Eingemeindung Fürths nach Nürnberg

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Postkarte mit dem Thema Eingemeindung
Bestrebungen zur Eingemeindung Fürths nach Nürnberg und umgekehrt wurden erstmals am 14. Mai 1833 schriftlich in der gemeinsamen Einladung beider Oberbürgermeister der Städte Fürth und Nürnberg zur Gründung der Ludwigseisenbahn formuliert. In den darauffolgenden Jahrzehnten gab es wiederholt von beiden Seiten Bestrebungen, die Städte zu fusionieren, die jedoch alle scheiterten.

Initiativen zur Eingemeindung der Stadt Fürth bis 1920

  • 14. Mai 1833: Erstmalig schriftliche Erwähnung der Idee einer Eingemeindung durch die Bürgermeister beider Städte Binder und Bäumen im Zuge der Errichtung der Ludwigseisenbahn.[1] In der Einladung vom 14. Mai 1833 zur Gründung einer Gesellschaft für die Errichtung einer Eisenbahn mit Dampffahrt zwischen Nürnberg und Fürth hieß es u. a.: Fürth wird durch dieses ... Kommunikationsmittel in den Stand gesetzt, um so viel leichter und bequemer an den Kunst- und Bildungsanstalten Nürnbergs ... teilzunehmen, denn beide Städte werden einander so nahe gerückt, dass sie fast nur eine Stadt ausmachen ... Diese Unternehmung würde ... die Aussicht eröffnen, das hier angefangene Werk für eine noch viel wichtigere Kommunikation fortzusetzten, wodurch die vereinigten Städte Nürnberg und Fürth zu Hauptpunkten des Binnenhandels zwischen dem Main und der Donau und zu Haupttransitplätzen des Großhandels zwischen Westen und Osten von Europa erhoben werden könnten.[2] Dieser Behauptung wurde zwar widersprochen, wenn auch zunächst aus einem anderen Grund als dem der Heimatverbundenheit (Ablehnung der Technik als solches, Kapitalismuskritik etc.).
  • 1898: In Bezug auf einen bevorstehenden Neubau des Krankenhauses und des Schlachthofes in Nürnberg schlägt der 1. Bürgermeister Nürnbergs, Dr. Johann Georg Schuh (in Fürth geboren), die Vereinigung beider Städte vor. Diese Aussage wurde vom 1. Bürgermeister während einer Besichtigung der neuen Nürnberger Gaswerke durch eine Fürther Kommission getätigt. Auch im Zuge der gemeinsamen Straßenbahnplanungen wurde erneut 1902 der Gedanke einer Eingemeindung beider Städte ins Spiel gebracht.[3]
  • 22. November 1904: Die Gemeindebevollmächtigten der Stadt Fürth beantragen beim Nürnberger Magistrat eine Beratung zur Zusammenlegung beider Städte. Dieser Bitte ging eine geheime Sitzung der Fürther Gemeindebevollmächtigen voraus, in dem 28 von 42 der anwesenden Bevollmächtigten am 22. November 1904 sich für Verhandlungen mit Nürnberg ausgesprochen hatten. Als dies in Fürth bekannt wurde, rief dies in der Bevölkerung hohe Wellen der Entrüstung hervor - laut dem Fürther Central Anzeiger "kochte die Fürther Volksseele".[4] In den darauf folgenden Bürgerversammlungen lehnten viele Fürther die Eingemeindung ab. Auch der Magistrat in Nürnberg konnte sich mehrheitlich eine Eingemeindung nicht vorstellen, so dass diese Initiative schnell wieder fallengelassen wurde.[5]
  • Januar 1908: Prinz Ludwig der III. von Bayern (ab 1913 der letzte König von Bayern) brachte erneut die Idee einer Eingemeindung gegenüber der Presse auf.[6]
