Fischerberg

Aus FürthWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Karte wird geladen …

Fischerberg ist die Bezeichung für eine Straße im Fürther Ortsteil Stadeln. Im Fürther Sprachgebrauch ist diese Verbindung auch als "Panzerstraße" bekannt, da über diese Straße die in den Monteith-Barracks stationierten US-Truppenteile zu ihren Manövern zum Truppenübungsplatz Tennenlohe fuhren.


Bedeutung[Bearbeiten]

Am Fischerberg befand sich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts das Zentrum des alten unregelmäßigen Haufendorfes Stadeln. Es befand sich über dem Hochufer der Regnitz und der Straße, die am Fluss entlang von Fürth nach Erlangen führt. Am Ufer wohnten die Fischer, die dem Fischerberg ihren Namen gaben. Weiter oben befanden sich der Dorfplatz, die Waage und das Hirtenhaus. Ab 1738 dominierte den Platz das neue Gemeindehaus. Hier versammelte sich die Gemeinde, um ihre Dorfmeister zu wählen und ihre Angelegenheiten zu beraten. Hier wohnte auch der Lehrer, der im 1. Stock die Schüler unterrichten konnte. Nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum Rückzug aus den Monteith Barracks gehörten die Amerikaner mit ihren Fahrzeugen zum prägenden Bild am Fischerberg. Im Jahr 2020 ist der Fischerberg immer noch eine stark frequentierte Straße, die zum Leidwesen der Anwohner auch vom Schwerverkehr zum Fürther Hafengebiet genutzt wird.

Prägende Gebäude, Bauwerke und Baudenkmäler[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Das Kreuz und Mahnmal am Straßenrand vor der Heubrücke, welches heute noch steht, erinnert an die Ermordung (Kopfschuss) eines Fürther Taxifahrers in der Nacht zum 22. September 1971 an dieser Stelle durch zwei junge neunzehn und zwanzig Jahre alte US-Soldaten aus den nahen Monteith Barracks. Aufgebrachte Taxler protestierten darauf hin und blockierten das Eingangstor zum Kasernengelände. Die Täter wurden wurden gefasst und von der Jugendkammer des Landgerichts Nbg.-Fürth zur Höchststraße von je zehn Jahren verurteilt.

Ein größerer Gebäudeschaden erfolgte am 30. Juni 1966 durch einen schweren Panzer, der die S-Kurve vom Fischerberg über die Stadelner Hauptstraße zur Herboldshofer Straße nicht ganz schaffte und das Gebäude der Metzgerei Fleischmann schwer beschädigte. Die Panzerkanone ragte bis in das Wohnzimmer hinein. Der Panzer konnte erst aus der Hausecke heraus gezogen werden, nachdem das Gebäude abgestützt worden war.

Zeitzeugenberichte[Bearbeiten]

Zeitzeugenbericht „Panzerstraße“

Die frühere schmale und schwach befestigte Straße im Regnitzgrund zwischen Atzenhof und Stadeln wurde nach dem Krieg wegen der Panzertransporte der im Atzenhofer Kasernengelände Monteith-Barracks stationierten 1. Panzer Division der US Army schwerlastmäßig mit einer dicken Betonfahrdecke (wie im damaligen Autobahn Bau) mit Dehnungstreifen, die mit flüssigen Teer verschlossen wurde, angelegt. Im Volksmund wurde dieser Straßenabschnitt „Panzerstraße“ genannt. Bis ca. zu den 60iger Jahren fuhren die Panzerkolonnen entweder zum Bahnhof Vach wo sie über eine Laderampe auf Schwerlast Waggons verladen und zum Manöver und Scharfschießen nach Grafenwöhr oder Hohenfels gebracht wurden. Zur Komplettierung wurden noch ein D-Zug Waggon für die Panzerbesatzungen nach der Lok in den Zug eingestellt. Der kaserneneigene Bahnanschluss der Flughafenbahn wurde evtl. wegen der Traglast des Viaduktes (schon abgerissen) an der Mühltalstraße für diese Transporte nicht benutzt. Hier wurden nur Treibstoff und Ersatzteile angeliefert.

Oder die Panzerkolonne fuhr zu einer der Schießbahnen nach Tennenlohe über den Fischerberg, Mannhof und Eltersdorf. Dies galt für die schweren Maschinengewehre, deren Feuerstöße je die nach Windrichtung auch bis Stadeln zu hören waren. Interessant zu erwähnen, dass man als Spaziergänger bis fast an die schießenden Panzer herangehen konnte bis zu einem Zaun und die Leuchtspurgeschosse die ca. 2 km lange Strecke entlang fliegen sah. Die Amerikanische Militärpolizei, die ihren Jeep mit aufmontiertem MG an der Metzgerei Fleischmann an der Kreuzung Stadelner Hauptstraße/Herboldshofer Straße am Gehsteig abstellte und zusammen mit der LaPo Vach für die Verkehrsregelung beim zu erwartenden Panzertransport zuständig war, ließ die Schuljugend auf ein interessantes Schauspiel hoffen, wenn´s der Unterricht (hoffentlich) zeitmäßig zuließ …

Eine vom Bahnhof zurück kommende Panzerkolonne wurde von uns Schulkindern am Fischerberg mit Schneebällen beworfen, was nicht alle Panzerfahrer erfreute, die mit dem Kopf herausschauten, trotz ihrer dicken Schutzbrillen. Dies stand sogar als Nachricht mit Foto in den Fürther Nachrichten. Nur ein Schuljungenstreich, keine antiamerikanischen Umtriebe, denn „Amis“ gehörten für uns zu den Guten[1]

Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zeitzeugenbericht, Archiv FürthWiki e. V., Aktennr. '35'

Bilder[Bearbeiten]