Sophie Krautheimer: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Sophie Gertrude Caspary''', geb. Krautheimer (geb. [[29. Mai]] [[1900]] in Fürth; für tot erklärt [[1945]] in Auschwitz) war das zweite Kind der Familie [[Martha Krautheimer|Martha]] und [[Nathan Krautheimer]].  
'''Sophie Gertrud Caspary''', סופי גרטרוד קספרי. geb. Krautheimer (geb. [[29. Mai]] [[1900]] in Fürth; für tot erklärt [[1945]] in Auschwitz) war das zweite Kind der Familie [[Martha Krautheimer|Martha]] und [[Nathan Krautheimer]].<ref>biographische Angaben auch nach [https://www.geni.com/people/Sophie-Caspary/6000000023926183917 Geni] zu Sophie Gertrude Caspary</ref>


Nach der Schulzeit in Fürth arbeitete sie zunächst als Säuglingspflegerin in der [[Krautheimer-Krippe]] ehe sie im 1. Weltkrieg als Krankenschwester in Dresden tätig war. Im Anschluss studierte sie Industriefotografie an einer Fotoschule in München.  
Nach der Schulzeit in Fürth arbeitete sie zunächst als Säuglingspflegerin in der [[Krautheimer-Krippe]] ehe sie im 1. Weltkrieg als Krankenschwester in Dresden tätig war. Im Anschluss studierte sie Industriefotografie an einer Fotoschule in München.<ref name= „JMF“>siehe [https://krautheimer-krippe.juedisches-museum.org/familie.html Beschreibung] Sophie Krautheimer; Jüdisches Museum Franken</ref>


Im Jahr [[1923]] heiratete sie den Nürnberger Kaufmann Ernst Caspary. Das Paar lebte zunächst in Fürth, ehe sie aus beruflichen Gründen nach Frankfurt am Main umzogen, da der Ehemann eine Stelle als Geschäftsführer im Kaufhaus Wronker erhalten hatte. Während dieser Zeit kam auch der Sohn Gert Caspary (geb. 10. Januar [[1929]] - gest. [[2008]]) auf die Welt.  
Im Jahr [[1923]] heiratete sie den Nürnberger Kaufmann Ernst Caspary<ref name="JIF">Ernst Caspary, geb. 11. Juli 1896 in Quedlinburg; siehe [https://juedisch-in-fuerth.repositorium.gf-franken.de/de/personen.html?permaLink=fue00128 Jüdisch in Fürth] zu Sophie Gertrud Caspary</ref>. Das Paar lebte zunächst in Fürth, ehe sie aus beruflichen Gründen nach Frankfurt am Main umzogen, da der Ehemann eine Stelle als Geschäftsführer im Kaufhaus Wronker erhalten hatte. Während dieser Zeit kam auch der Sohn Gert Caspary (geb. 10. Januar [[1929]] - gest. [[2008]]) auf die Welt.<ref name= „JMF“/>


Nach dem landesweit durchgeführten sog. Boykott-Tag gegen jüdische Geschäfte durch die [[Nationalsozialisten]] floh die Familie am [[1. April]] [[1933]] nach Sèvres, einem Vorort nördlich von Paris. Allerdings wurde das Paar [[1942]] festgenommen und zunächst in das Internierungslager Drancy verschleppt - ehe sie in Auschwitz ermordet wurden. Der Ehemann war auf der Deportationsliste für den Transport 42 mit der Nr. 6, Sophie Caspary mit der Nummer 7 angegeben. Ernst Caspary wird am [[1. Dezember]] [[1942]] in Auschwitz ermordet, seine Frau Sophie wird [[1945]] für tot erklärt.
Nach dem landesweit durchgeführten sog. Boykott-Tag gegen jüdische Geschäfte durch die [[Nationalsozialisten]] floh die Familie am [[1. April]] [[1933]] nach Sèvres, einem Vorort nördlich von Paris. Allerdings wurde das Paar [[1942]] festgenommen und zunächst in das Internierungslager Drancy verschleppt - ehe sie in Auschwitz ermordet wurden. Der Ehemann war auf der Deportationsliste für den Transport 42 mit der Nr. 6, Sophie Caspary mit der Nummer 7 angegeben.<ref name="JIF"/> Ernst Caspary wird am [[1. Dezember]] [[1942]] in Auschwitz ermordet, seine Frau Sophie wird [[1945]] für tot erklärt.<ref>Keine Anzeige im [https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/ Gedenkbuch des Bundesarchivs]</ref>