  • 1912: Fürths Bürgermeister Theodor Kutzer schlägt in einer Denkschrift "Beiträge zur Frage der Vereinigung der Stadt Fürth mit Nürnberg" erneut die Zusammenlegung beider Städte vor. Der Vorschlag basiert auf rein pragmatischen Sichtweisen, z. B. durch vermeintliche Einsparpotentiale bei einer gemeinsamen Verwaltung oder gemeinsamen Bauten etc. Kutzer selbst vertrat in seiner Denkschrift die Ansicht, dass "das offenbar wirtschaftlich zusammengehörige Gebiet" zusammengelegt gehört.[7] Weder der Ältestenausschuss des Gemeindekollegiums Nürnberg zeigt sich in seiner Sitzung am 16. April 1912 von den Plänen Kutzers angetan (2 der 4 Fraktionen lehnten die Aufnahme von Verhandlungen ab), noch war die Fürther Bevölkerung von dieser Idee begeistert, insbesondere die heimlich geführten Vorhandlungen führten in der Bevölkerung zu massivem Ärger. Es gründeten sich die ersten Vereine gegen eine vermeintliche Eingemeindung, so z. B. das "Freie Bürgerkomitee Fürth", mit dem Ziel, die 1914 anstehenden Gemeindewahlen unter der Wahlkampf-Parole Für oder gegen Einverleibung zu führen. Auch nach dem Rücktritt des Bürgermeister Kutzers löste sich das Bürgerkomitee nicht auf, um präventiv allen weiteren Überlegungen zuvorkommen zu können.[3] Das Bürgerkomitee kann als frühe Form des später gegründeten Vereins "Treu Fürth" verstanden werden. Zu den Unterstützern gehörte auch Alfred Nathan, der sich 1912 deutlich gegen eine Einverleibung Fürths nach Nürnberg ausgesprochen hatte. Auf der Seite der Befürworter der Eingemeindung befand sich in Fürth überwiegend die Sozialdemokratie. Sie wollte sich mit dem ablehnenden Beschluss des Ältestenrats in Nürnberg nicht zufrieden geben und verlangte eine erneute Verhandlung des Punktes. In einer Parteiversammlung erwog man sogar, die Einverleibung zur "Parteisache" zu erklären, dies wurde aber von der Mehrheit der Mitglieder abgelehnt. Vielmehr bat man OB Kutzer, die Angelegenheit zwei bis drei Jahre ruhen zu lassen, bis dahin hätte man in Fürth und Nürnberg als Sozialdemokratie die erforderlichen Mehrheiten, so dass man die Einverleibung dann ohne Widerstände umsetzten könne.
  • 1917: Durch die Kriegswirren und der finanziellen Schieflage beider Städte wird die Zusammenlegung beider Städte erneut zum Thema. Insbesondere regt der Regierungspräsident und Jurist Dr. Julius Ritter von Blaul einen paritätisch besetzten Ausschuss von je 9 Vertretern beider Städte an. Diesem Anliegen schloss sich der Handelsvorstand Nürnberg, das Handelsgremium Fürth sowie der inzwischen zum König ernannte Ludwig III. von Bayern an.[8] Ausgelöst hatte die Diskussion der Großkaufmann und Geheime Kommerzienrat C. F. Zahn aus Nürnberg, der einer der führenden Männer der Handelskammer Nürnbergs war. In der Bay. Staatszeitung erschien ein Artikel mit der Überschrift: "Nürnberg-Fürther Zukunftsfragen", in der er die Frage Zweckmäßigkeit der Eingemeindung erneut befürwortete. Der Artikel, aber auch die Aktivitäten des Handelsgremiums in dieser Sache, löste in der Fürther Bevölkerung erneut eine große Beunruhigung aus. Eine Woche nach dem Antrag der Handelskörperschaften, am 11. Dezember 1917, behandelte der Stadtmagistrat in geheimer Sitzung erneut das Thema der Eingemeindung. Nach einer dreistündigen Diskussion stellte OB Dr. Robert Wild den Antrag, das Ersuchen der Handelsgremien auf Prüfung der Zweckmäßigkeit einer Vereinigung beider Städte abzulehnen. Er begründete seine Ablehnung allerdings nicht mit politischen Gründen, sondern vielmehr aus praktischen Erwägungen heraus, da durch den 1. Weltkrieg die Beamtenschaft so stark dezimiert ist, dass eine eingehende Prüfung nicht möglich sei. Zusätzlich ergänzte er seine Ausführungen damit, dass man die Bevölkerung, für die der Krieg sowieso schon genug Unangenehmes bringe, nicht unnötig aufregen [solle]. Außerdem stünden Tausende von Bürgern an der Front, ohne deren Mitwirkung eine solch wichtige Angelegenheit nicht entschieden werden dürfe. Eine Einverleibung müsse der Volksstimmung und nicht den Wünschen Einzelner entsprechen.