Mohren-Apotheke

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Die heutige Mohren-Apotheke befindet sich in der Königstraße 82 und ist die älteste, erhaltene Apotheke in Fürth mit historischer Inneneinrichtung.

Die Mohren-Apotheke in der Mohrenstraße[Bearbeiten]

  • 1717 firmierte unter diesem Namen die Apotheke des Moyses Löw, die im Vetterplan von 1717 unter der Nummer „176 dompröpstische Neue Häuser“ vermerkt ist als: Moyses Löw Juden Apotheck [1]. Dessen Apotheke trug den Namen "Mohrenapotheke" [2] und wurde nach dem Tode des Moyses Löw von dessen Sohn
  • 1723 Moyses Samuel (und seinem Stiefvater Joseph Engel) weiter betrieben [2].
  • 1738 Moyses Samuel alleiniger Apothekeninhaber [2]
  • 1790 Kayla Hirsch, die Tochter des Moyses Samuel erbt das Anwesen [2]
  • 1797 Isaac Hirsch, Apotheker. Die Mohren-Apotheke hatte seit 1792, nachdem die Fürther Häuser einheitlich durchnummeriert worden waren, nun die Adresse Haus Nr. 394 in der Mohrenstraße [2], der späteren Mohrenstraße 12. Die Apothekengerechtigkeit wurde im Grundakt sonderlich erwähnt.
  • 1797 Paul Tobias Burger [2]
  • 1803 Konrad Christoph Burger [2] [3] 1807: Conrad Christoph Burger (damalige Adresse: "Hinter der Armen- und Waisenschule", Haus-Nr. 394)
  • 1809 Friedrich August Meier [2] Er gab den Apothekenbau in der Mohrenstraße 394 auf und zog mit dem Namen Mohren-Apotheke in die Königstraße 82 [4] [5].

Die Mohren-Apotheke in der Königstraße[Bearbeiten]

In einem Adressbuch von 1838 wird berichtet, dass die Apotheke "zu Anfang des vorigen Jahrhunderts" gegründet worden sei.[6] Schwammberger nennt als Gründungsjahr 1714.[7] Beide Hinweise dürften sich auf die Apotheke in der Königstraße beziehen.

  • 1717 wird jedenfalls bereits beim ältesten Grundriss-Plan von Fürth ein "Kienlein Apotheker" genannt und zwar beim Haus Nr. 13 hinter dem Brandenburger Haus [8]. Dessen Apotheke wird aber nicht mit Mohren-Apotheke bezeichnet, sondern trug den Namen Neue Apotheke [9].
  • 1819: Johann Friedrich August Meier (auch: Mayer) hat die Apotheke der Familie Alt übernommen und ist offensichtlich mit dem Firmennamen Mohren-Apotheke von seiner alten Apotheke in der Mohrenstraße 394 (danach Mohrenstraße 12) in die Königstraße 82 umgezogen [10].
  • 1828 bis mind. 1836: Johann Friedrich August Meier[11]
Anzeige im Fürther Tagblatt, 1.6. 1868
Initialen "HR" für Hertlein Richard im Zwerchhausgiebel
  • 1838: Johann Friedrich August Mayers Witwe/Pächter: Friedrich Eugen Felix Nopitsch (bis 1842)
  • 1842: Johanna Mayer, Apothekers-Witwe[12]
  • 1846: (Carl) Eduard Meier
  • bis 1867: Eduard Mayer starb am 17. Dezember 1867 an Typhus [13]
  • ab 1868: Sebastian Hertlein
am 23. September 1872 erkannte seine Majestät der König die Apothekerswitwe Sophie von Hertlein, geb. Will, als adelig an und verlieh ihr erblich das Adels-Bestätigungsdiplom [14]
am 29. Oktober 1894 gab Sebastian Hertlein das Gesuch ein, die Verlegung der von ihm bisher auf Hs. No. 82 der Königstraße betriebenen Mohrenapotheke mit realer Apothekergerechtsame in einen Neubau zu gestatten welchen er auf dem von ihm gekauften Bauplatz an der Ecke der Blumen und Hirschenstraße in Fürth zu errichten gedenkt. [15] Nachdem der Besitzer der Hirschenapotheke, Ernst Rattelmüller, bei der Regierung eine Gegenvorstellung am 1. November 1894 einreichte, wurde auf Beschluss der Königl. Regierung von Mittelfranken, Kammer des Innern, ausgefertigt am 26. Januar 1895 das Gesuch des Apothekers Sebastian Hertlein in Fürth um die Erlaubnis zur Transferirung der bisher in Hs. No. 82 der Königstraße betriebenen Mohrenapotheke mit realer Apothekergerechtsame in einen Neubau am Kreuzungspunkte der Blumen- und Hirschenstraße in Fürth abgewiesen.
  • 1899 Richard Hertlein [16]
  • 1901 wurde an selber Stelle ein repräsentativer Neubau von dem Richard Hertlein errichtet. Die Initialen "HR" auf dem Giebel an der Frontseite weisen darauf hin.
    Zuvor stand "noch der alte Bau auf dem jetzigen Platze, nur kleiner". In der Mohrenapotheke damals, beim alten Sebastian Hertlein, traf sich täglich die Mehrzahl der Fürther Ärzte; das Apothekerstübchen wurde spöttisch "Ärztekammer" getauft.[17]
  • 1910: Theodor Mizler [18]
  • 1938: Adolf Strehl [19]
  • 1954: Otmar Warmuth [20]
  • Hans-Georg Zirbs
  • 2004: Maria Gonzalez-Sanchez ist seitdem Inhaberin der Mohren-Apotheke

