Würzburger Straße

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BenennungDatumBenanntNach
Frankfurter Landstraße
Würzburger Straße9 Mai 1889

Die Würzburger Straße ist eine Straße in den Fürther Stadtteilen Innenstadt, Hard, Hardhöhe und Burgfarrnbach. Sie ist die längste Straße in der Stadt Fürth. Vor dem Bau der A 3 und der Südwesttangente war die Würzburger Straße als Reichs-, später Bundesstraße 8 die Hauptverbindung nach Frankfurt am Main und hieß bis zum 9. Mai 1889 noch "Frankfurter Landstraße".


Verlauf[Bearbeiten]

Sie beginnt unweit der Stadthalle an der Maxbrücke und behält ihren Namen bis zur Stadtgrenze hinter Burgfarrnbach bei. Ab der Einmündung der Kapellenstraße wird sie zur B 8. Zwischen Billinganlage und Pfeiferstraße ist die Würzburger Straße nur Richtung Innenstadt befahrbar, in Richtung Hardhöhe verläuft die B 8 über die Hochstraße. Nach Durchquerung der Hardhöhe geht die B 8 in die Südwesttangente über, und die Würzburger Straße wird bis zum Kapellenplatz in Burgfarrnbach zur Kreisstraße FÜs 2. Die Würzburger Straße durchquert als Hauptstraße den Stadtteil Burgfarrnbach. Wo die Straße schließlich das Stadtgebiet in Richtung Seukendorf verlässt, ist mit dem „Ballpark“ der Fürth Pirates die Hausnummer 700 erreicht.[1] Ab der Stadtgrenze wird die Würzburger Straße dann "Alte B 8" genannt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der alte Bohlenweg der Würzburger Straße in Burgfarrnbach, 2023

Die Würzburger Straße ist Teil eines alten Handels- und Pilgerweges, der einst Fürth mit Frankfurt am Main und darüber hinaus verband. Daher ergab sich auch die Bezeichnung Frankfurter Landstraße. Den Weg gab es wohl schon mindestens seit dem 16. Jahrhundert. Um 1760 wurde der Weg massiv ausgebaut. Das Sand-Lehm-Gemisch wurde verdichtet, darauf kamen eine Kiesschicht und Rundhölzer. Sie sollten für mehr Stabilität sorgen und Unebenheiten ausgleichen. Bei archäologischen Untersuchungen im Jahr 2023 in Burgfarrnbach wurden die Hölzer auf knapp 100 Metern freigelegt.[2] Die erstellten Profile ergaben, dass die Bohlen von Kiefern aus der Gegend wohl im Winter 1768 oder 1769 bzw. im Frühjahr 1773 gefällt wurden. Um diese Zeit herum dürfte die Straße ausgebaut worden sein. Auf die Hölzer wurde später noch ein Pflaster aus Sandstein aufgebracht. Aus Quellen lässt sich herauslesen, dass sich um 1790 die Postreiter über den schlechten Zustand des Wegs beschwerten. Womöglich gab Karl August von Hardenberg als leitender Minister selbst die Anweisung, die Straße auszubauen. Schließlich galt es, den wichtigen Postverkehr aufrecht zu erhalten, der seit dem 16. Jahrhundert auf der Route unterwegs war. Im Abschnitt in Burgfarrnbach befand sich eine Relaisstation, an der die Gespanne gewechselt wurden. Davon zeugt noch heute die alte Posthalterei im Zentrum des Ortes. Lange war dort das Gasthaus „Zur Post“ beheimatet.[3]

Später als Reichsstraße 8 verlief die Würzburger Straße von der Hardhöhe zuerst in einer weiten S-Kurve hinab in den Farrnbachgrund und schließlich nach Burgfarrnbach hinein. Sie verließ auf Höhe der Freifläche zwischen dem heutigen "Obi"-Standort und dem Lager der "Norma" die Trasse der heutigen Würzburger Straße und kreuzte die Straße Am Kieselbühl etwa 50 m südlich der heutigen Wilhelmshavener Straße, querte den Farrnbachgrund, überbrückte den Bach und traf in Höhe des Drosselwegs auf die heutige Geißäckerstraße, die heute die folgende Trasse "übernommen" hat. Die Reichsstraße unterquerte schließlich die Bahnstrecke Nürnberg - Würzburg und erreichte damit Burgfarrnbach.