[9] Die folgende Abstimmung ergab ein unentschieden mit 9 zu 9 Stimmen. In einer erneuten Abstimmung, unter Beteiligung des Vorsitzenden OB Robert Wild, wurde der Antrag nun abgelehnt. Die Gemeindebevollmächtigten, die der Sitzung des Magistrats nur beobachtend hinzugezogen waren, stimmten anschließend ebenfalls über die Angelegenheit mit dem Ergebnis ab, dass 18 Stimmen für eine Weiterverfolgung des Themas waren und 16 dagegen. Nach der damaligen Gemeindesatzung (Art. 4 Abs. 3 der Bayr. Gem.O. vom 24. April 1869) konnte aber ein solcher Beschluss nur dann umgesetzt werden, wenn beide Gremien - also Magistrat und Gemeindebevollmächtigte - dem Antrag zugestimmt haben. Nachdem der Magistrat den Antrag jedoch abgelehnt hatte, war die Zustimmung der Gemeindebevollmächtigten irrelevant. Die Fürther Bevölkerung nahm diesen Beschluss - insbesondere durch das aktive Zutun des OB Wild - wohlwollend zur Kenntnis.
Logo des neu gegründeten Vereins Treu Fürth
  • 8. Oktober 1918: Auf Verlangen des Regierungspräsidenten konstituiert sich die "Kommission zur Prüfung der Frage der Vereinigung von Nürnberg und Fürth". Die Leitung obliegt dem Oberregierungsrat Otto Dorn aus Ansbach, während den Vorsitz Dr. Ritter von Blaul selbst übernimmt. Durch das Kriegsende und die Revolution im November 1918 kam der Ausschuss über die konstituierende Sitzung nicht hinaus, jedoch sollte die Ruhe nicht lange halten. Bis dahin stand Oberbürgermeister Dr. Robert Wild einer Eingemeindung zumindest noch skeptisch bis ablehnend gegenüber. In einer Unterredung mit dem Regierungspräsidenten Mittelfrankens am 22. März 1917 sagte Wild: In der Stadtverwaltung Fürth herrscht ein sicherlich nicht ganz unberechtigtes traumatisches Misstrauen gegenüber der Nachbarstadt. Fürth fühlt sich mitunter beiseite geschoben, in gemeinsamen Dingen übervorteilt oder bisweilen sogar "eine gewisse Vergewaltigung durch Nürnberg".[10] Parallel formiert sich der Widerstand in Fürth gegen einen Zusammenschluss.[11] Es gründet sich der "Verein zur Wahrung der Interessen der Stadt Fürth e. V. TREU - FÜRTH" mit prominenten Vertretern der Stadt Fürth. Unter ihnen sind der Stadtpfarrer Paul Fronmüller und Isaak Löw Weiskopf, Vorsitzender des Kuratoriums der israelitischen Realschule.[5]
  • 29. November 1920: Nachdem sich die politischen Unruhen in Franken/Bayern wieder gelegt hatten, kam es nach zweijähriger Unterbrechung der ersten Verhandlungen beider Städte erneut unter der Führung von Regierungspräsidenten Dr. von Blaul zu neuen Gesprächen. In der ersten Sitzung am 29. November 1920 kam OB Dr. Wild zu dem Ergebnis, dass eine Eingemeindung Fürths nach Nürnberg nicht in Frage kommen könnte. Der Ausschuss beschloss daraufhin einstimmig (je 9 Vertreter der jeweiligen Stadt), dem Vorschlag von 1. Bürgermeister Dr. Luppe aus Nürnberg zu folgen, wonach die beiden Städte sich über die Frage einer gemeinsamen Lösung zur Einheitsgemeinde Gedanken machten sollten. Oberregierungsrat Dorn wurde beauftragt, beim Staatsministerium des Innern in München nachzufragen, ob dieses Ansinnen Aussicht auf Erfolg hätte. Der inzwischen 1918 gegründete Verein zur Wahrung der Interessen der Stadt Fürth richtete eine Eingabe an den Stadtrat, welcher die Aufrechterhaltung der Selbständigkeit forderte, da die von Dr. Luppe vorgeschlagene Form der Einheitsgemeinde nichts anderes als eine "verkappte Eingemeindung" darstelle.

