Rednitzstraße 17: Unterschied zwischen den Versionen
K (Textersetzung - „{{Faktenbox/Check}}“ durch „“) Markierung: Manuelle Zurücksetzung |
KKeine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| (3 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 13: | Zeile 13: | ||
|zoom=18 | |zoom=18 | ||
}} | }} | ||
Das Gebäude '''Rednitzstraße 17''' war ein Wohngebäude im sog. [[Gänsberg]]viertel und wurde 1682 erbaut. In ihm befand sich die Gastwirtschaft [[Brandenburger Gärtla]]. Im Zuge der [[Flächensanierung]] wurde das Gebäude abgerissen. Im Kartenausschnitt in der Faktenbox auf der rechten Seite wird der ungefähre ehemalige Standort des Gebäudes im aktuellen Stadtplan angezeigt. | Das Gebäude '''Rednitzstraße 17''' war ein Wohngebäude im sog. [[Gänsberg]]viertel und wurde 1682 erbaut. In ihm befand sich die Gastwirtschaft [[Brandenburger Gärtla]]. Im Zuge der [[Flächensanierung]] wurde das Gebäude abgerissen. | ||
Im Kartenausschnitt in der Faktenbox auf der rechten Seite wird der ungefähre ehemalige Standort des Gebäudes im aktuellen Stadtplan angezeigt. | |||
==Beschreibung nach Gebessler== | ==Beschreibung nach Gebessler== | ||
Gaststätte Brandenburger Gärtla. Zweigeschossig, in der Anlage bereits 18. Jh. Zwei Flügel von acht zu fünf | Gaststätte Brandenburger Gärtla. Zweigeschossig, in der Anlage bereits 18. Jh. Zwei Flügel von acht zu fünf Obergeschossfenstern. Straßenseite verputzt, Türe verändert. Obergeschoss, Ostgiebel und vierfenstriges Walmdach-Zwerchhaus verschiefert. Westseite Sandsteinquader; teils noch die ursprünglichen, kräftig profilierten Fenstergewände. Im Hof Obergeschossgalerie mit gedrehten Balustern.<ref name="Gebessler">[[Stadt und Landkreis Fürth (Buch)|Stadt und Landkreis Fürth]] – Kurzinventar von August Gebessler, [[1963]], S. 45, 46</ref> | ||
==Geschichte der Eigentümer <ref name ="Alt-Fürth">alle Angaben zu Rednitzstraße 17 nach Gottlieb Wunschel: Alt-Fürth, 1940 sowie den Fürther Adressbüchern von 1921, 1931 u. 1961</ref>== | ==Geschichte der Eigentümer<ref name ="Alt-Fürth">alle Angaben zu Rednitzstraße 17 nach Gottlieb Wunschel: Alt-Fürth, 1940 sowie den Fürther Adressbüchern von 1921, 1931 u. 1961</ref>== | ||
[[Datei:Gänsbergplan Rednitzstraße 17.jpg|mini|350px|right|Alter Katasterplan des Gänsbergviertels, Standort Rednitzstraße 17 ist rot markiert]] | [[Datei:Gänsbergplan Rednitzstraße 17.jpg|mini|350px|right|Alter Katasterplan des Gänsbergviertels, Standort Rednitzstraße 17 ist rot markiert]] | ||
* 1680 Martin Binder besitzt hier einen Garten | * 1680: Martin Binder besitzt hier einen Garten | ||
* 1682 Johann Heerdegen, ''Ambtmann'', kauft ein Stück des Gartens und errichtet ein Köblersgut mit Behausung, Stadl, Brunnen, Stallung und Garten <ref>Gottlieb Wunschel zitiert dazu aus dem Salbuch 1700, | * 1682: Johann Heerdegen, ''Ambtmann'', kauft ein Stück des Gartens und errichtet ein Köblersgut mit Behausung, Stadl, Brunnen, Stallung und Garten<ref>Gottlieb Wunschel zitiert dazu aus dem Salbuch 1700, S. 169</ref> | ||
* ... Johann Philipp Fleichbain mit | * ...: Johann Philipp Fleichbain mit ''„4 Morgen Veldt“'' von Heerdegen gekauft | ||
