgrubermühle, und nutzte die Wasserkraft aus. | |||
Im Frühjahr [[1621]] errichtete [[Conrad Stutz]] eine Prägeanstalt und eine Münzmeisterwohnung in der unteren Mühle an der Pegnitz, die mit der Oberen Mühle im Areal der Wolfsgrubermühle einen gemeinsamen Hof bildete.<ref>Gerhard Schön: ''Münz- und Geldgeschichte der Fürstentümer Ansbach und Bayreuth im 17. und 18. Jahrhundert'', München 2008, S. 141 [https://edoc.ub.uni-muenchen.de/8769/1/Schoen_Gerhard.pdf - online]</ref> Im rechten Nebengebäude der Mühle hatte er seine Werkstatt. | |||
Im 18. und 19. Jahrhundert im Besitz der Familie [[Eckart]], gingen die Gebäude am Ende des 19. Jahrhunderts an die Familie Wolfsgruber über, nach der die Mühle heute benannt ist.<ref>''Mühltalstraße 23''. In: Heinrich Habel: [[Denkmäler in Bayern - Stadt Fürth (Buch)|Denkmäler in Bayern - Stadt Fürth]], Lipp, 1994, S. 294</ref> Im späten 19. Jahrhundert dienten die Gebäude mit Hausnummer 23 (Fachwerkhaus) und 25 auch als Glasschleife zum Polieren von [[Spiegelfabriken|Spiegeln]], weshalb das Gebäude zum Teil [[Quecksilber|quecksilberverseucht]] war. | |||
=== Turbinen ersetzen die Wasserräder === | |||
[[Datei:AK Wolfsgrubermühle 1908.jpg|miniatur|rechts|Wolfsgrubermühle um 1908]] | [[Datei:AK Wolfsgrubermühle 1908.jpg|miniatur|rechts|Wolfsgrubermühle um 1908]] | ||
Hinter dem Haupthaus und der Glasschleife befinden sich das Wasserkraftwerk und die zugehörige Wehranlage. Im Jahr 1911 wurden die Wasserräder durch Turbinen ersetzt. Installiert wurden zwei identische französische Schneider-Schaquet-Turbinen, die jahrzehntelang in Betrieb waren. Eine dieser Turbinen wurde Anfang der 1980er Jahre gegen eine modernere Drees-Turbine ausgetauscht (Fallhöhe 3,1 m, Ausbaudurchfluss 10,5 m<sup>3</sup>/s, 260 kW Leistung im Einzelbetrieb). Später ersetzten die Betreiber die zweite Altturbine durch eine gebrauchte Francis-Schacht-Turbine des Herstellers Voith (Ausbaudurchfluss 7,5 m<sup>3</sup>/s, 180 kW Leistung im Einzelbetrieb). Eine moderne Automations- und Steuerungstechnik für die zwei Wasserkraftmaschinen (Engpassleistung: ca. 390 kW, Jahresarbeitsvermögen: ca. 2,4 GWh) wurde [[2009]] von einem Südtiroler Spezialunternehmen installiert. Die Anlage wurde vor einigen Jahren auch mit einer kompakten Rechenreinigungsanlage am Zufluss für Maschine II ausgerüstet und zur ökologischen Verbesserung der Stauanlage ist ein naturnahes Umgehungsgerinne als Wanderweg für Fische und andere Wasserlebewesen über eine Länge von rund 350 Meter angelegt worden. | |||
=== Kriegsschäden === | |||
Im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wurde der Komplex ruiniert. Bei einem schweren Luftangriff am [[11. August]] [[1943]] zerstörten Brandbomben die Mühle, das Lager und das Turbinenhaus. Nur das kleine Fachwerkgebäude Mühlstraße 23 aus dem späten 18. Jahrhundert, auch untere Mühle genannt, blieb relativ unbeschädigt.<ref>Königstraße In: {{BuchQuelle|Bild und Erinnerung (Buch)|Seite=28}}</ref> | |||
=== Entwicklung nach dem Krieg === | |||
[[1956]] gab es einen Brand in der Wolfsgrubermühle. Obwohl sich das Feuer bereits durch die das gesamte sechsstöckige Gebäude durchlaufenden Schächte ausgebreitet hatte, konnte die Mühle durch den Einsatz der Fürther [[Feuerwehr]] gerettet werden. | |||
