Ensemble Ehem. US-Offizierssiedlung Dambach

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US-amerikanische Vorstadt authentisch bis zum Briefkasten - mitten in Fürth: Dambach-Housing-Area

Ensemble Ehem. US-Offizierssiedlung Dambach (Aktennummer E-5-63-000-10).


Entstehung[Bearbeiten]

Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde auch die Stadt Fürth von amerikanischen Truppen besetzt. Mehrere Tausend Soldaten wurden zunächst in öffentlichen aber auch vielen privaten Einrichtungen untergebracht. Spätestens mit den zunehmenden Ost-West-Konflikten und den Folgen des Korea-Kriegs zeichnete sich ab, dass die Soldaten für längere Zeit in Deutschland bleiben würden. Um den Wohnungsmarkt zu entlasten, wurden für die Soldaten in den frühen 1950er Jahren dann eigene Siedlungen geplant. Während die Soldaten und ihre Familien vor allem in der 1955 entstandenen Kalbsiedlung ein neues Zuhause fanden, wurde in Dambach die Offizierssiedlung errichtet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die am Stadtrand, nahe beim namensgebenden Vorort Dambach gelegene Siedlung (engl. Dambach Housing Area) für amerikanische Stabsoffiziere und Oberste bildet ein typisches Beispiel des Siedlungsbaus der fünfziger Jahre. Die Wohnanlage wurde im Auftrag der Regierung von Mittelfranken unter Aufsicht des Finanzbauamts Nürnberg von dem Frankfurter Architekten Franz C. Throll im Jahre 1954 entworfen und bis 1959 ausgeführt. Erschlossen wird sie von drei geschwungenen Straßenzügen.

Beethoven- und Haydnstraße bilden eine Schlaufe aus. Um ein Rondell mit einem ehemaligen Wasserbassin werden im Norden die Haydn- und Brahmsstraße zusammengeführt. Entlang der Straßenzüge, inmitten einer weiträumigen, gemeinschaftlichen, parkartigen Grünfläche sind, oftmals schräg zueinander versetzt, zwei Typen von insgesamt 44 Wohnhäusern angeordnet. Zur günstigen Belichtung besitzen sie größtenteils Nord-Süd-Orientierung. Es handelt sich durchgängig um zweigeschossige, traufständige Häuser mit giebelseitigem, außen liegendem Kamin und flachem Satteldach. Entweder sind es Doppelhäuser für die Stabsoffiziere mit rückwärtigem Balkon und einer Autounterfahrt oder Einfamilienhäuser für die Obersten mit einem Garagenanbau. Diese elf Einfamilienhäuser befinden sich im Norden der Siedlung.

Sämtliche Häuser sind stark durchfenstert, rückwärtig mit dreiteiligen Türfenstern zur Terrasse. Der Eingang wird durch ein schlichtes, trapezförmiges Vordach markiert. Die seitlich an den Doppelhäusern angebrachten Autounterfahrten werden aus einer flachen Betondecke gebildet, die von schlanken Rundstützen aus Stahl getragen wird. Die Wärmeversorgung der Siedlung erfolgte über eine Trafostation.

Erhaltung[Bearbeiten]

Mit ihrem ganz anderen Wohnungsbaukonzept der Offenheit und Transparenz wollten die Amerikaner auch ihre demokratische Gesellschaftsordnung zum Ausdruck bringen. Als sie 1995 diese Siedlung räumten, wurde sie vom Landesamt für Denkmalpflege unter Denkmalschutz gestellt und von der Stadt Fürth eine Erhaltungssatzung erlassen. Sie verbietet Einfriedungen wie Holzlattenzäune, Jägerzäune und Mauern und erlaubt hinter den Häusern zur Grundstücksabgrenzung nur Maschendrahtzäune in 1,20 Metern Höhe, gestattet keine neuen Garagen und kein Zubauen der offenen Carports und für die Hecken in den Freiflächen im hinteren Bereich nur eine maximale Höhe von 1,5 Metern.[1]

Gebäude und Eingrenzung dieses Ensembles[Bearbeiten]

Einzeldenkmäler dieses Ensembles[Bearbeiten]

Es existieren keine Einzeldenkmäler in diesem Ensemble.

Achtung, auch Gebäude welche nicht als Einzeldenkmäler gelistet sind, können dem Denkmalensemble angehören und unter Ensembleschutz stehen!

Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Barbara Ohm: Durch Fürth geführt, Band 2 - Die Stadt jenseits der Flüsse. VKA Verlag Fürth, 2005, 3-9807080-0-4, S. 182.