Entlang der Straße zwischen der alten steinernen Brücke über die Farrnbach bis zum Kieselbühl standen früher alte Ulmen. Es waren über 150 prächtige Bäume, die alle noch zur Markgrafenzeit, also vor 1792, als Alleebäume angepflanzt wurden. Die Kunde, Napoleon hätte die Bepflanzung der Straße veranlasst, ist nur Legende. Diese Alleebäume fielen restlos dem Ulmensterben zum Opfer. In diesem Bereich war früher die Nachtigall häufig.[4]

An dieser Trasse stand auch bis in die späten Neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts ein Steinkreuz. Nach Aufgabe der Strecke verschwand es zunächst in Vegetation, ehe es an die heutige Trasse (an der Kreuzung Würzburger Str./Am Kieselbühl) versetzt und zwischenzeitlich restauriert wurde. Der heutige Straßenverlauf zwischen Hardhöhe und Burgfarrnbach besteht erst seit 1970, damals allerdings noch zweispurig.

Die Reste dieser "alten Würzburger Straße" sind heute nicht besonders schwer zu finden. Die Kreuzung der Straße "Am Kieselbühl" existiert bis heute (wenn auch der stadteinwärtige Teil inzwischen mit einem Spielplatz überbaut ist) und auch auf der westlichen Kanalseite sind zwischen Kanal und Geißäckerstraße noch immer einige hundert Meter der alten Straße - als Radweg und Kanalzubringer - erhalten. Hier zweigt auch die - inzwischen ebenfalls getrennte - Graf-Pückler-Limpurg-Straße ab. Auch auf Luftbildern ist der Trassenverlauf anhand von Baumreihen noch ohne Schwierigkeiten nachvollziehbar.

Mit dem Bau des Main-Donau-Kanals wurde die Würzburger Straße - wie auch weitere Straßenverbindungen - unterbrochen und so wurde die neue Trasse weiter südlich geschaffen. Diese war als Ersatz und gleichzeitig Umgehungsstrecke geplant worden und zunächst zweispurig. Aus dieser Zeit stammt auch die etwas kurios wirkende - weil teils zweispurige - Abbiegekurve vor der Kreuzung "Am Sportboothafen". Der vierspurige Ausbau zwischen der Hardhöhe und der Kreuzung zum Sportboothafen wurde am 14. Juli 1972 eingeweiht.

Seit dem Herbst 2023 wird die Würzburger Straße in Burgfarrnbach zwischen dem Kapellenplatz und dem Ortsausgang hinter der Geißäckerstraße in mehreren Bauphasen erneuert und ausgebaut. Die Bushaltestellen werden neu gestaltet und die Fahrbahn wird teilweise mit Rad- oder Schutzstreifen versehen.[5] Bei den Bauarbeiten wurden die archäologisch relevanten Überreste eines Bohlenwegs aus Holz unter der Asphaltdecke gefunden, die aktuell von Denkmalpflegeexperten untersucht werden. Bisher wurden etwa Hundert Meter des Holzweges freigelegt.[2] Es wird davon ausgegangen, dass dieser Weg im späten Mittelalter oder in der frühen Neuzeit entstanden ist und es sich hierbei um einen Teilabschnitt der Reichsstraße zwischen den Freien Reichsstädten Frankfurt am Main und Nürnberg gehandelt hat.

Frühere Bezeichnungen[6][Bearbeiten]

  • Würzburger Landstraße
  • Frankfurterstraße
  • Frankfurter Landstraße
  • Farrnbacherstraße

Bedeutsame Gebäude & Baudenkmäler[Bearbeiten]

Bei der folgenden Aufstellung bitte Sortierung beachten! (Sortierschlüssel richtet sich nach der ersten Zahl, d. h. Hausnummer 488 kommt vor Hausnummer 5 etc.)