Das Mühlengebäude selbst wurde [[1972]] von der Meyermühle AG Landshut gekauft, welche die Produktion vollständig in die [[Foerstermühle]] verlagerte. [[1977]] erfolgte der Verkauf des Wasserkraftwerks.<ref>Schreiben G. W. Wolfsgruber an Bürgermeister Heinrich Stranka vom 13. Oktober 1977</ref> Das linke, ältere Mühlengebäude war durch Vandalismus mittlerweile sehr beschädigt und wurde im März [[2012]] abgerissen. Die Mühle selbst wurde mehrmals als Immobilie verkauft und steht seit Ende der 1970er Jahre leer. Das rechte Nebengebäude von 1737 wurde noch bis zum Ende des 20. Jahrhunderts genutzt. Der letzte Bewohner wohnte hier bis Ende der 1990er Jahre und hieß Konrad Horsting. | |||
Das Mühlengebäude selbst wurde [[1972]] von der Meyermühle AG Landshut gekauft, welche die Produktion vollständig in die [[Foerstermühle]] verlagerte. [[1977]] erfolgte der Verkauf des Wasserkraftwerks.<ref>Schreiben G. W. Wolfsgruber an Bürgermeister Heinrich Stranka vom 13. Oktober 1977</ref> Das linke, ältere Mühlengebäude war durch Vandalismus mittlerweile sehr beschädigt und wurde im März [[2012]] abgerissen. Die Mühle selbst wurde mehrmals als Immobilie verkauft und steht seit Ende der 1970er Jahre leer. | |||
=== Pläne zur weiteren Nutzung === | |||
[[Datei:Wolfsgrubermuehle_1_.jpg|mini|left|Umbauplanungen 2007]] | |||
In den vergangenen dreißig Jahren gab es immer wieder Pläne und Nutzungskonzepte für das Areal. Die erste Planung Ende der 1990er Jahre sah auf dem Gelände ein Multiplexkino vor. Betreiber sollte abwechselnd erst die Gebrüder Weber aus Nürnberg sein (Cinecittà) bzw. dann in der Folge die ortsansässige Familie Ach, die zu dieser Zeit das [[City Kino Fürth|City-Kino]] betrieben. Hierzu wurden bereits erste Rodungsarbeiten zur Baufeldvorbereitung durch die Stadtverwaltung vorgenommen, die in der Öffentlichkeit zu einigen Protesten führten. Die nächsten Pläne Anfang der 2000er Jahren sahen zunächst ein Dienstleitungszentrum vor, während 2006 ein Seniorenheim-Betreiber die Bauvoranfrage an die Stadt Fürth stellte für ein Seniorenheim für 160 Bewohnern, davon ca. 60 Demenzerkrankte. Auch dieser Plan verschwand erneut in der Schublade, bis [[2007]] durch den Bauherrn Immo drei GmbH Freystadt der Plan entstand, die Wolfsgrubermühle zu sanieren, aufzustocken und in Wohnraum umzunutzen. Das Projekt ging jedoch nicht über eine Entwurfsplanung des Münchner Archtiektenbüros Deubzer König + Rimmel hinaus, zumal auch der Kauf der Immobilie dem Bauherren Immo drei GmbH gelang.<ref>Deubzer König + Rimmel Architekten, München, abgerufen 2. Februar 2014 [http://www.deubzerkoenig-rimmel.de/wolfsgrubermuehle.shtml online]</ref> | In den vergangenen dreißig Jahren gab es immer wieder Pläne und Nutzungskonzepte für das Areal. Die erste Planung Ende der 1990er Jahre sah auf dem Gelände ein Multiplexkino vor. Betreiber sollte abwechselnd erst die Gebrüder Weber aus Nürnberg sein (Cinecittà) bzw. dann in der Folge die ortsansässige Familie Ach, die zu dieser Zeit das [[City Kino Fürth|City-Kino]] betrieben. Hierzu wurden bereits erste Rodungsarbeiten zur Baufeldvorbereitung durch die Stadtverwaltung vorgenommen, die in der Öffentlichkeit zu einigen Protesten führten. Die nächsten Pläne Anfang der 2000er Jahren sahen zunächst ein Dienstleitungszentrum vor, während 2006 ein Seniorenheim-Betreiber die Bauvoranfrage an die Stadt Fürth stellte für ein Seniorenheim für 160 Bewohnern, davon ca. 60 Demenzerkrankte. Auch dieser Plan verschwand erneut in der Schublade, bis [[2007]] durch den Bauherrn Immo drei GmbH Freystadt der Plan entstand, die Wolfsgrubermühle zu sanieren, aufzustocken und in Wohnraum umzunutzen. Das Projekt ging jedoch nicht über eine Entwurfsplanung des Münchner Archtiektenbüros Deubzer König + Rimmel hinaus, zumal auch der Kauf der Immobilie dem Bauherren Immo drei GmbH gelang.<ref>Deubzer König + Rimmel Architekten, München, abgerufen 2. Februar 2014 [http://www.deubzerkoenig-rimmel.de/wolfsgrubermuehle.shtml online]</ref> | ||