Anfang der 1920er Jahre

Die geplante neue Großgemeinde Nürnberg-Fürth, 1922
Zeitungsanzeige gegen die Eingemeindung vom 21. Januar 1922
Aufgrund der politischen Ereignisse Anfang der 1920er Jahre (Kriegsende, Novemberrevolution und der Einführung der Weimarer Republik) wurde ab 1920 erneut das Thema Eingemeindung konkreter und ernsthafter als bisher vorangetrieben. Mitentscheidend für die Zusammenlegung beider Städte waren ebenfalls die gerade kommunalpolitisch notwendigen und geplanten Strukturmaßnahmen beider Städte, so dass man sich einen finanziellen Vorteil durch den Zusammenschluss erhoffte (z. B. Neubau von Krankenhäusern, Bau eines gemeinsamen Hafens für die Binnenschifffahrt, gemeinsame Führung der Theater beider Städte, etc.). Auch die Chancen für einen Zusammenschluss standen dieses Mal besser, da es in beiden Städten klare SPD-Mehrheitsverhältnisse in den Rathäusern gab, so dass keine parteipolitischen Differenzen zu erwarten waren.

Folgende Formen der Eingemeindungen waren im Gespräch:[12]

  • Die reine Form der Eingemeindung - eine Varianten, die vorsah, "dass 2 selbständige Gemeinden in der Regel auf Grund eines zwischen ihnen abgeschlossenen Vertrages durch Verfügung der Staatsgewalt derart miteinander vereinigt werden, dass sie von dem hierfür bestimmten Zeitpunkt an nur noch als eine Gemeinde in Betracht kommt." Eine Lösung, die durchaus Sympathien in Nürnberg fand, aber in Fürth große Skepsis hervorrief, da dies einer Selbstauflösung gleich gekommen wäre.
  • Die sog. Einheitsgemeinde, in unterschiedlichen Ausprägungen - so verlieren beide fusionierende Gemeinden ihre Rechtsstellung als eigenständige Gemeinde. Stattdessen entsteht eine neue Rechtspersönlichkeit - sprich - eine neue Gemeinde, die u. a. die gemeinsamen Aufgaben in einer gemeinsamen neu geschaffenen Verwaltung zusammen löst, während z. B. ortsteilbezogene Aufgaben in den ehemaligen Kommunen durch dezentrale bestehende Verwaltungen aufrechterhalten werden könnten. Letztere Variante war meist Gegenstand der kommenden Diskussionen, wenn es um die Fragestellung der Eingemeindung beider Städte ging.
  • Die sog. Samtgemeinde - ein eher fiktiver Vorschlag, der in der Diskussion kaum eine Rolle gespielt hat. Von der sog. Samtgemeinde ist dann die Rede, wenn mehrere Gemeinden lose zusammenfasst werden zu einer eigenen Rechtspersönlichkeit mit einer übergeordneten kommunalen Einheit. Dabei ist der Aspekt der Dezentralisation stark betont.
  • Der Zweckverband wurde vor allem von Fürther Seite aus favorisiert und immer wieder ins Spiel gebracht. Unter dem Zweckverbandsgedanken wurde die Vereinigung kommunaler Körperschaften verstanden, welche die gemeinsame Wahrnehmung einzelner Aufgaben durch eigene Verwaltungsorgane unter Ausschaltung der einzelnen Gemeindeverwaltungen verstand. Der Zweckverband wäre als Organisation völlig selbständig geblieben und hätte eine eigene Rechtspersönlichkeit dargestellt.
  • Das Zusammengehen einzelner Verwaltungszweige in Form einer AG, GmbH oder eines abgeschlossenen Vertrages. Diese privatrechtlichen Formen wären zwar theoretisch denkbar gewesen, wurden aber faktisch kaum von den beiden Gemeinden verfolgt.

