Justus Rösner

Aus FürthWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Justus Rösner (geb. 3. Februar 1590 in Nürnberg; gest. 2. Januar 1658 in Nürnberg) war während des Dreißigjährigen Krieges Pfarrer in Poppenreuth. Rösner war zweimal verheiratet. Die erste Ehefrau war Barbara Rösner, geb. Rehe (gest. 1624), die er am 30. April 1617 heiratete. Aus dieser Ehe gingen sechs Töchter hervor. Nach dem Tod der ersten Frau heiratete Rösner 1625 erneut, dieses Mal Apollonia Hübner, mit der ebenfalls sechs Kinder bekam, wovon nur ein Sohn und drei Töchter die Geburt überlebten.[1]

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Justus Rösner kam im Februar 1590 in Nürnberg auf die Welt. Er besuchte zunächst die damalige Trivial-Schule bei St. Egidien und wechselte anschließend an die Schule bei St. Lorenz und an die Universität Altdorf. Seine Studienzeit endete mit einem zweijährigen Aufenthalt in Wittenberg, die er mit "großen Fleiß zubrachte."[2]

Seine erste Pfarrstelle bekam Rösner am 28. März 1617 in Igensdorf bei Forchheim. Die Pfarrstelle hatte er bis zum Wechsel nach Poppenreuth fast 12 Jahre inne, ehe der Wechsel 1628 erfolgte.

1628 trat Justus Rösner die Pfarrstelle Poppenreuth an. Da war zwar der Dreißigjährige Krieg schon zehn Jahre im Gange, doch die Kriegsereignisse spitzten sich in der Kirchengemeinde erst 1631 mit dem Aufzug des kaiserlichen Generals Aldringen zu. Auch der Ort Poppenreuth musste sieben Reiterkompanien unterbringen. Die Einwohner flüchteten in die nahen Wälder. Pfarrer Rösner begab sich mit seiner schwangeren Frau und vier Töchtern nach Gostenhof.[3]

Dort hatte sein Schwager ein kleines Gartenhaus. Bereits 1621 hatte der Rat der Stadt Nürnberg wegen der drohenden Kriegsgefahr beschlossen, den Gostenhof zu umschanzen.

Nach dem Abzug Aldringens kamen die Dorfbewohner zurück und Rösner konnte am 12. Sonntag nach Trinitatis (im August 1631) den ersten Gottesdienst in der Kirche halten. Doch bereits im November rückte Tilly mit einem Heer heran. Seine Besatzung war noch ärger als die von Aldringen. Tillys Soldaten schreckten nicht davor zurück auch Kirchen zu plündern. Rösner suchte diesmal Zuflucht bei seinem Schwager Wolf Hiebner auf dem Rossmarkt (heute im Gebiet Adlerstraße in Nürnberg). Zuvor hatte er alle Habseligkeiten - wie auch die übrigen Bewohner - in der Kirche eingelagert. Das Exil dauerte zwei Monate.

Als der Pfarrer am 4. Januar 1632 nach Poppenreuth zurückkam, fand er folgerichtig nichts mehr vor. Ende Februar 1632 hauste Tilly schon wieder in der Gegend, auf dem Rückmarsch von der Oberpfalz nach Bamberg. Diesmal dauerte die Flucht vier Wochen.

Nach der Schlacht an der Alten Veste zu Zirndorf zwischen Gustav Adolf und Wallenstein im Spätsommer des gleichen Jahres äscherte Wallenstein sämtliche Orte der Umgebung ein – darunter auch Poppenreuth. Heute gibt es in dem Ort kein Bauwerk, außer dem Kirchengebäude, das vor dieser Epoche erstellt wurde.

Rösner verwaltete während der Kriegszeiten auch das Pfarramt in St. Johannis und blieb daraufhin gleich in Nürnberg. Am 14. Dezember 1632 wechselte er endgültig nach Nürnberg und wurde zur Lichtmess (2. Februar 1633) mit der neuen Pfarrstelle betraut.

Am 2. Januar 1658 starb Rösner als Senior Capituli (= Ältester der Kirchenverwaltung/Ältester des Kapitels) im Alter von 61 Jahren kurz vor seinem Geburtstag in Nürnberg. Er wurde am Johannisfriedhof beerdigt. Sein Grab findet sich in der Nähe der Holzschuherkapelle.

Aus der Epoche vor den kriegerischen Ereignissen des Dreißigjährigen Krieges hat sich der älteste Abendmahlskelch Poppenreuths erhalten. Er stammt von 1629. Auf ihm ist der Name Justus Rösner eingraviert.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Portraitsammlung der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, online abgerufen am 18. März 2017 | 0:34 Uhr - online abrufbar
  2. Andreas Würfel: Lebensbeschreibungen aller Herren Geistlichen, welche in der Reichs-Stadt Nürnberg seit der Reformation Lutheri, gedienet. Nürnberg, 1756 - online abrufbar
  3. Paulus Ewald: Geschichte der Pfarrei Poppenreuth - von den ältesten Zeiten bis jetzt. Nürnberg, 1831, Seite 49

Bilder[Bearbeiten]