Kriegsbedingte Einschränkungen 1939-1945: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Bevölkerung war aufgrund der kriegerischen Ereignisse von etlichen Beeinträchtigungen betroffen. Die [[Kriegschronik St. Michael]] von Pfarrer [[Gustav Schmetzer]] gibt ein beredtes Zeugnis.
Die Bevölkerung war aufgrund der Geschehnisse des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] von etlichen '''kriegsbedingten Einschränkungen und Beeinträchtigungen''' betroffen. Die [[Kriegschronik St. Michael]] von Pfarrer [[Gustav Schmetzer]] gibt ein beredtes Zeugnis.


==Abschaffung von Feiertagen und kirchliche Beeinträchtigungen==
==Abschaffung von Feiertagen und kirchliche Beeinträchtigungen==
Bereits 1939 wurde der auf den 19. November 1939 fallende Buß- und Bettag als Werktag erklärt. Das Allerheiligenfest und der Fronleichnamstag wurden 1940 abgeschafft. 1941 verlor dann auch das Himmelfahrtsfest seinen Schutz als gesetzlicher Feiertag.<ref>Schmetzer S. 15</ref>
Auch im Rahmen der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NS-Ideologie]] wurde 1939 der in diesem Jahr auf den 19. November fallende evangelische Buß- und Bettag als Werktag erklärt. Das katholische Allerheiligenfest und der ebenfalls katholische Fronleichnamstag wurden 1940 abgeschafft. 1941 verlor dann auch das Himmelfahrtsfest seinen Schutz als gesetzlicher Feiertag.<ref>Schmetzer S. 15</ref>


