Frieda Davidsohn

Aus FürthWiki

Person
Frieda Davidsohn
Vorname
Frieda
Nachname
Davidsohn
Geschlecht
weiblich
Abw. Namen
geb. Fuchs, Friedl
Geburtsdatum
3. Juli 1911
Geburtsort
Fürth
Todesdatum
30. Juni 2012
Todesort
Erlangen
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Frieda Davidsohn, geb. Waldmann (geb. 3. Juli 1911 in Fürth; gest. 30. Juni 2012 in Erlangen) war verheiratet und wohnte nach dem Zweiten Weltkrieg in der Theaterstraße.

Leben und Wirken

Frieda Davidsohn lernte vor dem Krieg ihren künftigen Ehemann Alfred Davidsohn kennen. Beide verlobten sich, allerdings war ihr Verlobter jüdischen Glaubens, während sie evangelisch getauft war. Durch die sog. Nürnberger Rassegesetze aus dem Jahr 1935 hatte dadurch aber das Paar "Rassenschande" begangen, womit die Verlobung bzw. Ehe unterbunden wurde. Davon ließ sich das Paar aber nicht beirren und traf sich regelmäßig weiterhin und plante die Ausreise in die Schweiz. Am 20. Oktober 1938 wurde das Paar in Folge deiner Denunziation verhaftet und in Untersuchungshaft genommen. Während Frieda Davidsohn "nur" der Pass abgenommen wurde und sie anschließend wieder auf freiem Fuß kam, ging die Geschichte für Alfred Davidsohn nicht glimpflich auch. Er blieb in Untersuchungshaft, bis er schließlich am 10. Mai 1939 vor dem Gericht zu neuen Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Im Dezember 1942 wurde er nach Auschwitz deportiert, wo er nur kurze Zeit später ermordet wurde.[1]

Rückwirkende Eheschließung

Frieda Davidsohn kämpfte auch nach dem Tod des geliebten Mannes für deren Ehe, die nicht stattfinden durfte. So gelang es ihr am 16. Juni 1956 vor dem Oberlandesgericht Nürnberg, die Ehe doch noch anerkennen zu lassen, und zwar rückwirkend zum 1. Januar 1939, womit sie nach dem Bundesergänzungsgesetz zur Entschädigung für Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung ihr nach der Anerkennung der Ehe eine finanzielle Unterstützung zustand.

Sie überlebte den Krieg und blieb in Fürth. Sie ging nach dem Krieg keine weitere Bindung mehr ein und starb kurz vor ihrem 101. Geburtstag in einem Wohnstift in Erlangen.[2] Eine Erfindung für einen neuen Zigarettenautomaten, den Davidsohn kurz vor seiner Verhaftung entworfen hatte und seiner Verlobten überlassen hatte zur weiteren Absicherung, liegt nun dem Jüdischen Museums Franken vor. Sie hat nie ein Patent dafür eingereicht.

Posthume Würdigung

In Gedenken an dieses ungewöhnliche Paar und um das Engagement von Frieda Davidsohn würdigt das Jüdische Museum Franken das Paar. So wurden Anfang 2026 aus dem im Museum noch vorliegenden Briefen eine szenische Lesung vorgetragen, mit musikalischer Begleitung. Gezeigt wurden dazu auch der Verlobungsring, sowie eine technische Zeichnung eines neuen Zigarettenautomaten, den Davidsohn noch kurz vor seiner Verhaftung noch entwarf.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Gisela Blume: Jüdisch in Fürth - Opfer des Shoah, Homepage online abgerufen am 5. Januar 2026 | 16:03 Uhr -online
  2. Taurernanzeigen auf Trauer.nn.de - online abgerufen am 5. Januar 2026 | 16:30 Uhr - online

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