Christuskirche: Unterschied zwischen den Versionen

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''Es sind nur noch wenige Stadelner, die sich an den Bau der Christuskapelle 1927 erinnern können. Zuvor gab es nur einmal im Monat Gelegenheit, einem Gottesdienst in Stadeln beizuwohnen, der im Schulhaus, später das Rathaus, stattgefunden hat. An den restlichen Sonn- und Feiertagen blieb jedem gesunden Bürger - auch Sonntagsschülern und Konfirmanden - nichts anderes übrig, als den einstündigen Fußmarsch nach Fürth in die Michaeliskirche zu bewältigen.''
''Es sind nur noch wenige Stadelner, die sich an den Bau der Christuskapelle 1927 erinnern können. Zuvor gab es nur einmal im Monat Gelegenheit, einem Gottesdienst in Stadeln beizuwohnen, der im Schulhaus, später das Rathaus, stattgefunden hat. An den restlichen Sonn- und Feiertagen blieb jedem gesunden Bürger - auch Sonntagsschülern und Konfirmanden - nichts anderes übrig, als den einstündigen Fußmarsch nach Fürth in die Michaeliskirche zu bewältigen.''


''Nicht jeder hatte damals ein Fahrrad, mit dem man auf der holprigen Schotterstraße die Zeit um die Hälfte verkürzen konnte. Als Fußgänger hat man immer den heutigen Regnitztalweg vorgezogen, der sich als sandiger Fußweg zwischen den [[Wiesengrund|Grundwiesen]] und dem Waldrand bis nach Fürth hinzog. Für das untere Dorf begann Weg am Schusterhäuschen dann durch den Hof von [[Romminggasse 9|Schrems]], der auch jedem sonstigen Spaziergänger offenstand. Die Bewohner des oberen Dorfes verwendeten einen Trampelpfad quer durch den Ulrichswald, der ungefähr in den Fußweg einmündete, wo später der [[Friedhof Stadeln|Stadelner Friedhof]] angelegt wurde. Rechter Hand die [[Regnitz]] mit den vielen [[Wasserschöpfräder in Fürth|Wasserrädern]], die unaufhörlich Wasser in die Wiesen schöpften. Linker Hand der große Wald, der nur mit kurzen Unterbrechungen den ganzen Weg bis zu Gärtnerei Jäger an der Poppenreuther Brücke säumte. Vorbei an einer paradiesisch anmutenden Waldeinbuchtung mit einer kleinen Wiese, aus der mit seinem sauberem Wasser der [[Wäsiggraben]] hervorsprudelte. Die linke Seite von hohen Eichen begrenzt, und das frische Gras mit vielen bunten Blumen bewachsen. Heute ist das Bächlein verrohrt und das Gelände eher abstoßend. Die beschauliche Landschaft und das liebliche Vogelgezwitscher wurde aber sicher beim Unterqueren der [[Regnitztalbrücke|Eisenbahnbrücke]] vom ohrenbetäubenden Lärm eines Zuges gestört. Erst weiter oben, ein Stück entlang der Regnitz, war es wieder still, und man hörte wieder das Rauschen des Wassers und das leise Ächzen der Wasserräder. Unterhalb des Windrades der [[Gartenbau-Siedlung|Gartenbaukolonie]] eine Reihe verträumter Erlen und Gebüsch, bis die Fürther [[Stadtentwässerung|Kläranlage]] der guten Landluft allmählich ein Ende bereitete.''
''Nicht jeder hatte damals ein Fahrrad, mit dem man auf der holprigen Schotterstraße die Zeit um die Hälfte verkürzen konnte. Als Fußgänger hat man immer den heutigen Regnitztalweg vorgezogen, der sich als sandiger Fußweg zwischen den [[Wiesengrund|Grundwiesen]] und dem Waldrand bis nach Fürth hinzog. Für das untere Dorf begann Weg am Schusterhäuschen dann durch den Hof von [[Romminggasse 9|Schrems]], der auch jedem sonstigen Spaziergänger offenstand. Die Bewohner des oberen Dorfes verwendeten einen Trampelpfad quer durch den Ulrichswald, der ungefähr in den Fußweg einmündete, wo später der [[Friedhof Stadeln|Stadelner Friedhof]] angelegt wurde. Rechter Hand die [[Regnitz]] mit den vielen [[Wasserschöpfräder in Fürth|Wasserrädern]], die unaufhörlich Wasser in die Wiesen schöpften. Linker Hand der große Wald, der nur mit kurzen Unterbrechungen den ganzen Weg bis zu Gärtnerei [[Batzenhäusla|Jäger]] an der Poppenreuther Brücke säumte. Vorbei an einer paradiesisch anmutenden Waldeinbuchtung mit einer kleinen Wiese, aus der mit seinem sauberem Wasser der [[Wäsiggraben]] hervorsprudelte. Die linke Seite von hohen Eichen begrenzt, und das frische Gras mit vielen bunten Blumen bewachsen. Heute ist das Bächlein verrohrt und das Gelände eher abstoßend. Die beschauliche Landschaft und das liebliche Vogelgezwitscher wurde aber sicher beim Unterqueren der [[Regnitztalbrücke|Eisenbahnbrücke]] vom ohrenbetäubenden Lärm eines Zuges gestört. Erst weiter oben, ein Stück entlang der Regnitz, war es wieder still, und man hörte wieder das Rauschen des Wassers und das leise Ächzen der Wasserräder. Unterhalb des Windrades der [[Gartenbau-Siedlung|Gartenbaukolonie]] eine Reihe verträumter Erlen und Gebüsch, bis die Fürther [[Stadtentwässerung|Kläranlage]] der guten Landluft allmählich ein Ende bereitete.''


''Das war bisher nur die angenehme Seite, während der Sommerzeit. Es gab damals noch sehr frostige, schneereiche Winter. Die Ränder der Regnitz waren in der Regel bis weit in den Fluss zugefroren und obendrein waren 40 cm Schnee keine Seltenheit. Leider hatte nicht jeder so gutes Schuhwerk, daß die Füße immer trocken blieben.''
''Das war bisher nur die angenehme Seite, während der Sommerzeit. Es gab damals noch sehr frostige, schneereiche Winter. Die Ränder der Regnitz waren in der Regel bis weit in den Fluss zugefroren und obendrein waren 40 cm Schnee keine Seltenheit. Leider hatte nicht jeder so gutes Schuhwerk, daß die Füße immer trocken blieben.''
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