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|AbweichendeNamensform=Engel; Engel-Solomon | |AbweichendeNamensform=Engel; Engel-Solomon | ||
|Geburtsdatum=1926 | |Geburtsdatum=1926 | ||
|Geburtsort=Fürth | |||
|Todesdatum=2023/06/02 | |Todesdatum=2023/06/02 | ||
|Todesort=Fürth | |Todesort=Fürth | ||
|Beruf=Stadtheimatpfleger | |Beruf=Kunsthistorikerin; Professorin; Dozentin; Stadtheimatpfleger | ||
|Friedhof=Städtischer Friedhof | |||
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|Verwandtschaftsgrad=Bruder | |Verwandtschaftsgrad=Bruder | ||
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''' | Dr. '''Dagmar Solomon''', geb. Engel (geb. [[1926]] in [[Fürth]], [[Nathanstift]]; gest. [[2. Juni]] [[2023]] in Fürth)<ref>Claudia Bidner-Wunder: Erster Schrei in der Tannenstraße. In: Fürther Nachrichten vom 23. Februar 2007 - [http://www.nordbayern.de/region/fuerth/erster-schrei-in-der-tannenstrasse-1.763135 online]</ref> war promovierte Kunsthistorikerin, [[Professor]]in in den USA und von [[1984]] bis [[1988]] [[Stadtheimatpfleger]]in in Fürth. Sie war Gründungsmitglied des Fördervereins der [[Jüdisches Museum Franken|Jüdischen Museen in Franken]] und unterrichtete bereits ab [[1973]] u.a. Englisch an den [[Volkshochschule Fürth|Volkshochschulen Fürth]] und Nürnberg. | ||
== Leben == | == Leben und Wirken == | ||
Dagmar Solomon war die Tochter von Hans und Wilhelmine Engel. Ihr Vater galt während des Nationalsozialismus als Gegner des NS-Regimes, weshalb er als Lehrer nach Landershof bei Berching strafversetzt wurde. Nach dem 2. Weltkrieg kehrte er zurück in seine ursprüngliche Funktion, als Rektor an der Schule am Kirchenplatz und blieb dort über 40 Jahre in dieser Position.<ref>Sabine Rempe: 200 Jahre: Geliebte Grundschulzeit am Kirchenplatz. In: Fürther Nachrichten vom 27. Mai 2017 - [http://www.nordbayern.de/region/fuerth/200-jahre-geliebte-grundschulzeit-am-kirchenplatz-1.6175587/kommentare-7.3261651 online]</ref> | Dagmar Solomon war die Tochter von Hans und Wilhelmine Engel. Ihr Vater galt während des Nationalsozialismus als Gegner des NS-Regimes, weshalb er als Lehrer nach Landershof bei Berching strafversetzt wurde. Nach dem 2. Weltkrieg kehrte er zurück in seine ursprüngliche Funktion, als Rektor an der Schule am Kirchenplatz und blieb dort über 40 Jahre in dieser Position.<ref>Sabine Rempe: 200 Jahre: Geliebte Grundschulzeit am Kirchenplatz. In: Fürther Nachrichten vom 27. Mai 2017 - [http://www.nordbayern.de/region/fuerth/200-jahre-geliebte-grundschulzeit-am-kirchenplatz-1.6175587/kommentare-7.3261651 online]</ref> | ||
Ihr Bruder, Dr. Karl-Heinz Engel, (gest. 2008), besuchte das Hardenberg-Gymnasium und studierte in München Maschinenbau. | Ihr Bruder, Dr. Karl-Heinz Engel, (gest. 2008), besuchte das Hardenberg-Gymnasium und studierte in München Maschinenbau. | ||
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Durch die Empfehlung des in Fürth geborenen Kunsthistoriker Prof. Dr. [[Richard Krautheimer]], der ab [[1952]] Architekturgeschichte am Institute of Fine Arts der New York University gelehrt hatte, wurde ihr die Position einer Professorin für Kunstgeschichte an der Universität Texas in Austin vermittelt, wo sie bis [[1971]] lehrte.<ref>Peter Romir: Aufgabe von Dauer - Förderverein Jüdisches Museum feierte Jubiläum. In: Fürther Nachrichten vom 15. April 2013 - [http://www.nordbayern.de/region/fuerth/aufgabe-von-dauer-1.2829968 online]</ref> Von [[1970]] bis 1971 nahm sie unbezahlten Urlaub, um in Italien an der [[Wikipedia:Ausländeruniversität Perugia|Università per Stranieri di Perugia]] zu studieren. | Durch die Empfehlung des in Fürth geborenen Kunsthistoriker Prof. Dr. [[Richard Krautheimer]], der ab [[1952]] Architekturgeschichte am Institute of Fine Arts der New York University gelehrt hatte, wurde ihr die Position einer Professorin für Kunstgeschichte an der Universität Texas in Austin vermittelt, wo sie bis [[1971]] lehrte.<ref>Peter Romir: Aufgabe von Dauer - Förderverein Jüdisches Museum feierte Jubiläum. In: Fürther Nachrichten vom 15. April 2013 - [http://www.nordbayern.de/region/fuerth/aufgabe-von-dauer-1.2829968 online]</ref> Von [[1970]] bis 1971 nahm sie unbezahlten Urlaub, um in Italien an der [[Wikipedia:Ausländeruniversität Perugia|Università per Stranieri di Perugia]] zu studieren. | ||
