Alfred Davidsohn

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Person
Alfred Davidsohn
Vorname
Alfred
Nachname
Davidsohn
Geschlecht
männlich
Abw. Name
Abraham
Geburtsdatum
3. September 1913
Geburtsort
Fürth
Todesdatum
27. Januar 1943
Todesort
Auschwitz
Beruf
Ingenieur
Religion
Jüddisch
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Alfred Abraham Davidsohn (geb. 3. September 1913 in Fürth; gest. 27. Januar 1943 in Auschwitz) war von Beruf Ingenieur.

Leben und Wirken

Seine Eltern Siegfried und Berti Davidsohn lebten in Fürth. Der Vater fiel am 27. September 1914 als Infanterist in der Schlacht bei Verdun. Seine Mutter Berti, geb. Fuchs, heiratete am 14. Februar 1922 erneut und ging die 2. Ehe mit Alfred Abraham ein. Alfred Davidsohn besucht von 1923 bis 1932 die Oberrealschule in der Südstadt - dem heutigen Hardenberg-Gymnasium. Er studierte im Anschluss Ingenieurwesen und arbeitete bei der Spiegel- und Fensterglasfabrik Seligman Bendit & Söhne in Marktredwitz, wozu er auch einige Zeitlang dorthin umzog. Er lernte die evangelisch getaufte Frieda Waldmann kennen, und beide verlobten sich hierzu - mit der Absicht, zeitnah zu heiraten. Eigens dazu hatte Davidsohn für die Ehe einen eigenen Ehering gestaltet, allerdings kam es nicht mehr dazu.

Verfolgung während der NS-Zeit

Im Rahmen der sog. Nürnberger Rassegesetze aus dem Jahr 1935 wurde die geplante Ehe zwischen einem Juden und einer Nicht-Jüdin untersagt. Beide trafen sich trotz Verbot weiterhin und planten eine Auswanderung in die Schweiz. Durch eine Denunziation wurde das Paar getrennt. Am 20. Oktober 1938 kamen beide zunächst in Untersuchungshaft. Während Frieda Waldmann noch am gleichen Tag wieder freigelassen wurde, blieb Davidsohn in Haft. Ein letztes Mal begegnete sich das Paar am 10. Mai 1939, also sie als Zeugin gegen ihren Verlobten aussagen sollte. In der Folge wurde Davidsohn an diesem Tag vor einem Sondergericht zu einer Zuchthausstrafe von sieben Jahren verurteilt, die er in Amberg und Zweibrücken hätte absitzen sollen. Die Mutter und der Stiefsohn Davidsohns wurden wegen "schwerer Kuppelei" ebenfalls angeklagt. Frieda Waldmann wurde vom Gericht der Pass wegen "Rassenschande" entzogen, womit eine Ausreise ebenfalls nicht mehr möglich war.

Am 14. Dezember 1942 wurde Davidsohn nach Auschwitz deportiert und am 9. Mai 1957 zum 8. Mai 1945 für tot erklärt. Sein tatsächliches Sterbedatum wurde erst später bekannt und im Sonderstandesamt Arolsen zum 27. Januar 1943 in Auschwitz beurkundet. Die Verlobte überlebte den Krieg in Fürth und bemühte sich um eine posthume Verehelichung. Durch die Entscheidung des Oberlandesgerichtshofes Nürnberg wurde die Verbindung der beiden im Rahmen des „Gesetzes über die Anerkennung freier Ehen rassisch und politisch Verfolgter" vom 23. Juni 1950 rückwirkend zum 1. Januar 1939 als Ehe anerkannt. Die Eheschließung samt Todesbescheinigung wurden in den Unterlagen des Standesamtes in Fürth festgehalten.[1]

Posthume Würdigung

In Gedenken an dieses ungewöhnliche Paar und um das Engagement von Frieda Davidsohn würdigt das Jüdische Museum Franken das Paar. So wurden Anfang 2026 aus dem im Museum noch vorliegenden Briefen eine szenische Lesung vorgetragen, mit musikalischer Begleitung. Gezeigt wurden dazu auch der Verlobungsring, sowie eine technische Zeichnung eines neuen Zigarettenautomaten, den Davidsohn noch kurz vor seiner Verhaftung noch entwarf.

Weblinks

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Gisela Blume: Jüdisch in Fürth - Opfer des Shoah, Homepage online abgerufen am 5. Januar 2026 | 16:03 Uhr -online

Bilder