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Waldschänke

Waldschänke
Anschrift: An der Waldschänke 1
Telefon: 0911 762642
Eröffnung: 1955
vormals: Wirtschaftsbaracke
Weitere Angaben
Biere: Geismann; Humbser; Patrizier (ehemals); Tucher
Leckerbissen:
Küche: griechisch
Plätze:
Besonderheit:

Die Gaststätte Waldschänke liegt im Fürther Stadtteil Stadeln an der Straße An der Waldschänke 1 (vorher Siedlerstr. 246).


Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Die alte Waldschänke - eine Holzbaracke
 
Postkarte der "neuen" Waldschänke von 1955 noch mit Teilen des ehemaligen Waldbestandes

Die alte „Waldschänke“ war eine Holzbaracke mit zentralem Eingang an der Frontseite mit Mittelgang, ganz hinten die Theke und rechts und links fest gezimmerte Sitzbänke in U-Form und Abtrennung zur nächsten Sitzbank (siehe Foto von 1952). Es waren ca. 10 Sitzbänke auf jeder Seite. Die Baracke war auf Steinen ca. 1 Meter hoch gebaut und musste über eine Treppe von der früheren Siedlerstraße (jetzt An der Waldschänke)/Einmündung Ahornstraße begangen werden. Die Wirtschaft stand nach dem Krieg alleine mitten im Wald, da die Siedlung „Neue Heimat“ erst ab ca. 1947 entstand und vorher das Waldgebiet sich vom ehem. Bahnübergang Fürther Straße (jetzt Unterführung) bis zur Bahnstrecke Nürnberg-Bamberg, Fürther Straße (jetzt Stadelner Hauptstraße) bis zur Firma Gmöhling und weiter hinten bis zur Kronacher Landstraße (jetzt Theodor-Heuss-Straße) erstreckte. Ob die Wirtschaft als Kantine für die Arbeiter, die das Gelände urbar machten, gebaut wurde, ist nicht mehr bekannt. Das Altdorf Stadeln hatte seine Wirtschaften „Kalb“, „Goldener Engel“ und „Am Vacher Bahnhof“, so dass die „Waldschänke“ da uninteressant war. Der erste Wirt bis zum heute noch stehenden Neubau von 1955 war Karl Schindler mit seiner Frau Berta (siehe Foto). Als einer der wenigen hatte er schon kurze Zeit nach dem Krieg ein Auto, einen Opel P 4, Bj. 1937, der leider später in seinen Garten nach einem neuen Gogomobil T 600 verrottete. Nach dem Neubau der Gaststätte 1955 nutzte Schindler eine Baracke direkt neben der neuen Waldschänke noch einige Jahre als Flaschenbierhandlung. Privat wohnte er in einem kleinen Haus an der Östl. Waldringstraße (damals Hs.-Nr. 355), Nähe Eibenstraße an der Bahnlinie. Nach seinem Tod wurde das Wohnhaus Jahre später (1973) durch eine Gasexplosion total zerstört, brannte ab und seine Frau überlebte dieses Unglück nicht.

Die neue „Waldschänke“, wie man sie heute noch kennt, wurde von Konrad Amm 1955 als Wohn- und Geschäftshaus mit großem Garten mit dichtem Nadelholzbestand, der bis zur Fürther Straße ging, erbaut. Neben der Gaststätte war an der Ostseite der Laden der Metzgerei Amm vorhanden. Die Siedlung „Neue Heimat“ war in kürzester Zeit voll entstanden und alle mit der Siedlung neu erstandenen Vereine hatten in der „Waldschänke“ ihren Mittelpunkt. Weitere Wirte in der Folgezeit waren Jupp Metzler, Hermann Amm und Heinrich Amm.

Die heutige „Waldschänke bei Jorgo“ ist seit vielen Jahren schon in bewährten Händen, auf griechische und fränkische Küche spezialisiert und ausgerichtet und setzt die lange Tradition der Gastwirtschaft somit fort.

ZeitzeugenberichteBearbeiten

 
Werbung der Waldschänke mit stilisierter Tanne von 1963

Als Wirt war über lange Zeit Jupp Metzler im Einsatz. Die Familie betrieb auch den „Ritzmannshöfer Bungalow“, eine damalige Topadresse als Nachtclub und später Disco sowie eine Schnapsbrennerei („Ritzipizzi“). Es gab eine „Siedler Kärwa“ vor der Waldschänke, einen legendären Lampion-Umzug der Kinder zum Sommerfest des Siedlervereins, schöne Weihnachtsfeiern mit Verlosung der von den Siedlern selbst gespendeten Losgewinne und tolle „Kappen-Abende“ im Fasching (eine papierene Kapitänsmütze oder orientalischer Fes und man war maskiert). Nicht ganz so mondän wie die legendären Faschingsbälle in der längst abgerissenen Turnhalle, wo mancher auch mit der „Hölle“ (Bar) unter der Bühne Bekanntschaft machte. Diese Art Freizeitgestaltung in einer Zeit mit einer 6-Tage-Arbeitswoche mit mindestens 50 Wochenarbeitsstunden und einer immensen nachkriegsbedingten Aufbauleistung für Jedermann war eine ganz andere und heute schwer erklärbar… Ausgeschenkt wurde Fürther Geismann Bier, eine Spezialität war „Wiener Schnitzel“, wenn´s auch vom Schwein war, und ein Jopa Steckerlas-Eis im Silberpapier kostete 20 Pfennige. Da es in der ganzen Siedlung keine öffentliche Telefonzelle bis zum Neubau der Post in der Ahornstraße gab, war das Telefon der Waldschänke für alle Siedler der telefonische Kontakt in die weite Welt und wurde dafür gerne 'mal an der Gassenschänke nach außen gereicht.[1]

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Zeitzeugenbericht, Archiv FürthWiki e. V., Aktennr. '30'

BilderBearbeiten