Nürnberg macht den 1. Schritt

Den ersten Schritt machte diesmal der 1. Bürgermeister der Stadt Nürnberg, Dr. Hermann Luppe, der dies ebenfalls mit einer Denkschrift begründete. Die konkreten Vorschläge von ihm wurden im Ausschuss zur Förderung des Zusammenschlusses am 28. Oktober 1921 eingebracht, beraten und mit einer Gegenstimme beschlossen (die Gegenstimme kam vom Fürther Stadtrat und Stadtpfarrer Fronmüller). Oberregierungsrat Otto Dorn informierte als Geschäftsführer des Ausschusses in einer Stadtratssitzung am 1. Dezember 1921, dass das Bay. Ministerium der Bildung einer Einheitsgemeinde nicht im Wege stehen würde.[11] Luppe hatte in der Denkschrift folgende Punkte zur Frage der Rechtsform der Einheitsgemeinde ausgewiesen:

  1. Die Stadt Fürth darf durch die Einheitsgemeinde in ihrer Entwicklung nicht zur Vorstadt oder reinen Arbeiterstadt herabgedrückt werden, sondern muss fortschrittlich zum Großstadtteil weiterentwickelt werden. Der Name der Einheitsgemeinde hat fortan "Nürnberg-Fürth" zu lauten.
  2. Die Selbständigkeit der örtlichen Selbstverwaltung muss durch weitgehende Dezentralisation möglichst erhalten bleiben.

Behufs Erfüllung der Bedingungen unter 1. hat der Ausbau und die Entwicklung des zu vereinigenden Stadtbezirks Fürth wie bei weiterlaufender völlig selbständiger Verwaltung zu geschehen, und ist die Sicherstellung in dieser Richtung durch staatsaufsichtlich garantierten Vereinigungsvertrag bezüglich der verschiedenen Ausbau- und Entwicklungsgebiete der Stadt festzulegen.[13]

Oberbürgermeister Dr. Robert Wild, der inzwischen einer Eingemeindung positiv gegenüber stand, stellte dies im Stadtrat im Dezember 1921 zur Abstimmung. Für eine Eingemeindung fanden sich nach einer fast 20-stündigen (!) Debatte 30 Stimmen, dagegen sprachen sich lediglich 12 Stimmen aus.[11]

Die Antwort auf dieses Abstimmungsergebnis ließ nicht lange auf sich warten. Die Nordbayerische Zeitung schrieb kurz darauf: Wir wissen, dass Nürnberg bei allen Dingen greifbarer Natur, in denen es mit Fürth zusammenging, immer erst an sich gedacht hat. Es hat sich zwar mit uns an den Verhandlungstisch gesetzt, uns stets hübsch über unsere Absichten und Wünsche ausgefragt und ist dann von dannen gegangen, um uns schließlich in den Rücken zu fallen und die Beute für sich einzuheimsen. Herr Dr. Luppe kennt das wohl nicht, und darum auch nicht den Grad des Misstrauens, der in Fürth gegen alle Nürnberger Versprechungen besteht.[14]

Zeitungsanzeige gegen die Eingemeindung
Zeitungsanzeige für die Eingemeindung Fürths nach Nürnberg

Gleichzeitig formierte sich der Widerstand gegen eine Zusammenlegung beider Städte. An der Spitze des Widerstandes stand der 1918 gegründete Verein "Treu Fürth" mit den Vorsitzenden Paul Fronmüller, Isaak Löw Weiskopf und Babette Bauer, der 1919 erstmals zwei Sitze im 42-köpfigen Stadtratsgremium errungen hatte. Ebenfalls dem Widerstand angeschlossen waren der Grund- und Hausbesitzerverein, die Vereinigten Innungen, der "Interessenverband für gesamte Gewerbe und dem Kleinhandel" sowie der "Verein zum Schutze für Handel und Gewerbe". Sie gründeten gemeinsam einen Arbeitsausschuss "Zur Erhaltung der Selbständigkeit der Stadt" Fürth.[11]

Während in Fürth die Anteilnahme der Bevölkerung und Politik sehr hoch war, sah es in Nürnberg ganz anders aus. Bei der Nürnberger Bevölkerung stieß das Thema der Eingemeindung nur auf geringes Interesse. Auch bei der Beratung im Nürnberger Stadtrat hielt sich das Interesse an dem Thema in Grenzen, einige Stadträte waren nicht einmal zur Beratung in der Sitzung erschienen. Die Entscheidung wurde schließlich von beiden Seiten bewusst in einer Volksabstimmung gesucht.

