Georg Kütt
- Person
- Georg Kütt
- Vorname
- Georg
- Nachname
- Kütt
- Geschlecht
- männlich
- Abw. Name
- Johann Georg K.
- Geburtsdatum
- 4. April 1871
- Geburtsort
- Fürth
- Todesdatum
- 24. Oktober 1947
- Todesort
- Fürth
- Beruf
- Bankier, Fabrikbesitzer
- Religion
- evangelisch-lutherisch
| Auszeichnung | VerleihungAm | AuszeichnungBemerkung |
|---|---|---|
| Bayerisches Militärverdienstkreuz | 22 Oktober 1917 | IV. Klasse mit Schwertern |
| Eisernes Kreuz II. Klasse | 18 März 1917 | |
| Landwehr-Dienstauszeichnung II. Klasse |
- Hirschenstraße 6 (Geburtshaus)
| Person | Verwandtschaftsgrad |
|---|---|
| Babetta Kütt | Tochter |
| Helena Stroebel | Ehefrau |
| Margarete Kütt | Tochter |
Johann Georg Kütt (geb. 4. April 1871 in Fürth, gest. 24. Oktober 1947 in Fürth) war ein Fürther Bankier und Fabrikbesitzer.
Leben
Er kam als zehntes und jüngstes Kind bzw. siebter Sohn des Schreinermeisters Johann Andreas Kütt und seiner Ehefrau Anna Katharina, geborene Kaeser (1826–1899) in der Hirschengasse 33 (heute Hirschenstraße 6) zur Welt. Seit Pate war Georg Kütt, ein gleichnamiger Sohn des bereits verstorbenen Gastwirts und Hotelbesitzers Paulus Kütt.[1]
Nach seiner Lehre im Bankgeschäft „Berolzheimer & Co“ als Bankkaufmann musste er im Alter von 22 Jahren auf Geheiß seiner resoluten Mutter die elterliche Spiegelschleiferei in der Langen Straße, einer Parallelstraße zur Dr.-Mack-Straße, übernehmen. Heute ist das ehemalige Fabrikgebäude besser bekannt unter dem Namen Kofferfabrik. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten und Motivationsprobleme übernahm er den elterlichen Betrieb, formte und führte ihn mit einem von Liberalismus und Toleranz geprägten Führungsstil durch wirtschaftlich schwierige Zeiten.
Georg Kütt war ein begeisteter Fan des Fußballsports, insbesondere der Spielvereinigung im Ronhof. Es wird berichtet, dass Kütt einer der ersten regelmäßigen VIP-Gäste im damaligen Sportpark Ronhof gewesen ist und den Verein immer wieder mit großzügigen Spenden bedacht hat.
Das Grundstück, auf dem das Restaurant „Zum Kütt“ in der heutigen Dr.-Mack-Straße stand, war der Garten, der ihm, seiner Frau und den Kindern bzw. Kindeskindern zur Erholung diente.
Familie
Georg Kütt heiratete am 4. April 1896 in Nürnberg Anna ‚Helena‘ Stroebel (geb. 29. April 1873 in Nürnberg), Tochter des Nürnberger Hotelbesitzers Johann Georg Stroebel und dessen bereits verstorbener erster Ehefrau Regina Luise, geborene Ziegler (1844–1877).[2][3] Das Ehepaar hatte zwei zu Fürth geborene Töchter:
- Babetta Kütt (geb. 1. Mai 1897), sie wurde Lehrerin, heiratete 1925 den zum Christentum konvertierten Großbuchhändler Alfred Dessauer (1889–1954)[4], dem Inhaber der später arisierten Nürnberger Fa. Dessauer & Engelhardt, dem nach den Novemberpogromen 1938 die Flucht in die Schweiz gelang[5]
- Margarete Kütt (geb. 21. Februar 1901), sie wurde Chemikerin, verheiratete sich 1921 mit dem Nürnberger Fabrikbesitzer und späteren Textilkaufmann Otto Strunz (1894–1979)[6], der als passionierter Amateurfotograf seine stadtgeschichtlich bedeutsame Diasammlung dem Stadtarchiv Nürnberg übergab; Margarete Strunz verstarb am 17. November 1983 in Nürnberg
Adressen[3]
- 1894: Maxstraße 7[7]
- 1895: Lange Straße 77
- 1896: Pickertstraße 4 (seit 1. Mai 1896)
- 1896: Jakobinenstraße 8 (seit 10. August 1896)
- 1900: Spiegelstraße 3 (seit 3. September 1900)
- 1906: Lange Straße 79 (seit 1. Juli 1906)
Siehe auch
- Kütt
- Lange Straße 79, 81
- Kofferfabrik
- ehem. Hotel Kütt
- Zum Kütt (Restaurant)
Einzelnachweise
- ↑ Kirchenbücher St. Michael, Taufen 1869–1872, S. 272
- ↑ Kirchenbücher St. Lorenz Nürnberg, Trauungen 1896–1912, S. 5
- ↑ 3,0 3,1 Familienbogen Kütt, Johann Georg; StadtAFÜ Sign.-Nr. A. 4. 5
- ↑ Familienbogen Kütt, Babette; StadtAFÜ Sign.-Nr. A. 4. 5
- ↑ siehe Biografie der Tochter und schweizer Buchhändlerin Verena Felizitas Gyr (1929–2024); Börsenblatt vom 12. August 2024 des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels - online
- ↑ Familienbogen Kütt, Margarete; StadtAFÜ Sign.-Nr. A. 4. 5
- ↑ Adressbuch von 1895
Bilder
Historischer Geschäftsbrief der Spiegelfabrik Winkler & Kütt von 1900 Urheber: Spiegelfabrik Winkler & Kütt
Lizenz: CC BY-SA 3.0
