Stadelner Hauptstraße 79

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Gästehaus Kalb Stadeln 1993.jpg
Gästehaus Kalb im Jahr 1993
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Zweigeschossiger, verputzter Sandsteinbau mit Satteldach, verputztem Fachwerkgiebel an der Ostseite und Westgiebel mit Eckvoluten und Muschelbekrönung, Anfang 18. Jahrhundert. Das Haus ist durch einen Anbau im Norden und einem neuen Putz und einer Erdgeschossverkleidung stark verändert worden. Nach A. Gebeßler ist der Straßengiebel einer verputztes Fachwerk, das Erdgeschoss und der Westgiebel aus Sandstein.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Wirtshaus entstand spätestens 1723 aus einer Zapfwirtschaft, d.h. einem Bäcker, der neben Brotverkauf auch das Recht zum Bierzapfen hatte. Heute noch wird gelegentlich der Begriff Zapfenwirt verwandt. Laut Urkataster ist das Anwesen ein Viertelhof mit realer Tafern- und Bäckergerechtigkeit mit der Haus-Nr. 10 1833 "beim Kalb", da dieser Viertelshof seit 1753 von einem Georg Kalb bewirtschaftet wurde. Er stammte aus Hüttendorf und hatte die Tochter seines Besitzvorgängers Joh. Schultheiß geheiratet.[1] 1851 kaufte Johann Kalb das Anwesen.[2] In der Karte von Stadeln von etwa 1800 hat das Haus die Nummer 10. Noch heute befindet sich hier das Gästehaus Kalb.

Lohbauersche Land-Chronik[Bearbeiten]

Die Glasschleife in Vach war die erste Fabrik in Bayern, in welcher von dem Optiker Paul Kalb von hier (Stadeln) die ersten Brillengläser geschliffen wurden. Derselbe erhielt wegen seiner Geschicklichkeit von der bayerischen Regierung das Privilegium zum Verschleiß seiner Fabrikate auf 6 Jahre. Vorher betrieb er sein Geschäft und machte seine Versuche im Schleifen von optischen Gläsern mit einer Handmaschine in seinem elterlichen Hause Nr. 10 dahier. Er trieb nebenbei auch die Feldmeßkunst; leider starb er zu bald an Geisteskrankheit.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Harald Hoffmann und Vereinskartell Stadeln: Festschrift 700 Jahre Stadeln, 1996

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Werner Sprung: Die Geschichte der Gemeinde Stadeln. In: Fürther Heimatblätter, 1961/1, S.23
  2. Heinrich Habel: Denkmäler in Bayern - Stadt Fürth, S. 470
  3. Land-Chronik, Fürth 1892, S. 358

Bilder[Bearbeiten]