Am Tag der Abstimmung hatte Treu Fürth die Stadt in den Stadtfarben dekorieren lassen. Gleichzeitig fuhren durch die Stadt Lastwagen und Pferdefuhrwerke mit der Aufschrift: "Wir sind Fürther und bleiben Fürther". In der nun folgenden Volksabstimmung am Sonntag, dem 22. Januar 1922 stimmten von 10 bis 17 Uhr alle Wahlberechtigten Fürths mit bayerischer Staatsangehörigkeit über 20 Jahren und seit sechs Monaten in Fürth lebend wie folgt ab: 64,8 % stimmten gegen einen Zusammenschluss der Städte Fürth und Nürnberg.[15][11] Das Ergebnis überraschte viele, da im Vorfeld drei sozialistische Parteien und die Gewerkschaften in Fürth die Bevölkerung zu einer Zustimmung der Vereinigung - und ihre Mitglieder aktiv zur Zustimmung - aufgerufen hatten.

Der Stadtrat, der sich zuvor mit einer 3/4-Mehrheit für den Zusammenschluss entschieden hatte, trat aufgrund des Ergebnisses noch im Februar 1922 geschlossen zurück. Das Ergebnis der Volksabstimmung hatte im Vorfeld zu erheblichen Verwirrungen geführt. Einen Zwang zum Rücktritt gab es nicht, da die Abstimmung nur einen informatorischen Charakter hatte. In der Sitzung des Organisations- und Wahlausschusses befasste man sich am 1. Februar 1922 mit dem Thema. OB Wild gab in der Sitzung an, dass seiner Auffassung nach der Ausgang der Volksabstimmung den Stadtrat jeder weiteren Sachbehandlung enthebe. Eine neue Beschlussfassung hielt er nicht für zweckdienlich, vielmehr schlug er den Anwesenden vor, geschlossen als Stadtrat zurückzutreten, auch wenn dies die Gemeindeordnung so als Fall nicht vorsieht bzw. gesetzlich nicht geregelt ist. Unklar war zunächst, wie sich die Stadträte verhalten sollen, die bereits im Vorfeld gegen eine Vereinigung Stellung bezogen hatten (11 Stück an der Zahl). Im Anschluss an die Diskussion gaben die 11 betroffenen Stadträte aber in einer gemeinsamen Erklärung bekannt, dass sie mit einer Neuwahl des Stadtrates einverstanden wären und somit ebenfalls zurücktreten. Nachdem auch die Ersatzmitglieder von ihrem Recht auf das Nachrücken in den Stadtrat Abstand genommen hatten, war der Stadtrat beschlussunfähig - und musste aufgelöst werden. Die Regierung erkannte den Rücktrittsgrund des Fürther Stadtrates als triftig an und ordnete Neuwahlen für den Rest der laufenden Wahlperiode an - der Stadtrat war am 15. Juni 1919 für Dauer von 5 Jahren gewählt worden.

Am 14. Mai 1922 fanden die Neuwahlen statt. Die Sozialdemokraten, die sich für die Eingemeindung besonders stark gemacht hatten, verloren bei der Wahl ihre Mehrheit.[16] Die Liste der sog. "Fürther Selbständigkeit", ein gemeinsamer Wahlvorschlag der Initiative Treu Fürth aus mehreren bürgerlichen Parteien, konnte stattdessen 50 % der Sitzplätze im Stadtrat erobern (20 Sitze von 40).[11] Obwohl OB Wild sich für die Einheitsgemeinde ausgesprochen hatte, beließen ihn die Treu-Fürth-Anhänger auf seinen Posten des Oberbürgermeisters und sprachen ihm das Vertrauen aus.

Nürnberg reagierte auf den Volksentscheid mit einer verstärkten Aktivität in Sachen Eingemeindung übriger Nachbargemeinden. Unter anderem wollte Nürnberg die Gemeinde Zirndorf eingemeinden. Nach der Abstimmung in Fürth trat der Zirndorfer Stadtrat sofort mit Nürnberg in Verhandlungen zwecks einer Eingemeindung. Gleichzeitig bot die Stadt Fürth die Eingemeindung Zirndorfs an, die jedoch vom Zirndorfer Stadtrat einstimmig abgelehnt wurde.[17] Allerdings scheiterte die Eingemeindung Zirndorfs nach Nürnberg an dem Veto der Stadt Fürth und der Regierung von Mittelfranken, da nach Auffassung der Regierung die Eingemeindung Zirndorfs nach Nürnberg einen unzulässigen Druck auf Fürth bewirken würde.[18]