Ab 1941 war der Verbrauch von Kerzen untersagt. Bei Weihnachtsfeiern durften Christbaumkerzen nur aus Beständen von Gemeindemitgliedern verwendet werden. Doch auch bei derartigen Stiftungen galt größte Sparsamkeit.<ref>Schmetzer S. 30</ref>
Ab 1941 war der Verbrauch von Kerzen untersagt. Bei Weihnachtsfeiern durften Christbaumkerzen nur aus Beständen von Gemeindemitgliedern verwendet werden. Doch auch bei derartigen Stiftungen galt größte Sparsamkeit.<ref>Schmetzer S. 30</ref>
Aufgrund kriegswichtiger Transporte war der Bahnverkehr sehr eingeschränkt. Die Züge waren alle überfüllt.<ref>ebenda</ref> Wegen der Benzinknappheit waren Buslinien an bestimmten Tagen eingestellt. Seit 1. August 1942 durften Autodroschken nicht mehr für Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen fahren. Alles musste nun zu Fuß geschehen.<ref>ebenda</ref> Das galt auch für Gottesdienste. Der Geistliche, der in Stadeln eingeteilt war,7 musste ebenso zu Fuß dorthin laufen. Seit Dezember 1944 durfte der Abendmahlswein mit Wasser vermischt werden.<ref>Schmetzer S. 34</ref>
Aufgrund kriegswichtiger Transporte war der Bahnverkehr sehr eingeschränkt. Die Züge waren alle überfüllt.<ref>ebenda</ref> Wegen der Benzinknappheit waren Buslinien an bestimmten Tagen eingestellt. Seit 1. August 1942 durften Autodroschken<ref>Eine Autodroschke ist ein veralteter Begriff für ein motorisiertes Fahrzeug, das Personen gegen Entgelt befördert, also ein frühes Taxi.<br />Siehe {{Quelle Wikipedia|Droschke}}</ref> nicht mehr für Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen fahren. Alles musste nun zu Fuß geschehen.<ref>ebenda</ref> Das galt auch für Gottesdienste. Der Geistliche, der in [[Stadeln]] eingeteilt war, musste ebenso zu Fuß dorthin laufen. Seit Dezember 1944 durfte der Abendmahlswein mit Wasser vermischt werden.<ref>Schmetzer S. 34</ref>
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==Bewirtschaftung des Brennmaterials==
==Bewirtschaftung des Brennmaterials==
Der Winter 1939/49 war besonders streng. Da die Reichsbahn mit militärischen Transporten überlastet war, kam es zu Engpässen in der Kohlenbelieferung. Daraufhin wurde Brennmaterial nur auf Kohlenmarken abgegeben, für die man lange anstehen musste. Allerdings gab es auch keine Garantie welches zu erhalten. Oftmals reichte der Vorrat für die Nachfrage nicht aus. Ersatz sollte deswegen durch die Beschlagnahmung von Kohlen in größeren Betrieben erfolgen. Am 22. Februar 1940 wurden auch die Kohlenvorräte der Kirche St. Michael beschlagnahmt.<ref>Schmetzer S. 16</ref> Während des Sommers 1940 wurde dann der Kohleverbrauch geregelt. „''Haushaltungen erhielten je nach Kinderzahl 20 bis 30 Zentner Brennstoff zugewiesen.''“<ref>ebenda</ref>
Der Winter 1939/49 war besonders streng. Da die Reichsbahn mit militärischen Transporten überlastet war, kam es zu Engpässen in der Kohlenbelieferung. Daraufhin wurde Brennmaterial nur auf Kohlenmarken abgegeben, für die man lange anstehen musste. Allerdings gab es auch keine Garantie welches zu erhalten. Oftmals reichte der Vorrat für die Nachfrage nicht aus. Ersatz sollte deswegen durch die Beschlagnahmung von Kohlen in größeren Betrieben erfolgen. Am 22. Februar 1940 wurden auch die Kohlenvorräte der [[Kirche St. Michael]] beschlagnahmt.<ref>Schmetzer S. 16</ref> Während des Sommers 1940 wurde dann der Kohleverbrauch geregelt. „''Haushaltungen erhielten je nach Kinderzahl 20 bis 30 Zentner Brennstoff zugewiesen.''“<ref>ebenda</ref>
Für die Schulen gab es vom 22. Januar bis 4. März 1940 ''Kälteferien''. Der Winter 1942 war wieder sehr streng und „''an manchen Tagen zeigte das Thermometer 20 bis 30 Grad unter Null.''“<ref>Schmetzer S. 29</ref> Kälteferien waren in diesem Jahr vom 26. Januar bis 10. März 1942. Noch schwieriger wurde es nach Kriegsende, da die amerikanischen Besatzungstruppen fast alle Kohlen beanspruchten.<ref> ebenda</ref>
Für die Schulen gab es vom 22. Januar bis 4. März 1940 ''Kälteferien''. Der Winter 1942 war wieder sehr streng und „''an manchen Tagen zeigte das Thermometer 20 bis 30 Grad unter Null.''“<ref>Schmetzer S. 29</ref> Kälteferien waren in diesem Jahr vom 26. Januar bis 10. März 1942. Noch schwieriger wurde es nach Kriegsende, da die [[U.S. Army|US-amerikanischen Besatzungstruppen]] fast alle Kohlen beanspruchten.<ref> ebenda</ref>
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==Sommerzeit und Verdunkelung==
==Sommerzeit und Verdunkelung==
Mit dem [[1. April]] [[1940]] wurde die Sommerzeit eingeführt. Diese Einrichtung galt dann das ganze Jahr und wurde auch nicht mehr geändert.</br>
Mit dem [[1. April]] [[1940]] wurde die Sommerzeit eingeführt. Diese Einrichtung galt dann das ganze Jahr über und wurde auch in den Folgejahren nicht mehr geändert.</br>
Mit Beginn des Krieges musste dann die Verdunkelung durchgeführt werden. Dafür wurden schwarze Stoffe, schwarzes Papier und entsprechende Vorhänge angeboten. Die Verdunkelung richtete sich nach Sonnenuntergang und -aufgang. Die einzuhaltenden Zeiten wurden jede Woche in der Zeitung bekannt gegeben. Mancher Unglücksfall ereignete sich nach der Verdunkelung auf den Straßen. Verdunkelungsverbrechen – also Straftaten, die im Schutze der Dunkelheit verübt wurden – waren mit Todesstrafe bedroht.<ref>Schmetzer S. 17</ref>
Mit Beginn des Krieges musste dann im Rahmen der vorgeschriebenen [[Luftschutzzeichen in Fürth|Luftschutzmaßnahmen]] die Verdunkelung aller Ansiedlungen durchgeführt werden. Dafür wurden schwarze Stoffe, schwarzes Papier und entsprechende Vorhänge angeboten. Die Verdunkelung richtete sich nach Sonnenuntergang und -aufgang. Die einzuhaltenden Zeiten wurden jede Woche in der Zeitung bekannt gegeben. Mancher Unglücksfall ereignete sich nach der Verdunkelung auf den Straßen. Verdunkelungsverbrechen – also Straftaten, die im Schutze der Dunkelheit verübt wurden – waren mit Todesstrafe bedroht.<ref>Schmetzer S. 17</ref>
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==Lebensmittelrationierung==
==Lebensmittelrationierung==
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* [[Metallspende]]
* [[Metallspende]]
* [[Zweiter Weltkrieg]]
* [[Zweiter Weltkrieg]]
* [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NS-Zeit]]
* [[Luftschutzzeichen in Fürth|Luftschutz]]
* [[Kapitulation von Fürth]]


== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==
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[[Kategorie:Geschichte]]
[[Kategorie:Geschichte]]
[[Kategorie: Kriege und Katastrophen]]
[[Kategorie:Kriege und Katastrophen]]
[[Kategorie:Zweiter Weltkrieg]]
[[Kategorie:Zweiter Weltkrieg]]
[[Kategorie:Drittes Reich]]
[[Kategorie:Drittes Reich]]
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