Person
Johann Schubert
Vorname
Johann
Nachname
Schubert
Geschlecht
männlich
Abw. Namen
Jean Neubauer, Johann Michael S.
Geburtsdatum
5. Mai 1888
Geburtsort
Fürth
Todesdatum
24. Juli 1966
Todesort
Fürth
Beruf
Maurer, Ingenieur, Baubeamter
Partei
SPD
Religion
evangelisch-lutherisch
Friedhof
Städtischer Friedhof
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Johann Michael Schubert (geb. 5. Mai 1888 in Fürth[1]; gest. 24. Juli 1966 ebenda[2]) war ein städtischer Baubeamter, Fußballspieler und Sportfunktionär.

Leben

Er wurde als erstes Kind der unverehelichten Elisabetha Dorothea Neubauer (1863–1950) geboren. Taufpate war sein Großvater, der Fürther Schreinermeister Johann Michael Neubauer.[1] Als er sieben Jahre alt war, heiratete seine Mutter den Kommissionär Anton Schubert (1868–1906). Erst Ende Juni 1901 übertrug ihm der Stiefvater seinen Familiennamen. Schubert bekam neun Halbgeschwister, sein Halbbruder Karl Schubert (1890–1918) fiel im Ersten Weltkrieg.[3] Durch den frühen Tod des Stiefvaters lebte die Familie in schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen.[4]

Noch mit dem Namen Jean Neubauer wurde er am Weißen Sonntag des Jahres 1901 konfirmiert und erlernte von 1901 bis 1904 das Steinhauer-/Maurerhandwerk beim Maurermeister Johann Teufel. Als Geselle war er anfangs weiter bei diesem tätig, wechselte dann Mitte August 1905 zum Baugeschäft Karl Mayer. Ab 1908 arbeitete Schubert beim Baumeister Conrad Egelseer, wo er bald als Bauführer eingesetzt wurde.[5]

Als lediger, bei Familie Weinkauf in der Ottostraße 15 wohnender Bauführer stellte Schubert am 14. März 1913 ein Gesuch um Verleihung des Bürgerrechts und Ausfertigung eines Verehelichungszeugnisses, das ihm zehn Tage später bewilligt wurde.[6] Nach erfolgter Eheschließung zog er zu seiner Ehefrau in die Cadolzburger Straße 32, in die Wohnung seiner Schwiegereltern. Zum 1. April 1914 bezog das junge Ehepaar eine eigene Wohnung in der neu erbauten Pegnitzstraße 41.

Schubert trat am 1. Dezember 1913 als Hochbauaufseher in städtische Dienste. Bald wurde er im Stadtbauamt zum Technischen Sekretär ernannt, später wurde er als Baumeister und ab Mitte der 1920er Jahre als städtischer Bauingenieur bezeichnet.[5] In den letzten Jahren führte er den Titel Stadtbauamtmann.

Schon in jungen Jahren (ab 1901) spielte er Fußball, seit 1906 war Mitglied der Spielvereinigung Fürth. Zudem betrieb er auch Leicht- und Schwerathletik. Ab 1921 spielte er beim TV Fürth 1860 bei der 5. Mannschaft Fußball. Diese wurde bald als „Schubert-Elf“ zum Markenzeichen des Vereins.[7] Später war Schubert lange Jahre als Platzverwalter, Verwaltungsmitglied und Vorsitzender des Jubiläums- und Ehrungsausschusses der Spielvereinigung tätig. Dem nach 1945 gegründeten Stadtausschuss für Leibesübungen gehörte er als Vorsitzender des Bauausschusses an.[8]

Johann Schubert starb als Witwer im Alter von 78 Jahren in seinem Haus Kriegerheimstraße 13.[2] Seine Ehefrau Pauline Schubert war bereits am 18. September 1959 verstorben.

Familie

Johann Schubert heiratete am 10. Mai 1913 in Fürth die Metalldrückermeisterstochter Barbara ‚Pauline‘ Schroll (geb. 13. August 1889 in Nürnberg).[9] Dieser Ehe entsprossen drei zu Fürth geborene Kinder:

  • Pauline Elisabetha Schubert (geb. 30. September 1914)
  • Hans Michael Schubert (geb. 26. August 1919)
  • Franz Karl Schubert (geb. 9. Januar 1922)

Lokalberichterstattung

  • Johann Schubert 70 Jahre alt – Vom Aktiven zum Förderer des Sports. In: Fürther Nachrichten vom 5. Mai 1958
  • jr: Jean Schubert heute „Siebzig“ – Einer der verdientesten Sportpioniere. In: Nordbayerische Zeitung vom 5. Mai 1958
  • N.: Der Sport war sein Lebensideal – Stadtbauamtmann a. D. Johann Schubert feiert heute seinen 70. Geburtstag. In: Fränkische Tagespost vom 5. Mai 1958
  • Bauamtmann Johann Schubert ✝︎ – Zeitlebens setzte er sich für den Sport ein. In: Fürther Nachrichten vom 26. Juli 1966
  • Johann Schubert ✝︎. In: Fränkische Tagespost vom 26. Juli 1966
  • Johann Schubert zur letzten Ruhe gebettet. In: Fürther Nachrichten vom 28. Juli 1966

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Kirchenbücher St. Michael, Taufen 1885–1889, S. 355
  2. 2,0 2,1 Kirchenbücher St. Peter und Paul, Bestattungen 1938–1987, S. 201
  3. lt. Kriegsstammrolle 3292, Bd. 2 gefallen am 27. Mai 1918 im Pinonwald bei Pinon; Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., Kriegsgräberstätte Vauxbuin, Frankreich; Eintrag zu Karl Schubert - online
  4. Familienbogen Schubert, Anton; StadtAFÜ Sign.-Nr. A. 4. 5
  5. 5,0 5,1 Familienbogen Schubert, Johann Michael; StadtAFÜ Sign.-Nr. A. 4. 5
  6. „Akten des Stadtmagistrats Fürth. Schubert, Johann Michael, Bauführer von Fürth. Bürgerrechts-Verleihung. Ausstellung des Verehelichungszeugnisses“, 1913; StadtAFÜ Sign.-Nr. Fach 18 a/S 3944
  7. Gert Kuntermann: Fürth 1936 – Fürther Geschichtswerkstatt, S. 49 - online
  8. Fürther Nachrichten vom 5. Mai 1958
  9. Kirchenbücher St. Michael, Trauungen 1908–1917, S. 243