Bergstraße

Aus FürthWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Werbemarke Gänsberg.jpg
Reklamemarke Fürth i. B. "Der Gänsberg (Bergstrasse)"
Die Karte wird geladen …

Die Bergstraße war neben der Rednitzstraße eine der Hauptstraßen des Gänsbergviertels in der ehemaligen Altstadt. Sie verlief zwischen der Mohrenstraße und der Rednitzstraße steil bergab. Im Zuge der Flächensanierung wurde das gesamte Areal aufgeschüttet und die ursprünglichen Strukturen aufgelöst. Die Bergstraße ist mit Abstand das meistporträtierte und fotografierte Motiv des ehemaligen Gänsberg.


Auszug aus der Wunschel-Chronik[Bearbeiten]

Die Bergstraße

Die Bezeichnung des heutigen Straßenzuges mit Bergstraße wurde im Jahre 1827 bei der zweiten Nummerierung der Häuser in Fürth eingeführt. Maßgebend für die Wahl wird zweifellos das abschüssige bergige Gelände gewesen sein. Vor dem Jahre 1827 sind drei hauptsächliche Benennungen feststellbar:

  • Gänsberg (Gennsberg, Gensweeg)
  • Gängersberg (Gehensberg, Gehweg, Gängsberg)
  • Badberg

Bei Bergstraße 23 findet sich im Jahre 1616 auch die Lagebezeichnung "bei der Bruckhn". Im Jahre 1651 findet sich für Bergstraße 20 auch die Lagebezeichnung "an das Marggrävliche Gleizhaus stoßent" vor.

Die Besiedlung der Bergstraße scheint wahrscheinlich gegen 1500 herum eingesetzt zu haben. Wenigstens sind Dokumente aus früheren Zeiten bisher nicht bekannt gewesen.

Die ältesten Berichte stammen aus

  • 1500 für Bergstraße 21
  • 1541 für Bergstraße 25
  • 1570 für Bergstraße 20/18
  • 1575 für Bergstraße 13
  • 1576 für Bergstraße 10/12
  • 1587 für Bergstraße 22/24
  • 1591 für Bergstraße 29
  • 1591 für Bergstraße 27
  • 1600 für Bergstraße 17
  • 1600 für Bergstraße 23
  • 1600 für Bergstraße 26
  • 1600 für Bergstraße 28

Einer Überlieferung vom Chronisten Fronmüller nach sollen noch im Jahre 1557 hier Weingärten gewesen sein. Diese Weingärten wurden sehr bald in Baumgärten umgewandelt. Schon im Jahre 1575 wird am Gänsberg ein Baumgarten erwähnt, der früher ein Weinberg war. Diesen Baumgarten erhielt laut Akt 686 "Cunz Romming unter dem 13. April 1575 zu Lehen, nachdem er ihn von Pankraz Wagner erkaufte". Dieser Cunz Romming wurde als damaliger Besitzer von Bergstraße 13 ermittelt. Zwei weitere Baumgärten sind im Salbuch von 1615 wie folgt genannt:

  • Ein Baumgarten am Gensberg zwischen Hannsen Romming und Hannsen Leistner, Amtmann und Erhard Fleischmann’s Veldt gelegen. Besitzer Hanns Romming, später Friederich Romming.
  • Ein Baumgarten, ca. 2 Morgen, am Gensberg, zuvor Hanns Leisner, gewesenen Amtmann Innen gehabt, zwischen Hannsen Roming’s Garten und Hannemann’s Wirths zum roten Rößlein Acker. 1615 Hanns Roming und darauf Friedrich Roming.

Rückwärts gelegen, also ungefähr bei der ehemaligen Rednitzstraße 17, 21, 25, befand sich der Bindersgarten.[1] Noch zu erwähnen ist die Grenzlinie, die vom ehem. Löwenplatz 6 ab bis zu Bergstraße 23 nahezu geradlinig verlief. Bei Bergstraße 17 ist davon die Rede, daß es zwischen Maisenbach (Bergstraße 21) und Hofels Garten (Rednitzstraße) gelegen.

Nach dem Wortlaut der neu confirmierten domprobsteilichen Gemeind Ordnung von 1652, die Fürth jedoch nicht anerkannte (lt. Akt 289) war

damals der Gängernsberg oder sogennante Gänßberg noch mit keinen Häusern bebaut gewesen.

Nun müßte man ohne weiteres annehmen, daß durch dieses amtliche Dokument erwiesen sei, daß die Bergstraße um 1652 wirklich noch unbebaut war. Das kann aber nur bedingt richtig sein. Eingangs dieser Ausführungen ist angegeben, für welche Häuser an der Bergstraße bereits ältere Aufzeichnungen vorliegen. Dabei kann unterstellt werden, daß den damaligen Machthabern der Domprobstei bekannt war, daß an der Bergstraße im Jahre 1652 schon Häuser standen. Denn das Unbekanntsein dieser Tatsache hätte sich zu Ungunsten von Bamberg im Jahre 1717 ausgewirkt. Also kann damit nur der obere Teil der Bergstraße bis zum Löwenplatz gemeint gewesen sein. Denn Bergstraße 10/12 wird zu jener Zeit noch als hinten an den Gleitsgarten stoßend bezeichnet. Außerdem ist nach dem Akt 930 der Gleitsgarten im Jahre 1672 zu bebauen vorgesehen:

1672 Decretum uf Herrn Kammerrath Eiselein Bericht und Vorschlag, Erbauung etlicher Häuser in den Glaitsgarten zu Fürth - eine Fundstelle ist nicht angegeben.

Die alten nachweisbaren Häuser werden wohl abweichend von ihrer ehemaligen Form und Lage bestanden haben. Aus diesem Grunde unterblieb auch deren genaue Skizzierung in dem Plane; die Lage wurde nur andeutungsweise gemacht. Größtenteils wird man sich die Häuser als Bestandteile landwirtschaftlichen Besitzes denken müssen. Das eine oder das andere Häuslein oder diese oder jene Behausung, wie damals fast durchgängig die Bezeichnung in den Salbüchern üblich war, waren wohl in der Hauptsache einst Bestandteile eines Köblersgutes oder eines Bauernhofes. Zu spärlich sind die Unterlagen hierfür. Gewöhnlich bestanden die damaligen Siedlungen aus mehreren Gebäulichkeiten, die im Laufe der Jahre, sei es aus familiären Gründen, sei es durch Rückgang der landwirtschaftlichen Benutzung zertrümmert in andere Hände übergingen und sich so als selbständige Behausungen formten.

Zusammengenommen betrachtet, war demnach die Besiedlung der Bergstraße und der angrenzenden Rednitzstraße um 1600 eine lockere, bedingt durch die landwirtschaftliche Nutzung. Fürth war eben zu jener Zeit noch ein Dorf.

Hinter dem Glaitshaus bey dem Birnbaum, den ich auf Befelch des von Selbitz, gewesenen Amtmanns von Cadolzbürg, in anno 1604 wieder machen lassen, stand ein Gattern, ist im Akt 283 auf Seite 805 festgehalten.

Wichtige Gebäude und Baudenkmäler[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Anmerkung: Vgl. Salbuch 1615

Bilder[Bearbeiten]