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dieses Haus trug ab 1860 die Nummer Mohrenstraße 12 und stand in etwa an der Stelle, wo nach der Gänsbergrenovierung die Fahrbahn vor der heutigen Mohrenstraße 6 verläuft. Moyses Löw war ein Sohn des jüdischen Arztes Jehuda Löb/Löw ben Benjamin, der sich um 1640 in Fürth mit der Löwen-Apotheke niedergelassen hatte
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 2,7 siehe Gottlieb Wunschel: Alt-Fürth, 1940, zu Mohrenstraße 12. Wunschel zitiert dabei nach dem Salbuch von 1700, Seite 181 und dem Nachweis, dass dieses Haus zwischen 1690 und 1700 von Moyses Löb/Löw neu erbaut und als Apotheke eingerichtet wurde. In dem Grundakt 395, Seite 1 kommt erstmalig für diesen Bau der Begriff Mohren-Apotheke vor.
  3. Adolf Schwammberger führt ihn als Apotheker noch einmal gesondert auf: Fürth von A bis Z. Ein Geschichtslexikon. Fürth: Selbstverlag der Stadt Fürth, 1968, S. 26.
  4. siehe Gottlieb Wunschel: Alt-Fürth, 1940, zu Königstraße 82. Dort war die Neue Apotheke frei geworden. Wunschel führt dort nach den Köhnleins (im Vetterplan Kienlein) - Christoph Georg 1714 und Martin Christoph 1748 - den Johann Andreas Alt 1777. dessen Witwe Margaretha 1800 und dessen Tochter Susanna Maria Eva Zehelein, gab. Alt 1817 auf.
  5. siehe auch August Gebessler: Stadt und Landkreis Fürth, 1963, S. 44
  6. Theodor Wilhelm Christian Martius: "Addreßbuch sämmtlicher Apothekenbesitzer in Bayern: diesseits u. jenseits des Rheins", Erlangen, 1838, S. 62. online-Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek
  7. Apotheken. In: Adolf Schwammberger: Fürth von A bis Z. Ein Geschichtslexikon. Fürth: Selbstverlag der Stadt Fürth, 1968, S. 26; allerdings ohne jeglichen Nachweis und meint vermutlich die neue Apotheke in der Königstraße 82.
  8. also im Jahr 2020 der Königstraße 82
  9. siehe Gottlieb Wunschel: Alt-Fürth, 1940, zu Königstraße 82.
  10. Stadtarchiv Fürth, AGr. 5 / 730, Gesuch des Apothekers Theodor Mizler um Erlaubnis zum Betriebe der Mohrenapotheke dahier; die Akte beginnt mit Abschriften älterer Vorgänge:
    15. März 1819: Das Königl. Baieri. Kreis- und Stadt. Gericht Fürth beurkundet hiemit, daß vor demselben am 15. Merz 1819 zwischen [1.] Susanna Maria Eva Zehelein, geborene Alt unter Assistenz ihres Ehemannes, des Apothekers Friedrich Adam Zehelein, und dem [2.] Apotheker Friedrich August Meier der nachstehende Kaufvertrag über das Wohnhaus No. 290 abgeschlossen worden ist. Actum Fürth den 15 März 1819 Der Ladung vom 10. l. Mts. gemaes erscheinen 1. [s.o.] unter Assistenz ihres Ehemannes des Apothekers Friedrich Adam Zehelein, 2. [s.o.] und geben, gewarnt vor Simulation, Wucher und Betrug nachstehenden Kaufvertrag zu Protokoll.
    Susanna Maria Eva Zehelein verkauft das ihr eigentümlich zugehörige Wohnhaus Nr. 290. Dann die in demselben angebrachte Officin sammt darin befindlichen Materialien und Utensilien an den Apotheker Friedrich August Meier um einen Kaufschilling von Eilf Tausend Gulden - dann …
