Johann Georg Bauer

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Johann Georg Bauer, Pfarrer in Poppenreuth von 1801 - 1831

Im Jahr 2006 wurde des Jubiläums der 200-jährigen Zugehörigkeit Frankens zu Bayern – nicht zuletzt mit einer Sonderausstellung im Museum für Industriekultur in Nürnberg[1] – gedacht. In der Amtszeit Pfarrer Johann Georg Bauers traf dieses Schicksal auch die Poppenreuther Kirchengemeinde, allerdings auf Raten. Die Napoleonischen Heerzüge hatten nicht nur die Kriegsläufte hierher gebracht. Mit der Begründung der Evangelischen Landeskirche wurde Poppenreuth nun königlich-bayerische Pfarrei. In Bauers Amtszeit kam auch der junge Fürther Wilhelm Löhe noch vor seiner Vikarszeit zu seinem ersten Predigteinsatz in Peter und Paul.

Nach den napoleonischen Wirren wird Poppenreuth bayerisch

Bauers Amtszeit in Poppenreuth währte 30 Jahre. Ein halbes Jahr vor seinem Dienstantritt – am Hl. Abend 1800 – hatten sich französische Truppen und kaiserliche heftige Kämpfe diesseits und jenseits der Rednitz geliefert. In fast jedem Poppenreuther Haus waren um die 50 Mann einquartiert. In Folge dieser ganzen napoleonischen Umwälzungen wurde das Fürstentum Ansbach an Bayern angegliedert und Poppenreuth hatte mit Maximilian Joseph seinen ersten bayrischen Landesvater. Poppenreuth war damit seit 1806 bayerisch. Das Fürstentum Bayreuth gehörte erst ab 1809 zur Krone Bayerns. Damit wurden die Kirchorte der Pfarrei St. Peter und Paul wie Schnepfenreuth, Höfles, Braunsbach, Sack und Bislohe erst zu diesem Zeitpunkt bayerisch.[2]

Im Zuge der Konfessionspolitik Montgelas, Minister und Schöpfer des modernen Bayerns, kam es zur Gründung der Evangelischen Bayerischen Landeskirche. Diese Organisation stimmte mit den Territorialgrenzen Bayerns überein. Johann Georg Bauer war königlich-bayerischer Pfarrherr geworden.

Als solcher beging er auch mit seiner Gemeinde 1817 das 300. Jubiläum des Thesenanschlages von Martin Luther. Während die Burschenschaften zum Wartburgfest riefen und auch der Völkerschlacht bei Leipzig gedachten, kann Bauer bei dem Gedenkgottesdienst in St. Peter und Paul 440 Personen das Hl. Abendmahl austeilen (wie sein Vikar Paulus Ewald - Verfasser der „Geschichte der Pfarrei Poppenreuth“ - in seinem Werk festhält).[3]

Erster Predigtauftritt Wilhelm Löhes

Der jugendliche Wilhelm Löhe als Vikar

Aus Bauers Amtszeit ist außerdem der erste Predigtauftritt von Wilhelm Löhe, dem späteren Gründervater der Diakonissenanstalt Neuendettelsau, berichtenswert. Löhe war bei dem Ereignis noch Student der Theologie in Erlangen. Allerdings ist von ihm auch bekannt, dass er nicht gerade ein Freund häufigen Predigens während der Studienzeit war. Er bestieg die Kanzel in der Ausbildungszeit eben nur so oft, als es ihm unbedingt nötig erschien - also wahrscheinlich eher selten ...
Den Sonntag nach Weihnachten 1828 und die Kanzel in Poppenreuth hatte er für seine allererste Predigt erkoren. Predigttext war Hebräerbrief 13,8: „Jesus Christus gestern, heute und in Ewigkeit derselbe“. Löhe soll gewissenhaft vorbereitet gewesen sein und mit dem Studium des Textes schon drei Wochen vorher begonnen haben. Die Predigt ist leider nicht überliefert – dagegen aber die Begleitumstände – und die waren nicht gerade rosig: Wilhelm Löhe litt an heftigen Zahnschmerzen. Doch die Predigt geschah „ohne Stocken, noch Angst bei stiller Versammlung“, wie der Chronist vermerkt.

Heute trägt das abstrakt gestaltete, verkürzte Chorfenster von Joachim Dorn neben der Kanzel an der Chorsüdwand den Hebräerbrief-Vers als Titel.

Im Jahr darauf – 1829 – stiftete der Wetzendorfer Johann Sippel für die Kirche ein Messingkreuz. Es findet sich heute auf dem Sakristeialtar wieder.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Landesausstellung: 200 Jahre Franken in Bayern im Internet
  2. Ewald Paulus: Geschichte der Pfarrei Poppenreuth - von den ältesten Zeiten bis jetzt; Nürnberg 1831; Seite 66
  3. Ewald Paulus: Geschichte der Pfarrei Poppenreuth - von den ältesten Zeiten bis jetzt; Nürnberg 1831; Seite 67

Bilder