Die nächste geplante Nutzung des Areals wurde im Dezember [[2018]] bekannt. Zuvor hatte die Stadt Fürth das Grundstück samt Mühlengebäude erworben, um es einer künftigen Bebauung zuführen zu können. So ist von Seiten der Stadt geplant, das [[Heinrich-Schliemann-Gymnasium|Schliemann-Gymnasium]] auf der Freifläche neben der [[Henri-Dunant-Straße]] zu errichten. Allerdings wurde im Zuge dieser Planungen ebenfalls bekannt, dass der aktuelle Wasserkraftwerksbesitzer - die Familie Grimmer aus Hohenkammer/Obb. - den Kauf des Rest-Mühlengebäudes anstrebt, um hier zeitnah ein 4-Sterne-Hotel mit 120 Zimmern zu errichten.<ref>Johannes Alles: Investor plant ein Hotel in der Wolfsgrubermühle. In: Fürther Nachrichten vom 15. Dezember 2018 - [http://www.nordbayern.de/region/fuerth/1.8410983 online]</ref> Die Familie Grimmer besaß bereits Ende der 1980er bis Anfang der 1990er Jahre die Gesamtanlage, veräußerte aber das Mühlengebäude erneut und behielt zunächst nur das Wasserwerk.<ref>E-Mail Verkehr mit Fa. Grimmer vom 26. Dezember 2018 | 17:49 Uhr</ref> Im Jahr 2020 trieb dann die '' | Die nächste geplante Nutzung des Areals wurde im Dezember [[2018]] bekannt. Zuvor hatte die Stadt Fürth das Grundstück samt Mühlengebäude erworben, um es einer künftigen Bebauung zuführen zu können. So ist von Seiten der Stadt geplant, das [[Heinrich-Schliemann-Gymnasium|Schliemann-Gymnasium]] auf der Freifläche neben der [[Henri-Dunant-Straße]] zu errichten. Allerdings wurde im Zuge dieser Planungen ebenfalls bekannt, dass der aktuelle Wasserkraftwerksbesitzer - die Familie Grimmer aus Hohenkammer/Obb. - den Kauf des Rest-Mühlengebäudes anstrebt, um hier zeitnah ein 4-Sterne-Hotel mit 120 Zimmern zu errichten.<ref>Johannes Alles: Investor plant ein Hotel in der Wolfsgrubermühle. In: Fürther Nachrichten vom 15. Dezember 2018 - [http://www.nordbayern.de/region/fuerth/1.8410983 online]</ref> Die Familie Grimmer besaß bereits Ende der 1980er bis Anfang der 1990er Jahre die Gesamtanlage, veräußerte aber das Mühlengebäude erneut und behielt zunächst nur das Wasserwerk.<ref>E-Mail Verkehr mit Fa. Grimmer vom 26. Dezember 2018 | 17:49 Uhr</ref> Im Jahr 2020 trieb dann die ''Wolfsgrubermühle GmbH'' die Planungen und Statikprüfungen voran. Hinter der GmbH stehen dabei die Familie Grimmer, Malte Iversen und Philipp Streng, der sich bereits um die Sanierung der [[Malzböden]] und des Gasthauses [[Grüner Baum]] verdient gemacht hatte. Im Sommer [[2024]] gab die Stadt die Genehmigung des Bauantrages der ''Wolfsgrubermühle Gmbh'' bekannt, der im Prinzip eine Nutzungsänderung des Gebäudes beinhaltet. Somit können, laut Geschäftsführer Thomas Kammerbauer, die ersten Maßnahmen, wie das Einziehen von Zwischendecken oder Hochwasserschutzeinrichtungen, beginnen. Die Pläne sehen inzwischen vor, auf sieben Stockwerken etwa 70 Hotelzimmer zu errichten, dazu im obersten Stockwerk eine ''Skybar'' und im Erdgeschoss ein ebenfalls öffentlich zugängliches Restaurant-Café.<ref>Birgit Heidingsfelder: ''Mühle: Sanierung kann beginnen''. In: Fürther Nachrichten vom 16. September 2024</ref> | ||
