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|Geburtsdatum=1901/01/28 | |Geburtsdatum=1901/01/28 | ||
|Geburtsort=Fürth | |Geburtsort=Fürth | ||
|Todesdatum= | |Todesdatum=1970/12/28 | ||
|Todesort=Denver/USA | |Todesort=Denver/USA | ||
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|Person=Lilli Bechmann-Rahn | |Person=Lilli Bechmann-Rahn | ||
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'''Alfred Hermann Rahn''' (geb. [[28. Januar]] [[1901]] in Fürth; gest. [[28. Dezember]] [[ | '''Alfred Hermann Rahn''' (geb. [[28. Januar]] [[1901]] in Fürth; gest. [[28. Dezember]] [[1970]] in Denver/USA) war der Sohn von Sidney Rahn und Johanna, geb. Goldmann.<ref>Biographische Angaben nach [https://www.geni.com/people/Alfred-Rahn/3236630 Geni] zu Alfred Hermann Rahn</ref> Er besuchte das [[Schliemann-Gymnasium]], arbeitete dann zunächst in einer Bank und trat 1928 in das Familienunternehmen ein. Als der Vater zwei Jahre später starb, leitete er die Firma. | ||
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Alfred Rahn war seit [[18. Juni]] [[1934]] mit [[Lilli Bechmann-Rahn]] verheiratet. Der Ehe entsprangen zwei Töchter: Ruth Marion (geb. 1936) und Evelyn (geb. 1945). | Alfred Rahn war seit [[18. Juni]] [[1934]] mit [[Lilli Bechmann-Rahn]] verheiratet. Der Ehe entsprangen zwei Töchter: Ruth Marion (geb. 1936) und Evelyn (geb. 1945). | ||
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Am 5. Januar 1938 gab die Gestapo bekannt, dass die Reisepässe zurückbehalten werden. Durch Urteil des Schöffengerichts Fürth vom [[25. Januar]] [[1938]] wurde Alfred Rahn „wegen fortgesetzten Devisenvergehens zu 1 Jahr 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Strafende [[5. März]] [[1939]].“<ref>siehe Schreiben des Polizeiamtes Fürth vom 26. Februar 1938</ref> Am [[3. Januar]] [[1939]] wandte sich der Verurteilte - mittlerweile als ''Israel Alfred Rahn'' - mit einem Antrag an das Passamt des Fürther Polizeipräsidiums, um die Pässe und Führungszeugnisse für eine baldige Ausreise nach der Haftentlassung zu erhalten. Dem Anliegen wurde nun stattgegeben mit Einverständnis des Oberbürgermeisters und der Zollfahndungsstelle. Allerdings musste die Ehefrau Lilli mit Schreiben vom [[23. Februar]] [[1939]] die Beantragung nochmals in Erinnerung bringen.</br> | Am 5. Januar 1938 gab die Gestapo bekannt, dass die Reisepässe zurückbehalten werden. Durch Urteil des Schöffengerichts Fürth vom [[25. Januar]] [[1938]] wurde Alfred Rahn „wegen fortgesetzten Devisenvergehens zu 1 Jahr 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Strafende [[5. März]] [[1939]].“<ref>siehe Schreiben des Polizeiamtes Fürth vom 26. Februar 1938</ref> Am [[3. Januar]] [[1939]] wandte sich der Verurteilte - mittlerweile als ''Israel Alfred Rahn'' - mit einem Antrag an das Passamt des Fürther Polizeipräsidiums, um die Pässe und Führungszeugnisse für eine baldige Ausreise nach der Haftentlassung zu erhalten. Dem Anliegen wurde nun stattgegeben mit Einverständnis des Oberbürgermeisters und der Zollfahndungsstelle. Allerdings musste die Ehefrau Lilli mit Schreiben vom [[23. Februar]] [[1939]] die Beantragung nochmals in Erinnerung bringen.</br> | ||