* 1723 Johann Jakob von der Venne (evtl. auch | * 1723: Johann Jakob von der Venne (evtl. auch „De Ven(n)e“) besitzt das Köblersgut, dass der Großvater Johann Philipp Fleichbain erworben hat<ref>Gottlieb Wunschel zitiert aus Salbuch 1723, S. 321</ref> | ||
* ... Daniel Rupprecht | * ...: Daniel Rupprecht | ||
* 1744 dessen Witwe Maria Jakobine, wiederverheiratete Singer | * 1744: dessen Witwe Maria Jakobine, wiederverheiratete Singer | ||
* 1763 Barbara Maria und Konrad Gebhardt (als Tochter und Tochtermann) | * 1763: Barbara Maria und Konrad Gebhardt (als Tochter und Tochtermann) – Gebhardt ist Bierbrauer und besitzt die Hausnummern 480 (alte Zählung, spätere Rednitzstraße 21) und auch 481 (alte Zählung, spätere Rednitzstraße 17) mit den dazugehörigen Brau- und Malzhäusern.<ref>Gottlieb Wunschel zitiert aus einem Bericht der Polizei Commission Fürth vom 22. März 1804</ref> Zu jedem der Häuser gehörte eine eigene Scheune und Hofraith. Aus der Scheune der Nummer 480 (Rednitzstraße 21) ließ er eine [[wikipedia:Rossmühle|Roß-Mühle]] (also eine Mühle mit [[wikipedia:Göpel|Göpel]]) bauen, die Hofraith der Nummer 481 (Rednitzstraße 17) nutzte er größenteils für seine Brauerei. | ||
* 1799 Barbara Maria Gebhardt, Witwe | * 1799: Barbara Maria Gebhardt, Witwe | ||
* 1804 [[Johann Adam Gebhardt]], Kaufmann erbte die Nummer 481 (Rednitzstraße 17), während der Schwager | * 1804: [[Johann Adam Gebhardt]], Kaufmann – Er erbte die Nummer 481 (Rednitzstraße 17), während der Schwager – vormaliger Apotheker Tobias Burger – die Brau,- Malz- und Branntweinhäuser der Nummer 480 ([[Rednitzstraße 21]]) sowie die Roß-Mühle und die für diesen Betrieb nötige Scheune von 481 erhielt. | ||
* 1840 [[Johann Adam Gebhardt]] | * 1840: [[Johann Adam Gebhardt]] | ||
* 1842 Lucian Hindinger, Spiegelfabrikant | * 1842: Lucian Hindinger, Spiegelfabrikant | ||
* 1851 Heinrich Hindinger, Commis | * 1851: Heinrich Hindinger, Commis | ||
[[Datei:Brandenburger Gärtla in NS-Zeit mit Grüner Ausschank, 1935.jpg|miniatur|right|Das | [[Datei:Brandenburger Gärtla in NS-Zeit mit Grüner Ausschank, 1935.jpg|miniatur|right|Das „Brandenburger Gärtla“ 1935]] | ||
* 1856 Gewerbeverein Fürth | * 1856: Gewerbeverein Fürth – Der Sitz des Gewerbevereins legte sich nahe, da sich zu jener Zeit etliche Goldschlägereien in der Rednitzstraße niederließen.<ref name ="Dennemarck">H. G. Dennemarck: Rednitzstraße 17 – Brandenburger Gärtla; [[Fürther Anzeiger]] vom 11. Februar 1939</ref> | ||
* 1867 Paul Böhnert, Holzhändler | * 1867: Paul Böhnert, Holzhändler; errichtete einige der Goldschlägereien<ref name ="Dennemarck"/> | ||
* 1877 Franz Müller | * 1877: Franz Müller | ||
* 1880 Heinrich Pertl (Bertl), Kohlenhändler | * 1880: Heinrich Pertl (Bertl), Kohlenhändler | ||
* 1895 Konrad Städler | * 1895: Konrad Städler – Er gilt als der erste Wirt auf dem Anwesen.<ref>1899 brannte die Brauerei ab und jener Komplex wurde nach dem Wiederaufbau zu einem Pelzwarengeschäft (Besitzer Schnittger) umgewandelt - vgl. H. G. Dennemarck: Rednitzstraße 17 – Brandenburger Gärtla; Fürther Anzeiger vom 11. Februar 1939</ref> | ||
* 1900 Vitus Egerer, Wirt | * 1900: Vitus Egerer, Wirt | ||
* 1920 Margarethe Egerer, Witwe | * 1920: Margarethe Egerer, Witwe | ||
