Moritz Saalheimer

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Moritz Saalheimer (geb. 2. März 1888 in Steinberg - Krs. Burkardroth in Unterfranken; gest. 9. Februar 1963 in Cardiff Wales UK) war ein jüdischer Händler in Fürth. Saalheimer war verheiratet mit Gretel Saalheimer, aus der Ehe ging eine Tochter hervor (Lorle Fraser, 23. Februar 1922 in Fürth; gest.).

Saalheimer erwarb Mitte der 1920er Jahre die Spielwarenfabrik Johann Hammerer, nur kurze Zeit später übernahm er ebenfalls die Kartonagenfabrik von Herrmann Gutmann, der diese zuvor von Johann Kühlmann erworben hatte. 1926 wird das Unternehmen erstmals unter den Namen "Hammerer & Kühlwein" im Adressbuch und Handelsregister ausgewiesen, Inhaber Moritz Saalheimer.

Saalheimer baut das Geschäft aus und investiert in einen neuen Standort in Nürnberg. Durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten sieht sich Saalheimer gezwungen seine Firma zu verkaufen, da eine Arisierung droht. Der Verkauf erfolgt an zwei seiner eigenen Mitarbeiter zu einem von der Arisierungskammer festgelegten Summe von 40.000 RM, was lediglich 1/10 des tatsächlichen Kaufpreises entsprach. Auch dieses Geld erhielt Saalheimer nicht, da der Kaufpreis von denen neuen Eigentümern auf ein Sperrkonto der NSDAP Gauleitung eingezahlt werden musste. Saalheimer gelang 1938 die Flucht nach London (England) zu seinem Bruder Adolf Saalheimer.

Nach dem 2. Weltkrieg nimmt Saalheimer Kontakt zu den beiden ehemaligen Mitarbeitern auf. Im Rahmen der Wiedergutmachung erhält Saalheimer von den beiden Eigentümern 40.000 Mark Entschädigung. Die Verhandlungen schienen einvernehmlich stattgefunden zu haben, da im Anschluss Saalheimer als Im- und Exporteur der Spielwaren weiterhin Geschäfte mit dem Fürther Spielwarenhersteller betrieb.

Moritz Saalheimer kehrt nicht mehr nach Fürth zurück, sondern bleibt nach dem Krieg in England. Dort verstirbt er 1963 im Alter von 74 Jahren.

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