Königstraße 139

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Winklersche Villa A6731.jpg
Die Winklersche Villa, ehem. Pfarrhaus um 1900.
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Zweigeschossiger traufseitiger Sandsteinquaderbau mit Satteldach, einem flachem Mittelrisalit mit Flachgiebel und einem rustiziertem Erdgeschoss und Konsoltraufgesims. An der südlichen Giebelseite befindet sich ein erdgeschossiger Portal- und Terrassenvorbau mit Rundbogenportal und Gusseisensäulen in Neurenaissance mit spätklassizistischen Anklängen.


Geschichte des Gebäudes

Es handelt sich hierbei um die ehem. "Winklersche Villa", benannt nach dem Kommerzienrat und Spiegelfabrikanten Johann Paul Winkler (1852 - 1915).

Ursprünglich befand sich auf dem Grundstück ein reizvolles klassizistisches Gartenhaus (mit Blick auf das Pegnitztal), welches 1831 von Johann Heinrich Jordan nach den Entwürfen des kgl. Baubezirks-Verwesers[1] Erdinger errichtet wurde. Bauherr und Eigentümer des Gartenhauses war der Kaufmann Johann Wilhelm Seidel.

Das bestehende Gartenhaus ließ der Kaufmann Ludwig Engelmann (?) 1875 in ein villenartiges Wohnhaus erweitern und umbauen, auch in Fortsetzung der klassizistischen Traufhausreihe an der Ostseite der Königstraße. 1886 verkaufte Engelmann die Villa an den Spiegelfabrikanten Winkler, der es im Inneren opulent neu ausstatten ließ.

1927 erwarb die katholische Kirchenverwaltung die sog. "Winklersche Villa", und nutze diese fortan als Pfarrhaus für die kath. Liebfrauenkirche, das zuvor (1854 - 1927) in der Königstraße 113 angesiedelt war.

Nachdem das Gebäude von der Kirchenverwaltung aufgegeben wurde, stand es einige Jahre leer. Im Jahr 2014 kaufte das Juwelierhaus Kuhnle, welches auch Eigentümer des Nachbargrundstücks ist, das Gebäude.

Inneneinrichtung

Nach Habel stellen die noch erhaltenen Innenräume mit weitgehend originaler Möblierung (Stand 1994) ein "höchst bemerkenswertes, in dieser Geschlossenheit selten gewordenes Beispiel großbürgerlicher Wohnkultur des späten Historismus." Die Beschreibung des Innern lautet wie folgt: "Den mittleren Längsflur von der prächtigen Haustür her schlitß eine reiche Neurenaissancetür mit Uhrengiebel ab. Straßenseitig im Erdgeschoss drei Repräsentationsräume, im jetzigen Amtszimmer klassizisierende Stuckedecke, einfache Vertäfelung mit Jugendstil-Schnitzdekor und Heizungsgitter, im großen Salon prächtige Vertäfelung, Gobelins imitierende Tapeten und Schnitzdecke, im Speisesaal reicher Neurokoko-Stuck an Wänden und Decke, Kamin mit Spiegel darüber, über der Tür zum Gang Halbkreissupraporte mit Relief dreier spielender Kinder. Zweiläufige Treppe mit dekorativen Eisengußstäben, am Anfänger Bronzefigur mit Lampenträgerin, Neurenaissance-Wohnungstüren mit Ätzverglasung. Im Obergeschoß Wohnräume mit Stuckdecken, im Mittelraum drei Supraporten mit weiblichen Reliefbüsten."

Private Business Club

Im Jahr 2014 kaufte der Juwelier Christoph Kuhnle das Anwesen und plant einen Umbau der denkmalgeschützten Villa. Nach eigenen Angaben soll ein sog. "Privat Business Club" in den Räumen entstehen, der den Mitgliedern des Clubs eine perfekt ausgestattete Rückzugsmöglichkeit anbietet als "Büro für konzentriertes Arbeiten, Salons für Geschäftstreffen im repräsentativen Rahmen, Kaminzimmer für entspannte Lektüre und gepflegte Gespräche, einen Saal für Veranstaltungen und Feste und eine Lounge für komfortable, kleine Pausen. Samt einem Service, der es Ihnen einfach macht, sich wohl zu fühlen."[2] Nach eigenen Angaben sind zu den bestehenden 500qm Nutzfläche durch einen Anbau weitere 450 qm geplant. Hinzu kommen sollen ein Wintergarten mit großer Terrasse zum Park, ein Bar mit Weinkeller und Restaurant, eine Bankett-Etage mit Showküche und weitere Tagungs- und Meetingsräume.[3] Die Umbaumaßnahmen sind für das Jahr 2015 vorgesehen. Der Zugang zur Villa ist jedoch ausschließlich den Club Mitgliedern vorbehalten, der allg. Öffentlichkeit wird der Zutritt verwehrt.

Literatur

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Anmerkung: Verweser = Der Begriff Verweser (ahd. firwesan „jemandes Stelle vertreten“) bezeichnet einen Vertreter im weitesten Sinne, insbesondere in staatlichen Spitzenämtern. Im Schweizerischen steht ein Verweser auch für einen nicht-schulischen Lehrer, der fachübergreifend gebildet ist, sowie für den Stellvertreter eines ordentlich gewählten Pfarrers. Aus: Wikipedia, abgerufen 21. Februar 2015 | 18:16 Uhr
  2. Homepage: Private Business Club online abrufbar
  3. Homepage: Private Business Club online abrufbar

Bilder