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==Beschreibung der Baudenkmäler== | ==Beschreibung der Baudenkmäler== | ||
===Mühle=== | ===Mühle=== | ||
[[Datei:Wolfsgrubermühle Juli 2020 7.jpg|mini|rechts|Wolfsgrubermühle]] | [[Datei:Wolfsgrubermühle Juli 2020 7.jpg|mini|rechts|Wolfsgrubermühle]] | ||
'''Mühlengebäude''' (Wolfsgrubermühle), hoher, dreifach höhengestaffelter Rohbacksteinbau mit Flachdächern und flachem Walmdach mit Kupferaufsatz, Wiederaufbau nach Kriegsschäden<ref>[[Zweiter Weltkrieg|Bombenangriff vom 10./11. August 1943]]</ref>, von [[Richard Kohler]] [[1945]]/47; '''Turbinenhaus''', erdgeschossiger Satteldachbau, von [[Georg Böhner]], [[1912]]/13; '''altes Mühlengebäude''' Mühlstraße 23 (im März 2012 abgerissen), zweigeschossiger traufseitiger Satteldachbau mit Sandsteinerdgeschoss und Fachwerkobergeschoss und -zwerchhaus, Ende 18. oder Anfang 19. Jahrhundert; Teil des Ensembles Altstadt | '''Mühlengebäude''' (Wolfsgrubermühle), hoher, dreifach höhengestaffelter Rohbacksteinbau mit Flachdächern und flachem Walmdach mit Kupferaufsatz, Wiederaufbau nach Kriegsschäden<ref>[[Zweiter Weltkrieg|Bombenangriff vom 10./11. August 1943]]</ref>, von [[Richard Kohler]] [[1945]]/47; '''Turbinenhaus''', erdgeschossiger Satteldachbau, von [[Georg Böhner]], [[1912]]/13; '''altes Mühlengebäude''' Mühlstraße 23 (im März 2012 abgerissen), zweigeschossiger traufseitiger Satteldachbau mit Sandsteinerdgeschoss und Fachwerkobergeschoss und -zwerchhaus, Ende 18. oder Anfang 19. Jahrhundert; Teil des Ensembles Altstadt | ||
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===Wirtschaftsgebäude=== | ===Wirtschaftsgebäude=== | ||
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| | |Bild=Wolfsgruber.jpg | ||
| | |Gebäude=Wolfsgrubermühle | ||
|Straße=Mühlstraße | |||
|Hausnummer=31 | |Hausnummer=31 | ||
|Objekt=Wirtschaftsgebäude der Mühle | |Objekt=Wirtschaftsgebäude der Mühle | ||
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|Baujahr=1737 | |Baujahr=1737 | ||
|Bauherr=Peter Eckart | |Bauherr=Peter Eckart | ||
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|Quellangaben=[http://www.geodaten.bayern.de/denkmal_static_data/externe_denkmalliste/pdf/denkmalliste_merge_563000.pdf BLfD - Denkmalliste Fürth] | |Quellangaben=[http://www.geodaten.bayern.de/denkmal_static_data/externe_denkmalliste/pdf/denkmalliste_merge_563000.pdf BLfD - Denkmalliste Fürth] | ||
}} | }} | ||
Das rechte Nebengebäude der Wolfsgrubermühle, welches die Jahreszahl [[1737]] trägt (zum Teil vermutlich älter), ist ein zweigeschossiges Wirtschaftgebäude aus Sandstein mit einem Hauszeichen über dem Stichbogenportal. Das Müller-Hauszeichen (Mühlrad und Mühlsteinpicke) trägt außer dem Datum die Initialen des Bauherrn [[Peter Eckart]]. Im Innenraum finden sich noch Balkenbohlen- und Spundbohlendecken, im ehem. Mühlraum ist ein mächtiger Unterzug auf drei massiven Rundstützen mit dekorativen Sattelhölzern zu finden.<ref>''Mühlstraße 31''. In: Heinrich Habel: [[Denkmäler in Bayern - Stadt Fürth (Buch)|Denkmäler in Bayern - Stadt Fürth]], Lipp, 1994, S. 294</ref> Unter anderem hatte hier der berühmte Münzmacher Conrad Stutz seine Werkstatt. Der letzte Bewohner wohnte hier bis Ende der 1990er Jahre und hieß Konrad Horsting. | |||