* 1921 Margarethe Egerer, Wächterswitwe | * 1921: Margarethe Egerer, Wächterswitwe | ||
* 1926 Karoline Kübler | * 1926: Karoline Kübler | ||
* 1931 Gebrüder Kübler, Blattmetallschlägerei | * 1931: Gebrüder Kübler, Blattmetallschlägerei | ||
* 1961 Lissy Kübler und Erben | * 1961: Lissy Kübler und Erben | ||
== Frühere Adressen == | == Frühere Adressen == | ||
| Zeile 50: | Zeile 52: | ||
* ab 1860 Rednitzstraße 9 | * ab 1860 Rednitzstraße 9 | ||
* ab 1890 Rednitzstraße 17 | * ab 1890 Rednitzstraße 17 | ||
==Siehe auch== | ==Siehe auch== | ||
| Zeile 61: | Zeile 60: | ||
* [[Blattmetallschlägerei Kübler]] | * [[Blattmetallschlägerei Kübler]] | ||
* [[Gänsberg#Straßen des Gänsbergs|Straßen des Gänsbergs]] | * [[Gänsberg#Straßen des Gänsbergs|Straßen des Gänsbergs]] | ||
== Einzelnachweise == | |||
<references/> | |||
== Bilder == | == Bilder == | ||
Aktuelle Version vom 12. Februar 2026, 17:40 Uhr
| Zentral im Bild das "Brandenburger Gärtla", im Bild links Rednitzstr. 22, dazwischen im Hintergrund die Foerstermühle |
- Gebäude
- Rednitzstraße 17
- Straße / Hausnummer
- Rednitzstraße 17
- Objekt
- Wohngebäude mit Gastwirtschaft
- Baujahr
- 1682
- Denkmalstatus besteht
- nein
- Abgerissen
- ja
- Baustile
- Sandstein, Fachwerk
- Geo-Daten
- 49° 28' 42.60" N
10° 58' 59.81" E
Das Gebäude Rednitzstraße 17 war ein Wohngebäude im sog. Gänsbergviertel und wurde 1682 erbaut. In ihm befand sich die Gastwirtschaft Brandenburger Gärtla. Im Zuge der Flächensanierung wurde das Gebäude abgerissen.
Im Kartenausschnitt in der Faktenbox auf der rechten Seite wird der ungefähre ehemalige Standort des Gebäudes im aktuellen Stadtplan angezeigt.
Beschreibung nach Gebessler
Gaststätte Brandenburger Gärtla. Zweigeschossig, in der Anlage bereits 18. Jh. Zwei Flügel von acht zu fünf Obergeschossfenstern. Straßenseite verputzt, Türe verändert. Obergeschoss, Ostgiebel und vierfenstriges Walmdach-Zwerchhaus verschiefert. Westseite Sandsteinquader; teils noch die ursprünglichen, kräftig profilierten Fenstergewände. Im Hof Obergeschossgalerie mit gedrehten Balustern.[1]
Geschichte der Eigentümer[2]
- 1680: Martin Binder besitzt hier einen Garten
- 1682: Johann Heerdegen, Ambtmann, kauft ein Stück des Gartens und errichtet ein Köblersgut mit Behausung, Stadl, Brunnen, Stallung und Garten[3]
- ...: Johann Philipp Fleichbain mit „4 Morgen Veldt“ von Heerdegen gekauft
- 1723: Johann Jakob von der Venne (evtl. auch „De Ven(n)e“) besitzt das Köblersgut, dass der Großvater Johann Philipp Fleichbain erworben hat[4]
- ...: Daniel Rupprecht
- 1744: dessen Witwe Maria Jakobine, wiederverheiratete Singer
- 1763: Barbara Maria und Konrad Gebhardt (als Tochter und Tochtermann) – Gebhardt ist Bierbrauer und besitzt die Hausnummern 480 (alte Zählung, spätere Rednitzstraße 21) und auch 481 (alte Zählung, spätere Rednitzstraße 17) mit den dazugehörigen Brau- und Malzhäusern.[5] Zu jedem der Häuser gehörte eine eigene Scheune und Hofraith. Aus der Scheune der Nummer 480 (Rednitzstraße 21) ließ er eine Roß-Mühle (also eine Mühle mit Göpel) bauen, die Hofraith der Nummer 481 (Rednitzstraße 17) nutzte er größenteils für seine Brauerei.