Bedingt durch das zunehmende Alter ihrer Eltern kehrte Dr. Solomon schließlich Ende 1971 nach Fürth, statt nach Texas, zurück. Ab [[1972]] begann sie an den Volkshochschulen in Fürth und Nürnberg Kurse für Kunstgeschichte und Englisch anzubieten. Diese Lehrtätigkeit | Bedingt durch das zunehmende Alter ihrer Eltern kehrte Dr. Solomon schließlich Ende 1971 nach Fürth, statt nach Texas, zurück. Ab [[1972]] begann sie an den [[Volkshochschule Fürth|Volkshochschulen]] in Fürth und Nürnberg Kurse für Kunstgeschichte und Englisch anzubieten. Diese [[Dozent|Lehrtätigkeit]] übte sie bis ca. [[2019]] aus, neben ihrer ehrenamtlichen Arbeit als Stadtheimatpflegerin der Stadt Fürth. | ||
Lebenslangen Kontakt pflegte sie sowohl mit dem Kunsthistoriker [[ | Lebenslangen Kontakt pflegte sie sowohl mit dem Kunsthistoriker Dr. [[Heinrich Habel]], als auch mit den Nachfahren [[Alfred Nathan]]s. | ||
Am 2. Juni 2023 verstarb Dr. Solomon im Alter von 97 Jahren in Fürth. | Am 2. Juni 2023 verstarb Dr. Dagmar Solomon im Alter von 97 Jahren in Fürth. Sie wurde auf dem Städtischen Friedhof beigesetzt. | ||
== Verdienste == | == Verdienste == | ||
[[Datei:Hauptbahnhof U-Bahnverteiler Kunst.jpg|mini|right|Säule am U-Bahnhof Hauptbahnhof]] | |||
* | [[Datei:100 Geburtstag Nathan IMG 4839.jpg|mini|right|Taufgrotte bzw. Kapelle im Nathanstift]] | ||
* Die Verhinderung des Abrisses der Pfarrscheune zu St. Michael. | Auflistung der Erfolge während Dr. Dagmar Solomons Zeit als [[Stadtheimatpfleger]]in: | ||
* Durch | * Der Erhalt der Villen (Heymann, Eller, Pillenstein etc.) entlang der sog. [[Dr.-Max-Grundig-Anlage|kleinen Freiheit]], die zu Gunsten einer Hochhäuserzeile hätten abgerissen werden sollen. Hier engagierte sich insbesondere der damalige Vorsitzende des [[Kunstbeirat]]es, Prof. Maier, für den Erhalt der Gebäude und dazugehörigen Gärten. | ||
* Die sog. „Taufgrotte“ im Nathanstift wurde | * Die Verhinderung des Abrisses der [[Pfarrhof 1, 3|Pfarrscheune zu St. Michael]]. | ||
* Die Errichtung des | * Durch ihren persönlichen Einsatz wurde die Gestaltung des Vorplatzes zur U-Bahn, im Untergeschoss am [[Hauptbahnhof]], mit der markanten Säule und der aufgesetzten Bronze durch den Fürther Bildhauer [[Gerhard Maisch]] umgesetzt, anstatt einer Terrakottasäule mit einer Verkleidung aus kleinen Steinchen. | ||
* Auf Vorschlag | * Die sog. „Taufgrotte“ im [[Nathanstift]] wurde zur Kapelle/zum Andachtsraum umgewidmet, nachdem diese Räumlichkeit jahrzehntelang eher als Abstellraum genutzt worden war. | ||
* Die Errichtung des [[Dreiherrschaftbrunnen]]s als „Drei-Männlein-Brunnen“ (ebenfalls von Gerhard Maisch) in der [[Fußgängerzone]], der ursprünglich als Brunnen im sog. italienischen Stil hätte gestaltet werden sollen. | |||
* Auf ihren Vorschlag wurden die Bus-Wartehäuschen der [[infra verkehr|infra]]/VAG im Stadtgebiet aus Plexiglas errichtet - statt wie ursprünglich geplant aus Holz. | |||
== Literatur == | == Literatur == | ||
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* ''Die Heimatpflegerin ist zurückgetreten''. In: [[Fürther Nachrichten]] vom 2. April 1988 | * ''Die Heimatpflegerin ist zurückgetreten''. In: [[Fürther Nachrichten]] vom 2. April 1988 | ||
* ''Dank an Zeitzeugin''. In: „gut und sicher wohnen“ 2016/12, Zeitung der [[Wohnungsgenossenschaft Fürth Oberasbach eG|Wohnungsgenossenschaft Fürth Oberasbach eG]], [http://www.wg-fue-oas.de/fileadmin/wg/PDF/AUSGABE_12.pdf online] | * ''Dank an Zeitzeugin''. In: „gut und sicher wohnen“ 2016/12, Zeitung der [[Wohnungsgenossenschaft Fürth Oberasbach eG|Wohnungsgenossenschaft Fürth Oberasbach eG]], [http://www.wg-fue-oas.de/fileadmin/wg/PDF/AUSGABE_12.pdf online] | ||
== Siehe auch == | |||
* [[Volkshochschule Fürth]] | |||
* [[Stadtheimatpfleger]] | |||
* [[Jüdisches Museum Franken]] | |||
== Einzelnachweise == | == Einzelnachweise == | ||
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