Das Nebengebäude der Wolfsgrubermühle, welches die Jahreszahl [[1737]] trägt (zum Teil vermutlich älter), ist ein zweigeschossiges Wirtschaftgebäude aus Sandstein mit einem Hauszeichen über dem Stichbogenportal. Das Müller-Hauszeichen (Mühlrad und Mühlsteinpicke) trägt außer dem Datum die Initialen des Bauherrn Peter Eckart. Im Innenraum finden sich noch Balkenbohlen- und Spundbohlendecken, im ehem. Mühlraum ist ein mächtiger Unterzug auf drei massiven Rundstützen mit dekorativen Sattelhölzern zu finden. | |||
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===Wohngebäude=== | ===Wohngebäude=== | ||
{{ | {{Faktenbox | ||
| | |Gebäude=Wolfsgrubermühle | ||
| | |Straße=Mühlstraße | ||
|Hausnummer=22 | |Hausnummer=22 | ||
|Objekt=Wohnhaus in Hoflage | |Objekt=Wohnhaus in Hoflage | ||
|AktenNr=D-5-63-000-939 | |AktenNr=D-5-63-000-939 | ||
| | |TeilDesEnsembles=Altstadt Fürth | ||
|Baujahr=1680 | |Baujahr=1680 | ||
|Bauherr=Hans Leonhard Dohr | |Bauherr=Hans Leonhard Dohr | ||
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| | |Ehemals=Nein | ||
| | |DenkmalstatusBesteht=Ja | ||
|Quellangaben=[http://www.geodaten.bayern.de/denkmal_static_data/externe_denkmalliste/pdf/denkmalliste_merge_563000.pdf BLfD - Denkmalliste Fürth] | |Quellangaben=[http://www.geodaten.bayern.de/denkmal_static_data/externe_denkmalliste/pdf/denkmalliste_merge_563000.pdf BLfD - Denkmalliste Fürth] | ||
}} | }} | ||
Zweigeschossiger, giebelständiger und teilweise verputzter Fachwerkbau mit Schleppdach und teilweise mit Sandsteinerdgeschoss, spätes 17. Jahrhundert; Teil des [[Ensemble Altstadt|Ensembles Altstadt]]. | Zweigeschossiger, giebelständiger und teilweise verputzter Fachwerkbau mit Schleppdach und teilweise mit Sandsteinerdgeschoss, spätes 17. Jahrhundert; Teil des [[Ensemble Altstadt|Ensembles Altstadt]]. | ||
Durch Erweiterung nach links wurde die Giebelfront asymmetrisch. Das im späten 17. Jahrhundert durch den Erstbesitzer Hans Leonhard Dohr auf bambergischem Grund erbaute Haus wird um 1700 als große zweigädige<ref>[http://www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemma=zweigaedig altsüddeutsch für zweistöckig]</ref> Behausung genannt, die vorher ein Stadel gewesen sei. Die mächtige Giebelfront schließt eine von der Einmündung der Mühlstraße in den Helmplatz abzweigende Sackgasse ab, den sog. Schermshof, benannt nach der Besitzerfamilie Schirmer in der 2. Hälfte des 18. und 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. | Durch Erweiterung nach links wurde die Giebelfront asymmetrisch. Das im späten 17. Jahrhundert durch den Erstbesitzer [[Hans Leonhard Dohr]] auf bambergischem Grund erbaute Haus wird um 1700 als große zweigädige<ref>[http://www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemma=zweigaedig altsüddeutsch für zweistöckig]</ref> Behausung genannt, die vorher ein Stadel gewesen sei. Die mächtige Giebelfront schließt eine von der Einmündung der Mühlstraße in den Helmplatz abzweigende Sackgasse ab, den sog. Schermshof, benannt nach der Besitzerfamilie Schirmer in der 2. Hälfte des 18. und 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. | ||
{{Abschnittsende}} | |||
=== Bunker Wolfsgrubermühle === | === Bunker Wolfsgrubermühle === | ||
{{ | {{Faktenbox | ||
| | |Gebäude=Bunker Wolfsgrubermühle | ||
| | |Straße=Mühlstraße | ||