Allerdings wurde das Umzugsvorhaben von der Spedition Brasch & Rothenstein noch einmal hinterfragt<ref>siehe Schreiben der Spedition vom [[13. März]] [[1939]]</ref>, um vom Polizeipräsidium Nürnberg-Fürth ein Unbedenklichkeits-Schreiben zu erhalten. Gestapo und Staatsanwaltschaft erhielten noch im März entsprechende Vollzugsmeldungen.</br> | Allerdings wurde das Umzugsvorhaben von der Spedition Brasch & Rothenstein noch einmal hinterfragt<ref>siehe Schreiben der Spedition vom [[13. März]] [[1939]]</ref>, um vom Polizeipräsidium Nürnberg-Fürth ein Unbedenklichkeits-Schreiben zu erhalten. Gestapo und Staatsanwaltschaft erhielten noch im März entsprechende Vollzugsmeldungen.</br> | ||
Auch der amerikanische Konsul hatte die bereits zugesagte Verlängerung des Visums wegen "moralischer Verkommenheit" zurückgenommen. Max Rahn erreichte aber in dieser Situation, dass sich der amerikanische Justizminister [[wikipedia:Homer Stille Cummings|Homer Cummings]] für seinen Bruder Alfred und die Familie Ende Dezember 1938 einsetzte. Dies war von Erfolg beschieden. am [[2. Januar]] [[1939]] wurde Alfred aus der Haft entlassen.<ref>siehe [https://www.badkissingen.de/media/www.badkissingen.de/org/med_34161/130911_14_17_b_die_familie_von_moses_farrnbacher_chronik_jued_lebens_in_kg_beck_12-23.pdf.pdf „Die Familie von Moses Farrnbacher“], S. 12</ref> Die Familie emigrierte daraufhin über Paris in die USA. | Auch der amerikanische Konsul hatte die bereits zugesagte Verlängerung des Visums wegen "moralischer Verkommenheit" zurückgenommen. Max Rahn erreichte aber in dieser Situation, dass sich der amerikanische Justizminister [[wikipedia:Homer Stille Cummings|Homer Cummings]] für seinen Bruder Alfred und die Familie Ende Dezember 1938 einsetzte. Dies war von Erfolg beschieden. am [[2. Januar]] [[1939]] wurde Alfred aus der Haft entlassen.<ref>siehe [https://www.badkissingen.de/media/www.badkissingen.de/org/med_34161/130911_14_17_b_die_familie_von_moses_farrnbacher_chronik_jued_lebens_in_kg_beck_12-23.pdf.pdf „Die Familie von Moses Farrnbacher“], S. 12</ref> Die Familie emigrierte daraufhin über Paris in die USA. | ||
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Für die Gestapo war der Fall mit Schreiben vom [[26. Juli]] [[1940]] abgeschlossen. | Für die Gestapo war der Fall mit Schreiben vom [[26. Juli]] [[1940]] abgeschlossen. | ||
Alfred und Lilli Rahn konnten sich mit dem Leben in der amerikanischen Megacity von New York nicht arrangieren. So entschlossen sie sich, nach Denver zu ziehen, wo ihre zweite Tochter Evelyn am [[21. Januar]] [[1945]] zur Welt kam. Nach Kriegsende verdiente Alfred Rahn als Verkaufsmanager der „Continental Steel and Penn Metal Company“ den Lebensunterhalt für sich und seine Familie. Als seine geliebte Ehefrau Lilli Bechmann-Rahn in Denver am [[27. Dezember]] [[ | Alfred und Lilli Rahn konnten sich mit dem Leben in der amerikanischen Megacity von New York nicht arrangieren. So entschlossen sie sich, nach Denver zu ziehen, wo ihre zweite Tochter Evelyn am [[21. Januar]] [[1945]] zur Welt kam. Nach Kriegsende verdiente Alfred Rahn als Verkaufsmanager der „Continental Steel and Penn Metal Company“ den Lebensunterhalt für sich und seine Familie. Als seine geliebte Ehefrau Lilli Bechmann-Rahn in Denver am [[27. Dezember]] [[1970]] mit 59 Jahren an Krebs starb, ertrug Er ihren Tod nicht und beging tagsdrauf Selbstmord.<ref>siehe [https://www.badkissingen.de/media/www.badkissingen.de/org/med_34161/130911_14_17_b_die_familie_von_moses_farrnbacher_chronik_jued_lebens_in_kg_beck_12-23.pdf.pdf „Die Familie von Moses Farrnbacher“], S. 13</ref> | ||
==Siehe auch== | ==Siehe auch== | ||