Eingemeindungsbestreben im Nationalsozialismus

Der nächste Versuch beide Städte zusammenzuführen kam im Frühjahr 1935 vom Oberbürgermeister Willy Liebel aus Nürnberg.[19] Beide Städte wurden inzwischen durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten durch Parteimitglieder der NSDAP geführt. Willy Liebel regte eine Arbeitsgemeinschaft beider Kommunaladministrationen an, was jedoch in Fürth auf Ablehnung stieß. Hintergrund dieses Anliegens waren erneut gemeinsame Stadtentwicklungsprogramme, wie z. B. ein gemeinsames Theater, die Straßenbahnnutzung. In einer öffentlichen Stadtratssitzung am 15. Juli 1936 gab Liebel bekannt, dass im Falle einer Eingemeindung der Nachbarstadt "ja wohl nur Nürnberg den Schaden hätte".[20] Zu weiteren Gesprächen kam es zunächst nicht mehr, da Reichsmarschall Hermann Göring sich ablehnend über eine Eingemeindung geäußert hatte.[21] Hintergrund dieser Ablehnung waren vermutlich die Erinnerungen seiner Schulzeit von 1898 bis 1903 in Fürth.[22]

Nürnberger Oberbürgermeister Willy Liebel
Im Januar 1940 startete OB Liebel erneut einen Versuch der Eingemeindung Fürths, dieses Mal direkt über Berlin. Nach seinem bisherigen Scheitern vor Ort und dem Wissen, dass eine Eingemeindung unter "demokratischen Vorzeichen" (Volksbegehren vom 19. Januar 1922) nicht zu erreichen ist, hatte Liebel offensichtlich unter den neuen Bedingungen einer Diktatur gar nicht vor auf die Betroffenen Rücksicht zu nehmen. Adolf Hitler selbst hatte bereits mehrfach Beschwerden Liebels entgegengenommen, und so wird Liebel von Hitler wie folgt zitiert: "Die Fürther bezeichnet er als Schmarotzer und findet tausend Gründe dafür, dass die Fürther die Stadt Nürnberg betrügen. Wenn es auf ihn ankäme (Liebel), würde die Stadt mindestens eingemeindet, wenn nicht ausgerottet".[23] Am 10. Januar 1940 beantragt Liebel die Eingemeindung in einem persönlichen Gespräch beim Staatssekretär des Reichsinnenministeriums, Hans Pfundtner. Dieser lehnt zwar grundsätzlich einen solchen Antrag ab, schließt jedoch eine Prüfung nicht aus. Hierzu werden in der Folge der Reichsinnenminister Wilhelm Frick, der Staatssekretär und ehem. Regierungspräsident Ober- und Mittelfrankens Hans Georg Hofmann, Reichsstatthalter Franz Xaver Ritter von Epp in die Prüfung mit einbezogen, sowie der Chef der Reichskanzlei Hans Heinrich Lammers und der Reichsminister und Leiter der Parteikanzlei Martin Bormann.[24] In einer Unterredung am darauffolgenden Tag (11. Januar 1940) zwischen Frick und Bormann wird die Aussage getroffen, dass Hitler die fränkische Städtevereinigung "so bald als möglich erledigt" sehen wolle. Trotz der Bedenken Fricks mit einer Ausnahmegenehmigung, wolle er sich dem Wunsch Hitlers nicht widersetzen. Der Staatssekretär Pfundtner soll auch aufgrund der "hinreichend bekannten besonderen Verhältnisse hier in Nürnberg" schnellstens die Städtevereinigung umsetzen. Damit war wohl die Absetzung Julius Streichers gemeint, der zuvor am 16. Februar 1939 in der sog. "Göring Kommission" als Gauleiter abgesetzt wurde mit dem Befund: Zur Menschenführung ungeeignet.[25]