|Objekt=Wolfsgrubermühle (Untere Mühle) | |Objekt=Wolfsgrubermühle (Untere Mühle) | ||
|AktenNr=D-5-63-000-940 | |AktenNr=D-5-63-000-940 | ||
|Baujahr=1942 | |Baujahr=1942 | ||
|Bauherr=Michael Wolfsgruber | |Bauherr=Michael Wolfsgruber | ||
| | |Ehemals=Nein | ||
| | |DenkmalstatusBesteht=Ja | ||
|lat=49. | |lat=49.4786732 | ||
|lon=10. | |lon=10.9918965 | ||
}} | }} | ||
[[Bunker Wolfsgrubermühle|Bunker]], kleiner, aus Ziegelsteinmauerwerk errichteter Rundbunker mit flacher Betondecke, wohl 1942/43; nördlich der Mühle. | [[Bunker Wolfsgrubermühle|Bunker]], kleiner, aus Ziegelsteinmauerwerk errichteter Rundbunker mit flacher Betondecke, wohl 1942/43; nördlich der Mühle. | ||
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==Besitzer== | ==Besitzer== | ||
* um 1723: [[Peter Eckart]] | * um 1723: [[Peter Eckart]] | ||
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==Zeitzeugenberichte== | ==Zeitzeugenberichte== | ||
===Das Dieselaggregat=== | ===Das Dieselaggregat=== | ||
''Anfangs der 1960er Jahre war ich Müller in der Wolfsgrubermühle. Immer wenn bei Niedrigwasser die Wasserkraft nicht ausreichte, kam ein Dieselaggregat zum Einsatz, um die Mühle weiter betreiben zu können. Beim Anwerfen des Aggregats ertönte immer ein lauter Knall und während des Betriebs war ein ständiges Geräusch, eine Art Blubbern, zu hören.'' | ''Anfangs der 1960er Jahre war ich Müller in der Wolfsgrubermühle. Immer wenn bei Niedrigwasser die Wasserkraft nicht ausreichte, kam ein Dieselaggregat zum Einsatz, um die Mühle weiter betreiben zu können. Beim Anwerfen des Aggregats ertönte immer ein lauter Knall und während des Betriebs war ein ständiges Geräusch, eine Art Blubbern, zu hören.'' | ||
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* Birgit Heidingsfelder: ''Pegnitzquartier mit langer Promenade?'' In: Fürther Nachrichten vom 15. Mai 2021 (Druckausgabe) | * Birgit Heidingsfelder: ''Pegnitzquartier mit langer Promenade?'' In: Fürther Nachrichten vom 15. Mai 2021 (Druckausgabe) | ||
* hjw: ''Relikte einer verlorenen Zeit''. In: Fürther Nachrichten vom 8. Dezember 2021 (Druckausgabe) | * hjw: ''Relikte einer verlorenen Zeit''. In: Fürther Nachrichten vom 8. Dezember 2021 (Druckausgabe) | ||
* Birgit Heidingsfelder: ''Hotelpläne nehmen Fahrt auf''. In: Fürther Nachrichten vom 14. Juni 2024 (Druckausgabe) | |||
* Birgit Heidingsfelder: ''Mühle: Sanierung kann beginnen''. In: Fürther Nachrichten vom 16. September 2024 (Druckausgabe) | |||
==Siehe auch== | ==Siehe auch== | ||
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==Weblinks== | ==Weblinks== | ||
* Karte mit Hausnummerangabe im [http://geoportal.bayern.de/bayernatlas/?x=4zpdL9BtUNrZBgYsFf2ItrgwlntShicXytEy1cx*THmJlrDLvEXJgXgTmgWD4y8PqnNbaz4bXKCHaREFqVvv0RHoylFLhXyI&X=5482757.50&Y=4427052.25&zoom=14&lang=de&topic=ba&bgLayer=atkis&catalogNodes=122 BayernAtlas] | * Karte mit Hausnummerangabe im [http://geoportal.bayern.de/bayernatlas/?x=4zpdL9BtUNrZBgYsFf2ItrgwlntShicXytEy1cx*THmJlrDLvEXJgXgTmgWD4y8PqnNbaz4bXKCHaREFqVvv0RHoylFLhXyI&X=5482757.50&Y=4427052.25&zoom=14&lang=de&topic=ba&bgLayer=atkis&catalogNodes=122 BayernAtlas] | ||
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[[Kategorie:Mühlen]] | [[Kategorie:Mühlen]] | ||
[[Kategorie:Innenstadt]] | [[Kategorie:Innenstadt]] | ||
[[Kategorie: | [[Kategorie:Gebäude (ehemals)]] | ||
[[Kategorie:erneuerbare Energie]] | [[Kategorie:erneuerbare Energie]] | ||