Literatur[Bearbeiten]

Lokalberichterstattung[Bearbeiten]

  • Birgit Heidingsfelder: Suche nach Blindgängern bremst Baustelle aus. In: Fürther Nachrichten vom 24. November 2017 (Druckausgabe) bzw. nordbayern.de vom 26. November 2018 - online
  • Johannes Alles: Spiegelsäule kommt an die Würzburger Straße. In: Fürther Nachrichten vom 22. Oktober 2018 (Druckausgabe) bzw. Johannes Alles: Fürth: Spiegelsäule kommt an die Würzburger Straße. In: nordbayern.de vom 23. Oktober 2018 - online
  • Wolfgang Händel: Saturn-Kreuzung bleibt heikles Terrain. In: Fürther Nachrichten vom 5. Juni 2019 (Druckausgabe) bzw. Ampel defekt: Saturn-Kreuzung bleibt heikles Terrain. In: nordbayern.de vom 4. Juni 2019 - online
  • Armin Leberzammer: Würzburger Straße: Neue Fahrradbrücke ist kaum möglich. In: Fürther Nachrichten vom 23. Oktober 2021 (Druckausgabe) bzw. Würzburger Straße: Neue Fürther Fahrradbrücke ist kaum möglich. In: nordbayern.de vom 25. Oktober 2021 - online
  • Armin Leberzammer: Würzburger Straße wird runderneuert, in: Fürther Nachrichten vom 5. August 2022 (Druckausgabe) bzw. Fürth investiert vier Millionen: Würzburger Straße wird runderneuert In: nordbayern.de NN+ vom 7. August 2022 - online abrufbar (Bezahlschranke)
  • vnp: Burgfarrnbach: Sanierungsmarathon beginnt. In: Fürther Nachrichten vom 12. August 2023 (Druckausgabe)
  • Gwendolyn Kuhn: Archäologische Funde: Wie alt ist die Route? In: Fürther Nachrichten vom 8. November 2023 (Druckausgabe)
  • Gwendolyn Kuhn: Neue Funde am alten Bohlenweg In: Fürther Nachrichten vom 16. November 2023 (Druckausgabe)
  • Gwendolyn Kuhn: Alter Handelsweg: Das erzählen die Fundstücke In: Fürther Nachrichten vom 30. November 2023 (Druckausgabe)
  • Gwendolyn Kuhn: 100 Meter freigelegt. Bauarbeiter machen sensationellen Fund in Fürth: Historischer Geheimweg aufgetaucht. In: Fürther Nachrichten vom 17. November 2023 - online, aufgerufen am 10. Dezember 2023
  • Gwendolyn Kuhn: Bald verschwindet er wieder. Noch gut zu erkennen: Bauarbeiter stoßen in Fürth auf archäologischen Fund. In: nordbayern.de vom 10. November 2023 - online abrufbar (Bezahlschranke), aufgerufen am 10. Dezember 2023

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Baseballclub Fürth Pirates 1988 e.V., Kontakt, aufgerufen am 10. Dezember 2023
  2. 2,0 2,1 Gwendolyn Kuhn: 100 Meter freigelegt. Bauarbeiter machen sensationellen Fund in Fürth: Historischer Geheimweg aufgetaucht. In: Fürther Nachrichten vom 17. November 2023 - online, aufgerufen am 10. Dezember 2023
  3. Gwendolyn Kuhn: Alter Handelsweg: Das erzählen die Fundstücke In: Fürther Nachrichten vom 30. November 2023
  4. Karl Albert, Jakob Sandhöfer: Die Schulen in Burgfarrnbach/Burg- und Unterfarrnbach, Teil I und II (Buch), S. 137/138
  5. Armin Leberzammer: Würzburger Straße wird runderneuert, in: Fürther Nachrichten vom 5. August 2022
  6. laut Wunschel-Häuserchronik

Videos[Bearbeiten]


Fahrt mit Bus von Fürth nach Großgründlach 1973, vom 30. September 2014, 1803stoffel, aufgerufen am 9. Dezember 2023


Seltene Entdeckung: Früherer Handelsweg freigelegt – tiefere Schichten aus dem Mittelalter, Autor: Frank Sterath, vom 1. Dezember 2023, BR24, aufgerufen am 9. Dezember 2023

Bilder[Bearbeiten]

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