    Hypothekenschein: Das in dem Gerichtsbezirk des kgl. Kreis- und Stadtgerichts zu Fürth gelegene Wohnhaus Nr. 290 hat die Apothekers Wittwe Margaretha Alt auf das am 12. Novbr. 1815 erfolgte Ableben ihres Mannes, des Vorbesitzers laut Dokument vom 8. Febr. 1806 in Besitz überkommen und titulus für dieselbe eingetragen ex Decr. vom 8. ejusdem mens. et anni. Auf dem am 12. Juli 1817 erfolgtes Absterben ererbte solches deren einzige Tochter, Susanna Maria Eva verehelichte Apotheker Zehelein und wurde als Besitzerin eingetragen ex Decr. v. 25. April 1818. Von derselben erkaufte solches der Apotheker August Friedrich Maier am 15. März 1819 um 11110 fl. und wurde als Besitzer eingetragen, vermoege Beschluss vom 16. August 1820.
  11. "Adreßbuch der Kaufleute & Fabrikanten von ganz Deutschland...", 1828, S. 136 online
  12. "Fürther Tagblatt" vom 2. Nov. 1842
  13. Fronmüllerchronik, 1887, S. 349
  14. Regierungs-Blatt für das Königreich Bayern, Teil 2, S. 2454 - online verfügbar
  15. Stadtarchiv Fürth, AGr. 5 / 731, Verlegung der Mohrenapotheke von der Königsstraße an die Ecke der Blumen- und Hirschenstraße 1894-1895
  16. Stadtarchiv Fürth, AGr. 5 / 732, Gesuch des Apothekers Richard Hertlein um Erlaubnis zum Betriebe der Mohrenapotheke dahier 1898-1901, 1910; Bescheid der Reg. v. Mfr, K. d. I. vom 20. Februar1899 (Beschluss vom 17.02.): Dem approbierten Pharmazeuten Richard Hertlein aus Fürth wird die Erlaubniß zur Ausübung der auf dem Anwesen Hs.-No. 41, nunmehr No. 82 der Königsstraße in Fürth ruhenden realen Apothekergerechtsame ertheilt.
    Laut Urkunde … vom 22. Dezember 1898 … hat der bisherige Besitzer der Mohren-Apotheke in Fürth, Apotheker Sebastian Hertlein, sein Anwesen bestehend aus … an seinen Sohn, den approbierten Pharmazeuten Richard Hertlein verkauft. In derselben notariellen Urkunde und ferner in einer Zuschrift an die k. Regierung von Mittelfranken vom 22. Dezember 1898 hat Sebastian Hertlein auf die ihm durch Bescheid der k. Regierung von Mittelfranken, Kammer des Innern, vom 6. Mai 1868 No. 10346 ertheilte Konzession zu Betriebe der genannten Apotheke verzichtet.
  17. Dr. Emil Stark: "Aus den Lebenserinnerungen des ersten Fürther Stadtarztes Dr. Johann Emil Friedrich Stark", Fürther Heimatblätter 1968, 2/3, S. 25
  18. siehe Stadtarchiv Fürth, AGr. 5 / 730, Gesuch des Apothekers Theodor Mizler um Erlaubnis zum Betriebe der Mohrenapotheke dahier; darin Protokoll vom 11.Dezember 1909:
    Herr Apotheker Richard Hertlein wohnhaft dahier Königsstraße No. 82 bringt vor: Laut des übergebenen Kaufvertrages vom 22. November 1909 habe ich mein Apothekenanwesen an Herrn Apotheker Theodor Mizler in Nürnberg verkauft. Ich verzichte hiermit auf die mir mit Regierungsbescheid vom 17./20. Februar 1899 erteilte Konzession zur Ausübung der auf Hs. No. 82 der Königsstraße in Fürth ruhenden realen Apothekengerechtsame für den Fall der Genehmigung des Gesuches des Herrn Apotheker Theodor Mizler.
    Im Bescheid Bescheid der k. Regierung von Mittelfranken, Kammer des Innern vom 15. Januar 1910 wurde dem Apotheker Theodor Mizler in Fürth die nachgesuchte Konzession erteilt.
  19. siehe Stadtarchiv Fürth, AGr. 5 / 730, Gesuch des Apothekers Theodor Mizler um Erlaubnis zum Betriebe der Mohrenapotheke dahier; darin Protokoll vom 26. April 1938, Staatsministerium des Innern: Die Bewilligung zum Betriebe der auf einem Realrecht beruhenden Mohrenapotheke in Fürth wird dem Apotheker Adolf Strehl in Fürth erteilt.
  20. mit Bescheid der Regierung von Mittelfranken vom 31.Mai 1954 wird dem Apotheker Otmar Warmuth die Bewilligung zur Fortführung der Mohren-Apotheke in Fürth i. Bay im Einvernehmen mit dem Regierungsmedizinalausschuß erteilt.

Bilder[Bearbeiten]