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== Lokalberichterstattung == | |||
* H.N.: ''Den Park aufgewertet''. In: Fürther Nachrichten vom 22. April 1975 | |||
* W.K.: ''Altes Hügelgrab wandert in Burgfarrnbacher Park''. In: Fürther Nachrichten vom 28. April 1970 | |||
==Literatur== | ==Literatur== | ||
* Werner Schönweiss: ''Die steinzeitlichen Siedlungsstellen des Farrnbachgrundes im Landkreis Fürth/Bay.''. In: [[Fürther Heimatblätter]], 1965/6-7, S.85 - 140 | * Werner Schönweiss: ''Die steinzeitlichen Siedlungsstellen des Farrnbachgrundes im Landkreis Fürth/Bay.''. In: [[Fürther Heimatblätter]], 1965/6-7, S.85 - 140 | ||
* Werner Schönweiss: ''Die vorgeschichtlichen Funde des Fürther Stadtgebietes''. In: Fürther Heimatblätter, 1967/1, S.1 - 11 | * Werner Schönweiss: ''Die vorgeschichtlichen Funde des Fürther Stadtgebietes''. In: Fürther Heimatblätter, 1967/1, S.1 - 11 | ||
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* [[Schloss Burgfarrnbach]] | |||
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Aktuelle Version vom 24. Februar 2026, 20:17 Uhr
Die Urgeschichte oder auch Vorgeschichte bezeichnet die schriftlose Phase der Menschheitsgeschichte vom Auftreten der ersten Steinwerkzeuge vor etwa 2,5 Millionen Jahren bis zum Auftauchen der ersten Schriftzeugnisse, die den Beginn der Frühgeschichte markieren. Da schriftliche Aufzeichnungen fehlen, liegt die Erforschung dieser Epoche vor allem bei der Archäologie. [1]
In Fürth gründete sich 1997 eine Arbeitsgruppe Archäologie. Die ältesten Funde im Bereich der heutigen Erstreckung des Fürther Stadtgebietes wurden in Unterfarrnbach in Form "eines stark patinierten und gerollten Abschlags" geborgen[2].
Atzenhof
Gehäufte Funde wurden in und um Atzenhof geborgen, so etwa siedlerische Zeugnisse aus der älteren Steinzeit. Ferner fanden sich hier, wie auch am Hauptfriedhof sowie in Unterfarrnbach und Burgfarrnbach Indizien, die auf eine Rast- oder Jagdstation aus der Zeit um 8 000 v. Chr. hinweisen.
"Urnenfelderzeit"
1903 wurde an der Lehmusstraße eine wertvolle Doppelurne in einem Flachgrab gefunden. Auch die Scherben, die am Scherbsgraben in der Gabelung der Bahnstrecken nach Würzburg und Bamberg gefunden wurden, werden auf die sogenannte "Urnenfelderzeit" datiert[2]. In Mannhof wurden bedeutende Mengen an Keramik dieser Zeit ausgegraben[3].
Funde im Haus Marktplatz 11
Im Haus Marktplatz 11 wurde im Jahr 2009 Bodenfunde freigelegt, anhand denen nachgewiesen werden kann, dass auf dem Felsporn am Zusammenfluss von Rednitz und Pegnitz schon vor 3000 Jahren Menschen siedelten.
Hallstattzeit [4]
Im November 1949 fiel einem Mitglied der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg, Werner Schönweiß, am Südufer der Zenn an der Straße nach Stadeln ein angeschnittener Grabhügel auf. Zwei Drittel waren schon der Abfuhr von Sand zum Opfer gefallen. Es gelang ihm, aus der Schicht ein Stück Bronzering, eine kleine blaue Perle, eine halbe Schale und Scherben zu sammeln, die er später zu zwei Gefäßen (Urnen?) zusammensetzte. Bis 1970 blieben die Reste unberührt. Im Rahmen des Baus den Main-Donau-Kanals musste die Vacher Straße verlegt und deshalb das Hügelgrab ausgegraben werden. Unter der Leitung von Fritz Gries von der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg fand man im April 1970 zwar nur einen kleinen Bronzering, da das eigentliche Grab wohl schon zerstört war. Überraschend legte man aber zwei Steinringe mit Durchmessern von zehn und zwölf Metern um den Grabmittelpunkt frei. Die ganze Anlage datierte man auf die Hallstattzeit D (620-450 v. Chr.).
Archivdirektor Dr. Adolf Schwammberger schlug vor, die Steinringe im Park des Schlosses Burgfarrnbach originalgetreu wieder aufzustellen. Die Steine wurden nummeriert und in den Stallungen des Schlosses gelagert. Als danach nichts geschah, erinnerte im Februar 1975 die Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg Oberbürgermeister Kurt Scherzer an die beabsichtigte Aufstellung. Dann ging es schnell: Bereits Mitte April 1975 waren die beiden Steinringe durch Mitarbeiter der Gesellschaft verlegt, allerdings ohne dass die Stadt einen Zugangsweg anlegte. Dies geschah erst 1981 und zwei Jahre später wurde eine Hinweistafel beauftragt. Im Laufe der Jahrzehnte wuchs der Steinring zu und wurde erst 2024 bei Pflegearbeiten wieder freigelegt.
Lokalberichterstattung
- H.N.: Den Park aufgewertet. In: Fürther Nachrichten vom 22. April 1975
- W.K.: Altes Hügelgrab wandert in Burgfarrnbacher Park. In: Fürther Nachrichten vom 28. April 1970
Literatur
- Werner Schönweiss: Die steinzeitlichen Siedlungsstellen des Farrnbachgrundes im Landkreis Fürth/Bay.. In: Fürther Heimatblätter, 1965/6-7, S.85 - 140
- Werner Schönweiss: Die vorgeschichtlichen Funde des Fürther Stadtgebietes. In: Fürther Heimatblätter, 1967/1, S.1 - 11
Siehe auch
Einzelnachweise
- ↑ Artikel Urgeschichte aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
- ↑ 2,0 2,1 Dr. Schwammberger: Fürth von A bis Z, S. 379
- ↑ Internetseite der Arbeitsgemeinschaft Archäologie zur Grabung in Mannhof
- ↑ Stadtarchiv Fürth, Verwaltungsunterlagen