Johann Paulus Kütt (geb. 25. Januar 1812 in Fürth[1]; gest. 26. September 1870 in Fürth[2]) war ein Gastwirt und Hotelbesitzer im 19. Jahrhundert.

Er kam als erstes Kind der zweiten Ehe des Schreinermeisters Rudolf Christoph Kütt (1773–1821) und dessen Ehefrau Maria Margaretha, geborene Engler (1773–1822) im Haus Nr. 169 (heute Standort des Eichamts am Helmplatz 6) zur Welt. Taufpate war der Fürther Wirt und Branntweinbrenner Johann Paulus Nussler (auch Paul Nußler).[1]

1843 eröffnete der Wirt Paulus Kütt seine Wirtschaft "Zum schwarzen Adler" im Haus seines Bruders Andreas Kütt neben der Eisenbahn (Ecke Moststraße).[3] 1852 prägte er den Namen "Hotel Kütt" für sein Lokal. Dieses Gebäude verkauften Paulus und seine Ehefrau Apollonia 1861 an den Daguerrotypisten Konrad Kuhn.[4]

Ab 1862 nannte er seine neue Wirtschaft in der Moststraße "Restauration Kütt". 1864 wurde dieses Gebäude von Lorenz Scheidig gekauft.

Paulus Kütt starb im Alter von 58 Jahren laut Diagnose von Dr. Wollner an einem Lungenleiden; er hinterließ die Witwe und 7 Kinder.[2]

Familie

Paulus Kütt heiratete als Bierwirt am 26. Juni 1843 in Fürth Apollonia Kaeser (geb. 29. Dezember 1820 in Nürnberg), Tochter des bereits verstorbenen Nürnberger Metzgermeisters Johann Georg Kaeser und dessen Ehefrau Anna Clara, geborene Gassner.[5] Das Ehepaar bekam 16 in Fürth geborene Kinder, von denen jedoch viele im Säuglings- bzw. Kleinkindalter verstarben:

  • Johann Konrad Kütt (geb. 7. Aug. 1844; gest. 10. Juni 1845)
  • Christina Barbara Kütt (geb. 24. Juni 1845; gest. 18. Sept. 1846)
  • Johann David Kütt (geb. 27. Juni 1846; gest. 22. Sept. 1846)
  • Johann Christian Kütt (geb. 18. Juni 1847)
  • Lisetta Wilhelmina Kütt (geb. 9. Mai 1848; gest. 15. Jan. 1849)
  • Johann Wilhelm Kütt (geb. 6. Juli 1849; gest. 13. Jan. 1850)
  • Johann Georg Paulus Kütt (geb. 7. Feb. 1851)
  • Johann Christoph Samuel Kütt (geb. 6. Jan. 1852; gest. 23. Juli 1852)
  • Hieronymus Bernhard Christoph Kütt (geb. 8. Dez. 1852), er wurde Gastwirt und Cafetier
  • Johann Andreas Conrad Kütt (24. Nov. 1853), er wurde Schreiner
  • Anna Katharina Kütt (geb. 19. Juli 1855; gest. 20. Okt. 1856)
  • Louisa Kunigunda Kütt (geb. 17. Aug. 1856; gest. 28. Okt. 1856)
  • Johann Leonhard Kütt (geb. 21. Okt. 1857; gest. 16. Jan. 1863), starb in der Moststraße 8 im Alter von 5 Jahren an Lungenentzündung
  • Christina Barbara Kütt (geb. 15. Okt. 1858), sie heiratete 1887 den Gastwirt Johann Georg Tauber, der das Restaurant Kronprinz und zeitweise den Gasthof Grüner Baum betrieb
  • Margaretha Rosina Kütt (geb. 24. Okt. 1860), sie verheiratete sich – auch 1887 – mit Julius Balthasar Riegel, Lehrer an der städtischen Handelsschule Nürnberg
  • Johanna Margitta Kütt (geb. 26. Okt. 1863), sie ehelichte 1888 den Lehrer Johann Christian August Frank

Seine Witwe Apollonia Kütt starb am 6. November 1886 im Haus Friedrichstraße 3 (ab 1890 Friedrichstraße 5).

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Kirchenbücher St. Michael, Taufen 1805–1813, S. 620
  2. 2,0 2,1 Kirchenbücher St. Michael, Bestattungen 1867–1871, S. 356
  3. Fürther Tagblatt vom 8. März 1843
  4. Verena Friedrich, Karen Görner-Gütling, Birgit Schmalz: Pioniere der Photographie aus Fürth.... In: Fürther Geschichtsblätter, 2/2020, S.70
  5. Kirchenbücher St. Michael, Trauungen 1827–1843, S. 365

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