Lediglich der Sohn konnte mit 13 Jahren in die USA fliehen, wo sich sein Onkel [[Richard Krautheimer]] um ihn kümmerte. [[wikipedia:Gerard E. Caspary|Gert Caspary]] war wie sein Onkel Professor für Geschichte an der University of California, Berkeley, und starb 2008 in den USA.
Lediglich der Sohn konnte mit 13 Jahren in die USA fliehen, wo sich sein Onkel [[Richard Krautheimer]] um ihn kümmerte. [[wikipedia:Gerard E. Caspary|Gert Caspary]] war wie sein Onkel Professor für Geschichte an der University of California, Berkeley<ref name= „JMF“/>, und starb 2008 in den USA.


== Siehe auch ==
== Siehe auch ==
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* [[Krautheimer Krippe]]
* [[Krautheimer Krippe]]
* [[Opfer des Nationalsozialismus]]  
* [[Opfer des Nationalsozialismus]]  
== Einzelnachweise ==
<references/>


== Bilder ==
== Bilder ==

Aktuelle Version vom 30. Januar 2026, 17:06 Uhr

Person
Sophie Krautheimer
Vorname
Sophie
Nachname
Krautheimer
Geschlecht
weiblich
Geburtsdatum
29. Mai 1900
Geburtsort
Fürth
Todesdatum
1945
Todesort
Auschwitz
Beruf
Fotografin, Künstlerin
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Sophie Gertrud Caspary, סופי גרטרוד קספרי. geb. Krautheimer (geb. 29. Mai 1900 in Fürth; für tot erklärt 1945 in Auschwitz) war das zweite Kind der Familie Martha und Nathan Krautheimer.[1]

Nach der Schulzeit in Fürth arbeitete sie zunächst als Säuglingspflegerin in der Krautheimer-Krippe ehe sie im 1. Weltkrieg als Krankenschwester in Dresden tätig war. Im Anschluss studierte sie Industriefotografie an einer Fotoschule in München.[2]

Im Jahr 1923 heiratete sie den Nürnberger Kaufmann Ernst Caspary[3]. Das Paar lebte zunächst in Fürth, ehe sie aus beruflichen Gründen nach Frankfurt am Main umzogen, da der Ehemann eine Stelle als Geschäftsführer im Kaufhaus Wronker erhalten hatte. Während dieser Zeit kam auch der Sohn Gert Caspary (geb. 10. Januar 1929 - gest. 2008) auf die Welt.[2]

Nach dem landesweit durchgeführten sog. Boykott-Tag gegen jüdische Geschäfte durch die Nationalsozialisten floh die Familie am 1. April 1933 nach Sèvres, einem Vorort nördlich von Paris. Allerdings wurde das Paar 1942 festgenommen und zunächst in das Internierungslager Drancy verschleppt - ehe sie in Auschwitz ermordet wurden. Der Ehemann war auf der Deportationsliste für den Transport 42 mit der Nr. 6, Sophie Caspary mit der Nummer 7 angegeben.[3] Ernst Caspary wird am 1. Dezember 1942 in Auschwitz ermordet, seine Frau Sophie wird 1945 für tot erklärt.[4]

Lediglich der Sohn konnte mit 13 Jahren in die USA fliehen, wo sich sein Onkel Richard Krautheimer um ihn kümmerte. Gert Caspary war wie sein Onkel Professor für Geschichte an der University of California, Berkeley[2], und starb 2008 in den USA.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. biographische Angaben auch nach Geni zu Sophie Gertrude Caspary
  2. 2,0 2,1 2,2 siehe Beschreibung Sophie Krautheimer; Jüdisches Museum Franken
  3. 3,0 3,1 Ernst Caspary, geb. 11. Juli 1896 in Quedlinburg; siehe Jüdisch in Fürth zu Sophie Gertrud Caspary
  4. Keine Anzeige im Gedenkbuch des Bundesarchivs

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