Willi Wilde

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Willi Wilde (geb. 10. Oktober 1925 in Niederschlesien; gest. 19. Februar 2011 in Fürth) war langjähriger Schulamtsdirektor und von 1966 bis 1996 Mitglied des Fürther Stadtrats für die CSU bzw. für die UCS.

Leben und Beruf[Bearbeiten]

Wilde wurde in Niederschlesien geboren, dem heutigem Dolny Śląsk in Polen. Nach dem Kriegsdienst geriet er in russische Kriegsgefangenschaft. Aus der Gefangenschaft entlassen kam er 1948 nach Mittelfranken. Zunächst arbeitete Wilde als Lehrer, später war er beruflich als Schulaufsichtsbeamter tätig. Bis zu seiner Rente war er als Schulamtsdirektor tätig.

Wilde war verheiratet.

Politische Laufbahn[Bearbeiten]

Wilde wurde 1966 als Kandidat der CSU in den Stadtrat gewählt und war von 1972 bis 1977 Fraktionsvorsitzender der CSU. Ihm wurde nachgesagt, dass er wie kein anderer die Sachkenntnis in allen Verwaltungs- und Haushaltsfragen einbrachte. Uwe Lichtenberg beschrieb ihn später "als echten Veteranen der Kommunalpolitik, der auch in auswegslosen Situationen einen kühlen Kopf bewahrte"[1].

Willi Wilde 1984

Kurz nach der Kommunalwahl im März 1990 kehrte Wilde mit drei weiteren Stadträten (Leonhard Abraham, Brigitte Bloß und Karl Dürschinger) der CSU-Fraktion den Rücken, weil sie die Kandidatur des CSU-Franktionsvorsitzenden Ferdinand Metz für das Amt des 3. Bürgermeisters nicht mittrugen. Diese Entscheidung der vier "Abweichler" führte widerum dazu, dass die CSU-Fraktion den vier Abweichlern die Mitgliedsrechte innerhalb der Fraktion aberkennen wollten. Als Konsequenz aus dieser Entscheidung las Wilde an der konstituierenden Sitzung am [2. Mai] 1990 eine Erklärung vor, in der er die Spaltung der CSU herbeiführte und gemeinsam mit den drei oben genannten Stadträten die Gründung einer eigenen Fraktion begründete, so dass die Abweichler bis zum Ende der Legislaturperiode 1996 als Unabhängige Christsoziale (UCS) firmierten. Wilde übernahm für die Legislaturperiode den Posten des Fraktionsvorsitzenden.

"Um 17 Uhr war die Sensation im Fürther Stadtrat perfekt" schrieben am 3. Mai 1990 die Fürther Nachrichten. Die UCS hatte gemeinsam mit den Stimmen der SPD den 3. Bürgermeister gewählt - Leonhard Abraham - gegen die Stimmen der CSU. Es folgte eine Eklat, der weit über die Stadtgrenzen für Aufsehen sorgte. In der Folge wurden die vier "Abweichler" mittels eines offiziellen Ausschlussverfahren aus der CSU ausgeschlossen.

Willi Wilde war während seiner Stadtratstätigkeit Pfleger des Stadttheaters.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Die Stadt Fürth zeichnete sein Engagement am 24. April 1996 mit dem Goldenen Kleeblatt aus. Der Beschluss hierzu wurde am 10. April 1996 gefasst.

Siehe auch[Bearbeiten]

Lokale Presse[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Claudia Ziob: Willi Wilde gestorben. In: Fürther Nachrichten vom 22. Februar 2011 - online abrufbar

Bilder[Bearbeiten]