Alfred Davidsohn: Unterschied zwischen den Versionen

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== Leben und Wirken<ref>biographische Angaben nach [https://juedisch-in-fuerth.repositorium.gf-franken.de/de/personen.html?permaLink=fue00142 Jüdisch in Fürth] zu Alfred Davidsohn</ref>==
== Leben und Wirken<ref>biographische Angaben nach [https://juedisch-in-fuerth.repositorium.gf-franken.de/de/personen.html?permaLink=fue00142 Jüdisch in Fürth] zu Alfred Davidsohn</ref>==
Seine Eltern Siegfried und [[Bertha Davidsohn|Berti Davidsohn]] lebten in Fürth. Der Vater fiel am 27. September 1914 als Infanterist in der Schlacht bei Verdun. Seine Mutter Berti, geb. Fuchs, heiratete am 14. Februar 1922 erneut und ging die 2. Ehe mit Alfred Abraham ein. Ihr Sohn aus erster Ehe, Alfred Davidsohn, besuchte von 1923 bis 1932 die Oberrealschule in der Südstadt - dem heutigen [[Hardenberg-Gymnasium]]. Er studierte im Anschluss Ingenieurwesen und arbeitete bei der Spiegel- und Fensterglasfabrik [[Seligman Bendit & Söhne]] in Marktredwitz, wozu er auch einige Zeitlang dorthin umzog. Er lernte die evangelisch getaufte Frieda Waldmann kennen und beide verlobten sich - mit der Absicht, zeitnah zu heiraten. Eigens dazu hatte Davidsohn für die Ehe einen Ehering selbst gestaltet, allerdings kam es nicht mehr dazu.
Seine Eltern Siegfried und [[Bertha Davidsohn|Berti Davidsohn]] lebten in Fürth. Der Vater fiel am 27. September 1914 als Infanterist in der Schlacht bei Verdun. Seine Mutter Berti, geb. Fuchs, heiratete am 14. Februar 1922 erneut und ging die 2. Ehe mit Alfred Abraham ein. Ihr Sohn aus erster Ehe, Alfred Davidsohn, besuchte von 1923 bis 1932 die Oberrealschule in der Südstadt, dem heutigen [[Hardenberg-Gymnasium]]. Er studierte im Anschluss Ingenieurwesen und arbeitete bei der Spiegel- und Fensterglasfabrik [[Seligman Bendit & Söhne]] in Marktredwitz, wozu er auch einige Zeitlang dorthin umzog. Er lernte die evangelisch getaufte Frieda Waldmann kennen und beide verlobten sich mit der Absicht, zeitnah zu heiraten. Eigens dazu hatte Davidsohn für die Ehe einen Ehering selbst gestaltet, allerdings kam es nicht mehr dazu.


== Verfolgung während der NS-Zeit ==
== Verfolgung während der NS-Zeit ==
Im Rahmen der sog. Nürnberger Rassegesetze aus dem Jahr 1935 wurde die geplante Ehe zwischen einem Juden und einer Nicht-Jüdin untersagt. Beide trafen sich trotz Verbot weiterhin und planten eine Auswanderung in die Schweiz. Durch eine Denunziation wurde das Paar getrennt. Am 20. Oktober 1938 kamen beide zunächst in Untersuchungshaft. Während Frieda Waldmann noch am gleichen Tag wieder freigelassen wurde, blieb Davidsohn in Haft. Ein letztes Mal begegnete sich das Paar am 10. Mai 1939, also sie als Zeugin gegen ihren Verlobten aussagen sollte. In der Folge wurde Davidsohn an diesem Tag vor einem Sondergericht zu einer Zuchthausstrafe von sieben Jahren verurteilt, die er in Amberg und Zweibrücken hätte absitzen sollen. Die Mutter und der Stiefsohn Davidsohns wurden wegen "schwerer Kuppelei" ebenfalls angeklagt. Frieda Waldmann wurde vom Gericht der Pass wegen "Rassenschande" entzogen, womit eine Ausreise ebenfalls nicht mehr möglich war.  
Infolge der sog. Nürnberger Rassegesetze aus dem Jahr 1935 wurde die geplante Ehe zwischen einem Juden und einer Nicht-Jüdin untersagt. Beide trafen sich trotz Verbot weiterhin und planten eine Auswanderung in die Schweiz. Durch eine Denunziation wurde das Paar getrennt. Am 20. Oktober 1938 kamen beide zunächst in Untersuchungshaft. Während Frieda Waldmann noch am gleichen Tag wieder freigelassen wurde, blieb Davidsohn in Haft. Ein letztes Mal begegnete sich das Paar am 10. Mai 1939, als sie als Zeugin gegen ihren Verlobten aussagen sollte. In der Folge wurde Davidsohn an diesem Tag vor einem Sondergericht zu einer Zuchthausstrafe von sieben Jahren verurteilt, die er in Amberg und Zweibrücken hätte absitzen sollen. Die Mutter und der Stiefsohn Davidsohns wurden wegen „schwerer Kuppelei“ ebenfalls angeklagt. Frieda Waldmann wurde vom Gericht der Pass wegen „Rassenschande“ entzogen, womit eine Ausreise ebenfalls nicht mehr möglich war.  


Am 14. Dezember 1942 wurde Davidsohn nach Auschwitz deportiert und am 9. Mai 1957 zum 8. Mai 1945 für tot erklärt. Sein tatsächliches Sterbedatum wurde erst später bekannt und im Sonderstandesamt Arolsen zum 27. Januar 1943 in Auschwitz beurkundet. Die Verlobte überlebte den Krieg in Fürth und bemühte sich um eine posthume Verehelichung. Durch die Entscheidung des Oberlandesgerichtshofes Nürnberg wurde die Verbindung der beiden im Rahmen des „Gesetzes über die Anerkennung freier Ehen rassisch und politisch Verfolgter" vom 23. Juni 1950 rückwirkend zum 1. Januar 1939 als Ehe anerkannt. Die Eheschließung samt Todesbescheinigung wurden in den Unterlagen des Standesamtes in Fürth festgehalten.<ref>Gisela Blume: Jüdisch in Fürth - Opfer des Shoah, Homepage online abgerufen am 5. Januar 2026 | 16:03 Uhr -[https://juedisch-in-fuerth.repositorium.gf-franken.de/de/personen.html?permaLink=fue00142#ID_fue00142 online]</ref>  
Am 14. Dezember 1942 wurde Davidsohn nach Auschwitz deportiert und am 9. Mai 1957 zum 8. Mai 1945 für tot erklärt. Sein tatsächliches Sterbedatum wurde erst später bekannt und im Sonderstandesamt Arolsen zum 27. Januar 1943 in Auschwitz beurkundet. Die Verlobte überlebte den Krieg in Fürth und bemühte sich um eine posthume Verehelichung. Durch die Entscheidung des Oberlandesgerichtshofes Nürnberg wurde die Verbindung der beiden im Rahmen des „Gesetzes über die Anerkennung freier Ehen rassisch und politisch Verfolgter“ vom 23. Juni 1950 rückwirkend zum 1. Januar 1939 als Ehe anerkannt. Die Eheschließung samt Todesbescheinigung wurden in den Unterlagen des Standesamtes in Fürth festgehalten.<ref>Gisela Blume: Jüdisch in Fürth - Opfer des Shoah, Homepage online abgerufen am 5. Januar 2026 | 16:03 Uhr -[https://juedisch-in-fuerth.repositorium.gf-franken.de/de/personen.html?permaLink=fue00142#ID_fue00142 online]</ref>  


== Posthume Würdigung ==
== Posthume Würdigung ==
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