Mohrenstraße 6

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Mohrenstraße 6 5.jpg
Mohrenstraße 6, 2018
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Wohnhaus, dreiflügeliger Gebäudekomplex um Innenhof, zweigeschossiger Westflügel mit Fachwerk und Satteldach, dreigeschossiger Südflügel mit Frackdach, Sandsteinmauerwerk und verschiefertem Fachwerkobergeschossen- und giebel, zweigeschossiger Ostflügel mit Satteldach, Sandsteinmauerwerk und Fachwerkaufzugsgaube, 17./18. Jahrhundert; Teil des Ensembles Altstadt.[1]


Beschreibung[Bearbeiten]

Dreiflügliges malerisches Wohnhaus, zwei- bis dreigeschossig, Sandstein und Fachwerk, z. T. verschiefert, Aufzugserker im Osten, 17./18. Jahrhundert. Der mit drei Flügeln einen kleinen Hof mit Laubengang umschließende Gebäudekomplex gehörte ursprünglich zu Königstraße 70, an der er rückseitig grenzt. Der Ostflügel massiv, die Südseite in Fachwerk, z. T. aufgestockt und verschiefert, der Westflügel in Fachwerk, z. T. aufgestockt und verschiefert, der Westflügel in Fachwerk mit steinernem Fuß. Im Ostteil ist vom 1. Stock an eine hölzerne Spindeltreppe erhalten. Der lange unbewohnte Komplex wurde 1989/90 saniert und zu Altenwohnungen umgebaut.[2]

Betrachtet man den Situationsplan der Königstraße 70, dann fällt die Gesamtlage der Anwesen Königsstraße 64, 66, 68, 70 und Mohrenstraße 6, 8 und 10 auf. Dieser Lageplan und die Grenzen dieser Anwesen lassen die Vermutung aufkommen, dass es sich bei diesem Gebäudekomplex um einen einstigen Hof handeln kann, der mit dem Conz Winterschmidt’schen Hof ein Gesamtgebilde war. Welches Gebäude von den beiden Anwesen Nummer 64 und 66 als das ursprüngliche zu bezeichnen ist, ist schwer. Der Größe nach könnte dies Königsstraße 64 sein. Es kann aber ebenso gut Königsstraße 66 als das ursprüngliche Haus bezeichnet werden. Ein Problem, das zu lösen der Spezialforschung vorbehalten bleiben muss.

Beschreibung nach Gebessler[Bearbeiten]

Zweigeschossiges Eckhaus an der Theaterstraße, zwei Flügel, unregelmäßiger Baukörper.17.Jh. Sandsteinquader. Acht zu fünf Obergeschoßfenster, davon die Fenster an der Stirnseite des Südflügels mit Karniesprofilgewände. Südflügel einhüftig erhöht und verschiefert (ebenso das Obergeschoß). An der Theaterstraße aufgesetzter Aufzugserker aus der Bauzeit mit geschnitzt gerahmter Stichbogenöffnung (jetzt Fenster) und bemerkenswert reich profiliertem Traufgesims. Geschäfteinbauten.[3]

Sonstiges[Bearbeiten]

Am Rand des Altstadt-Sanierungsgebietes gelegen, bietet das Gebäude Mohrenstraße 6 einen der wenigen Bezugspunkte zum alten Gänsbergviertel. Es ist, trotz der Flächensanierung, erhalten geblieben und bildet einen Großteil des Straßenzugs der Bella-Rosenkranz-Straße auf der Westseite ab.

Alte Hausnummern[Bearbeiten]

Ursprünglich trug das Haus als Teil eines großen Anwesens, heute aus Mohrenstraße 6 und Königstraße 70 bestehend, die Nummer 295 und zählte zur alten Rosengasse.[4] Das Gebäude hatte vor der Neunummerierung von 1890 die Adresse Mohrenstraße 13.[5]

Eigentümer[6][Bearbeiten]

  • 1650: Paulus Salomon
  • 1651: Hieronymus De Vene
  • Michel Simon, Faktor
  • 1752: Philipp Simon als Sohn
  • 1764: Joel Löb Bamberger
  • 1802: Johann und Anna Margareta Lechner; Baderseheleute
  • 1840: Johann Lechner; Goldpapierfabrikant und Distriktvorsteher 7. Distrikt (laut Adressbuch 1819 für Hausnummer 295)
  • 1851: Eva Maria Müller; "Folienmachers-Frau" (laut Adressbuch 1846 für Hausnummer 295, neu Hausnummer 38 des 1. Hauptdistrikts, Königstraße)
  • 1867: Balthasar Müller; Buntpapierfabr. (laut Adressbuch 1859)
  • 1880: Johann Michael Stößel; Wirt (laut Adressbuch 1886)
  • 1890: Kaspar Brunner; Wirt (laut Adressbücher 1889, 1890, 1891, 1893)
  • 1900: Friedrich Schuh; Gastwirt (laut Adressbücher 1895, 1896, 1899, 1901, 1903, 1905, 1931)
  • Ferdinand Schuh; Gastwirt, später Priv. (laut Adressbücher 1907, 1909, 1911, 1913)
  • 1930: Michael Niedermann; Wirt
  • Grüner-Bräu AG (laut Adressbuch 1972)

Friseur[Bearbeiten]

Herrenfriseurgeschäft Jos Pladek, Whg. Gustavstraße 63 (laut Adressbuch 1972)

Süßkramladen[Bearbeiten]

Seit 2014 befindet sich im Erdgeschoss der Mohrenstraße 6 - Eingang Bella-Rosenkranz-Straße - der Süßkramladen Fürth, in dem Beate Ludwig und Petra von Schwanenflug ihre Liebe zu britischem Gebäck und außergewöhnlichen Geschenkideen der Kundschaft zeigen und zum Verkauf anbieten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Otto Schmitz: Die Tucher in Fürth und ihre Hintersassen. In: Fürther Geschichtsblätter, Ausgabe 2/2021, S. 63 - 73

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Denkmalliste
  2. Denkmäler in Bayern - Stadt Fürth, S.156
  3. Stadt und Landkreis Fürth / Kurzinventar von August Gebessler, 1963, S. 44
  4. Eger, Johann Gottfried: Taschen- und Adreßhandbuch von Fürth im Königreich Bayern, 1819, S. 18, 35
  5. Übersicht über die am 1. Januar 1890 in Geltung tretende Neu-Nummerierung der Gebäude zu Fürth. Druck und Verlag Albrecht Schröder, Fürth 1889, S. 27
  6. Quelle bei Jahreszahlangabe am Zeilenanfang: Die Fürther Häuserchronik "Alt Fürth" von Gottlieb Wunschel in Abschrift von Lothar Berthold, 6. Band, Abschnitt E, S. 310

Bilder[Bearbeiten]

Höfefest 2018 Dieser Artikel war Thema beim Fürther Höfefest vom 21. - 22. Juli 2018. Unter dem Titel "200 Jahre an einem Wochenende" bot die Veranstaltung Einblick in mehr als 50 Fürther Höfe, davon 20 als Themenhöfe mit einem geschichtlichen Thema.