Amanda Franz

Aus FürthWiki

Person
Amanda Franz
Vorname
Amanda
Nachname
Franz
Geschlecht
weiblich
Abw. Name
Sinti-Königin
Geburtsdatum
19. November 1930
Todesdatum
September 2011
Todesort
Fürth
Friedhof
Friedhof Stadeln
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Amanda Franz (geb. 19. November 1930 im Harz; gest. November 2011 in Fürth) gehörte zur Volksgruppe der Sinti und lebte in Stadeln. Sie wurde von ihrer Verwandtschaft als die "Sinti-Königin" geehrt. Nach eigenen Angaben stammte sie aus einer "Operrettenfamilie", weshalb sie selbst gerne sang und tanzte.

Bereits ihre Eltern Paul und Dina Franz kamen 1946 nach Fürth/Stadeln. Während des Nationalsozialismus wurde die Familie verfolgt. Amanda Franz musste eigenen Angaben zufolge während der NS-Zeit in einer Artistengruppe untertauchen, die u.a. im Balkan und Italien auftraten. So entging sie der Deportation, während 56 anderen Familienmitglieder die Flucht nicht gelang und in Auschwitz ermordet wurden.

In Fürth hatte sie insgesamt 12 Kinder zur Welt gebracht, neun Mädchen und drei Jungen. Zu ihrer Lebzeit hatte sie 156 Enkel, Urenkel und Ururenkel.

Als sie im September 2011 in Stadeln im Alter von 81 Jahren verstarb, wurde sie anschließend drei Tage lang in einer Trauerhalle in Schniegling aufgebahrt. Dem eigenen Wunsch nach wurde sie anschließend mit einer offenen Kutsche von Schniegling zum Friedhof nach Stadeln in die Familiengruft auf dem Friedhof überführt. Die Kutsche zogen dabei vier schwarze Pferde, über die Brettergarten- und Hans-Böckler-Straße nach Stadeln. Mit dabei ca. 500 Angehörige, die der Kutsche nach Stadeln folgten. Ebenfalls bat die Verstorbene, dass die Trauergesellschaft nicht in schwarzer Kleidung erscheinen sollte - sondern in Rosa und Pink mit Blumen im Haar. Zu ihrer Trauerfeier kam eigens der Cousin und Opernsänger Mirano Cavaljeti-Richter, und sang gefühlvolle Operettenweisen. Zum Gesang wurden zehn weiße Tauben freigelassen.

Die Beerdigung sorgte in Fürth für großes Aufsehen. Die Trauergäste aus ganz Deutschland fuhren im Anschluss der Beerdigung nach Cadolzburg.

Lokalberichterstattung

  • Sabine Rempe: "Sie war für uns einen Königin". In: Fürther Nachrichten vom 11. September 2011 - online

Siehe auch

Bilder