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'''Christian Hofmann''' (geb. 10. Dezember | '''Ernst Christian Hofmann''' (geb. [[10. Dezember]] [[1893]] in Fürth<ref name="KB-Tf">Kirchenbücher St. Michael, Taufen 1892–1897, S. 101</ref>; gest. [[8. Oktober]] [[1942]] in Dachau<ref name="Arolsen Archives 00008068300">Auszug aus dem Sterbebuch 1942 des Standesamtes Dachau II, S. 133, Urkundenprüfstelle des Sonderstandesamts Arolsen; Arolsen Archives, Incarceration Documents, Bad Arolsen, Germany; Sign. 00008068300</ref>) war KPD-Mitglied in Fürth, von Beruf Glasschleifer und für kurze Zeit [[Stadtrat]]. Bis zu seiner Verhaftung wohnte er am [[Marktplatz]] 1. | ||
Er kam als sechstes Kind bzw. zweiter Sohn des Schreiners Andreas Hofmann und dessen Ehefrau Elisabetha, geborene Koch zur Welt. Taufpate war der Schreiner Ernst Christian Schlöger sowie stellvertretend die Flaschnersehefrau Elisabetha Zwingel.<ref name="KB-Tf"/> | |||
Von Christian Hofmann ist nur wenig bekannt. Er wurde erstmals am [[1. Februar]] [[1924]] aktenkundig, als er bei der Sittenpolizei angezeigt wurde wegen ''Zusammenlebens mit Wilhelmine Fischer''. Die Anzeige war vermutlich von der ''"Noch-Ehefrau"'' erstattet worden. Am [[5. Februar]] [[1924]] wird Hofmann wegen des sog. ''Konkubinats'' (~Beischlaf) zu 10 Reichsmark bzw. 4 Tagen Haft verurteilt. Die Ehe wird kurz darauf am [[28. Oktober]] [[1924]] geschieden. Aus der Ehe stammen drei Kinder.<ref>Arbeiter_innenwiderstand in Fürth, Begleitbroschüre zum antifaschistischen Stadtrundgang, Fürth 2012, S. 8</ref> | Von Christian Hofmann ist nur wenig bekannt. Er wurde erstmals am [[1. Februar]] [[1924]] aktenkundig, als er bei der Sittenpolizei angezeigt wurde wegen ''Zusammenlebens mit Wilhelmine Fischer''. Die Anzeige war vermutlich von der ''"Noch-Ehefrau"'' erstattet worden. Am [[5. Februar]] [[1924]] wird Hofmann wegen des sog. ''Konkubinats'' (~Beischlaf) zu 10 Reichsmark bzw. 4 Tagen Haft verurteilt. Die Ehe wird kurz darauf am [[28. Oktober]] [[1924]] geschieden. Aus der Ehe stammen drei Kinder.<ref>Arbeiter_innenwiderstand in Fürth, Begleitbroschüre zum antifaschistischen Stadtrundgang, Fürth 2012, S. 8</ref> | ||
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Kurz nach der Machtergreifung der [[NSDAP|Nationalsozialisten]] wurde er mit anderen Kommunisten, Sozialisten und Gewerkschaftlern am [[10. März]] [[1933]] verhaftet und in Schutzhaft genommen. Am [[11. April]] [[1933]] wurde Hofmann nach Dachau überführt, wo er bis zum [[27. September]] [[1939]] in Haft blieb. Am 27. September 1939 erfolgte die Verlegung nach Mauthausen und anschließend am [[18. Februar]] [[1940]] nach Dachau. | Kurz nach der Machtergreifung der [[NSDAP|Nationalsozialisten]] wurde er mit anderen Kommunisten, Sozialisten und Gewerkschaftlern am [[10. März]] [[1933]] verhaftet und in Schutzhaft genommen. Am [[11. April]] [[1933]] wurde Hofmann nach Dachau überführt, wo er bis zum [[27. September]] [[1939]] in Haft blieb. Am 27. September 1939 erfolgte die Verlegung nach Mauthausen und anschließend am [[18. Februar]] [[1940]] nach Dachau. | ||
Aus den Akten geht hervor, dass spätestens ab dem [[2. September]] [[1941]] an Christian Hofmann medizinische Versuche durch den SS-Arzt Dr. Helmut Müllmerstaedt vorgenommen wurden. Dr. Müllmerstaedt war ehemals ein praktizierender Arzt aus Hamburg, der erst in Auschwitz und später in Dachau für die [[NSDAP|Nationalsozialisten]] Experimente an den Gefangenen durchführte. In Dachau war er vor allem damit beschäftigt, neue Methoden der Tötung zu finden. Hierzu verabreichte er den Gefangenen u. a. Benzin oder Wasserstoffperoxid bei vollem Bewusstsein in die Vene oder wahlweise direkt ins Herz.<ref>Auschwitz - Die NS-Medizin und ihre Opfer, Ernst Klee, Fischer Verlag Frankfurt/Main, 1997, S. 33</ref> Bei Hofmann wurde zu ''"Übungszwecken"'' die Schilddrüse entfernt. Am [[8. Oktober]] [[1942]] starb Hofmann an den Folgen der medizinischen Experimente in Dachau. Als offizielle Todesursache | Aus den Akten geht hervor, dass spätestens ab dem [[2. September]] [[1941]] an Christian Hofmann medizinische Versuche durch den SS-Arzt Dr. Helmut Müllmerstaedt vorgenommen wurden. Dr. Müllmerstaedt war ehemals ein praktizierender Arzt aus Hamburg, der erst in Auschwitz und später in Dachau für die [[NSDAP|Nationalsozialisten]] Experimente an den Gefangenen durchführte. In Dachau war er vor allem damit beschäftigt, neue Methoden der Tötung zu finden. Hierzu verabreichte er den Gefangenen u. a. Benzin oder Wasserstoffperoxid bei vollem Bewusstsein in die Vene oder wahlweise direkt ins Herz.<ref>Auschwitz - Die NS-Medizin und ihre Opfer, Ernst Klee, Fischer Verlag Frankfurt/Main, 1997, S. 33</ref> Bei Hofmann wurde zu ''"Übungszwecken"'' die Schilddrüse entfernt. Am [[8. Oktober]] [[1942]] starb Hofmann an den Folgen der medizinischen Experimente in Dachau. Als offizielle Todesursache wurde eine ''"Angina Pectoris"'' (~ Herzerkrankung) angegeben.<ref name="Arolsen Archives 00008068300"/> | ||
== Sonstiges == | == Sonstiges == | ||