- 1799: Barbara Maria Gebhardt, Witwe
- 1804: Johann Adam Gebhardt, Kaufmann – Er erbte die Nummer 481 (Rednitzstraße 17), während der Schwager – vormaliger Apotheker Tobias Burger – die Brau,- Malz- und Branntweinhäuser der Nummer 480 (Rednitzstraße 21) sowie die Roß-Mühle und die für diesen Betrieb nötige Scheune von 481 erhielt.
- 1840: Johann Adam Gebhardt
- 1842: Lucian Hindinger, Spiegelfabrikant
- 1851: Heinrich Hindinger, Commis
- 1856: Gewerbeverein Fürth – Der Sitz des Gewerbevereins legte sich nahe, da sich zu jener Zeit etliche Goldschlägereien in der Rednitzstraße niederließen.[6]
- 1867: Paul Böhnert, Holzhändler; errichtete einige der Goldschlägereien[6]
- 1877: Franz Müller
- 1880: Heinrich Pertl (Bertl), Kohlenhändler
- 1895: Konrad Städler – Er gilt als der erste Wirt auf dem Anwesen.[7]
- 1900: Vitus Egerer, Wirt
- 1920: Margarethe Egerer, Witwe
- 1921: Margarethe Egerer, Wächterswitwe
- 1926: Karoline Kübler
- 1931: Gebrüder Kübler, Blattmetallschlägerei
- 1961: Lissy Kübler und Erben
Frühere Adressen
- ab 1792 Hausnummer 481
- ab 1827 Hausnummer 141, I.
- ab 1860 Rednitzstraße 9
- ab 1890 Rednitzstraße 17
Siehe auch
- Rednitzstraße
- Rednitzstraße 15
- Rednitzstraße 21
- Rednitzstraße 26
- Blattmetallschlägerei Kübler
- Straßen des Gänsbergs
Einzelnachweise
- ↑ Stadt und Landkreis Fürth – Kurzinventar von August Gebessler, 1963, S. 45, 46
- ↑ alle Angaben zu Rednitzstraße 17 nach Gottlieb Wunschel: Alt-Fürth, 1940 sowie den Fürther Adressbüchern von 1921, 1931 u. 1961
- ↑ Gottlieb Wunschel zitiert dazu aus dem Salbuch 1700, S. 169
- ↑ Gottlieb Wunschel zitiert aus Salbuch 1723, S. 321
- ↑ Gottlieb Wunschel zitiert aus einem Bericht der Polizei Commission Fürth vom 22. März 1804
- ↑ 6,0 6,1 H. G. Dennemarck: Rednitzstraße 17 – Brandenburger Gärtla; Fürther Anzeiger vom 11. Februar 1939
- ↑ 1899 brannte die Brauerei ab und jener Komplex wurde nach dem Wiederaufbau zu einem Pelzwarengeschäft (Besitzer Schnittger) umgewandelt - vgl. H. G. Dennemarck: Rednitzstraße 17 – Brandenburger Gärtla; Fürther Anzeiger vom 11. Februar 1939
Bilder
Bilder als Galerie / Tabelle anzeigen, sortieren und filtern
Ehem. Gaststätte Brandenburger Gärtla in der Rednitzstraße 17 (Gänsberg), 1972 Urheber: Leonhard Wittmann
Lizenz: CC BY-SA 3.0Brandenburger Gärtla 1969, links daneben Rednitzstr. 22 Urheber: Leonhard Wittmann
Lizenz: CC BY-SA 3.0Hinterhof der ehem. Gaststätte Brandenburger Gärtla, 1969 Urheber: Leonhard Wittmann
Lizenz: CC BY-SA 3.0Brandenburger Gärtla, im Hintergrund ein Teil des Anwesens Rednitzstr. 26 – Zeichnung: H. J. ... Brandenburger Gärtla, im Hintergrund ein Teil des Anwesens Rednitzstr. 26 – Zeichnung: H. J. Dennemarck, 1939
Urheber: Heinrich J. Dennemarck
Lizenz: CC BY-SA 3.0Grundstück ("Tiefhof") zwischen Rednitzstr. 20/22 u. 26 mit Durchblick zum Brandenburger Gärtla - ... Grundstück ("Tiefhof") zwischen Rednitzstr. 20/22 u. 26 mit Durchblick zum Brandenburger Gärtla - links Rednitzstr. 22, rechts Rednitzstr. 26. Der Zugang erfolgte ebenerdig von der Uferstraße aus oder über ein Treppe von der Rednitzstraße
Urheber: Haubner
Lizenz: CC BY-SA 3.0