Pfundtner selbst, der grundsätzlich solchen Eingemeindungen skeptisch gegenüber stand[26], schenkte diesen Aussagen scheinbar nicht allzu viel Glauben und versuchte sich direkt beim Reichskanzleramt über den Wahrheitsgehalt zu erkundigen.[27] Auch der Innenminister Wilhelm Frick erkundigte sich am 16. Februar 1940 in einem Schreiben an den Chef der Reichskanzlei Hans Heinrich Lammers, ob es wirklich Hitlers Wunsch entspräche, wenn beide Städte zusammengefasst werden.[28] Zwar wurde dieses Ansinnen dann von Bormann bestätigt, aber inzwischen hatte sich in der Angelegenheit noch ein "Fürther Sohn" an Adolf Hitler gewandt: kein Geringerer als der in Fürth geborene Gauleiter und Reichsstatthalter in Danzig Albert Forster. In einer Unterredung mit dem Diktator entrüstete sich Forster über die Pläne einer Eingemeindung und sagte: "dass der alte Gegensatz zwischen Nürnberg und Fürth nach wie vor bestände, dass also die Fürther keineswegs begeistert die Vereinigung ihrer Stadtverwaltung mit der Nürnberger begrüssen würden".[29] Nach einer persönlichen Unterredung Bormanns mit Lammers und Hitler kam im März 1940 prompt die Antwort zu Ungunsten Liebels: "Der Führer wünscht während des Krieges weder eine Zusammenlegung der Stadtgemeinden Nürnberg und Fürth, noch eine kommissarische Verwaltung der Stadt Fürth durch den Oberbürgermeister der Stadt der Reichsparteitage".[30] Warum Hitler seine Zustimmung noch aus dem Januar 1940 im März zurückzog, ist nicht geklärt; die Hinweise Forsters auf vermeintliche Widerstände aus der Bevölkerung und der nach wie vor schwelende Konflikt um die sog. "Holz-Aktion" (Arisierung jüdischen Eigentums) bzw. der Absetzung Streichers als Gauleitung mögen hier sicherlich mit eine Rolle gespielt haben.

Fürther komm. Oberbürgermeister Dr. Karl Häupler
OB Liebel, noch nicht wissend um die endgültige Ablehnung, versuchte durch einen weiteren Umstand die Karten zu seinen Gunsten zu mischen. Kurz zuvor wurde der Fürther Oberbürgermeister und Amtskollege Franz Jakob am 28. Oktober 1939 in das damalige Westpreußen versetzt. Dies geschah nicht zuletzt zum Schutz der Partei vor Ort aufgrund seiner Verfehlungen und der maßlosen persönlichen Bereicherungen durch die Enteignung jüdischen Eigentums (Arisierung). Die dadurch vakant gewordene Stelle des Oberbürgermeisters wurde zunächst nur kommissarisch durch Dr. Karl Häupler besetzt. Liebel versuchte, einer dauerhaften Übertragung der Stelle entgegenzuwirken, zumal ihm Jakobs Nachfolger viel zu selbstbewusst auftrat. Stattdessen sollte Häupler im Juni 1941 nach Liebels Vorstellung lieber nach Straßburg als 1. Beigeordneter wechseln, damit einer Eingemeindung nichts im Wege steht.[31] Häupler lehnte dankend ab mit der Begründung "er werde während des Krieges in Fürth gebraucht" und forcierte seine Bemühungen zum ordentlichen Oberbürgermeister ernannt zu werden[32] - auch um eine Eingemeindung Fürths nach Nürnberg zu erschweren. Weder im Bay. Ministerium noch im Reichsministerium war man jedoch gewillt, die Frage der Städtevereinigung während des Krieges abschließend zu klären, zumal es inzwischen eine klare Entscheidung des Diktators in Berlin gab. Der letzte Versuch am 31. Mai 1940 durch einen schriftlichen Antrag Liebels an das Reichsinnenministerium wurde demzufolge konsequent abgelehnt: da im Krieg nur wichtige Ausnahmen eine solche Veränderung der Gemeindegrenzen rechtfertigt.[33]

Ironie des Schicksals: so verdankt letztendlich die Stadt Fürth zwei brutalen Kriegsverbrechern und Massenmördern ihre Selbständigkeit - Albert Forster und Adolf Hitler.

Eingemeindungsbestrebungen nach 1945

Umwidmung Nürnbergs in Fürth-Ost
Unmittelbar nach dem Krieg wurden erneut Stimmen laut, beide Städte zu fusionieren. Sowohl diese Stimmen, als auch alle weiteren Bestrebungen und Initiativen in den darauf folgenden Jahrzehnten, sind stets am Widerstand der Bevölkerung beider Städte gescheitert - sie sind ein Garant für einen "kommunalpolitischen Selbstmord".
Pressemitteilung zur "Wiedervereinigung beider Städte"
Den letzten, wenn auch nicht wirklich ernst gemeinten, Versuch der "Wiedervereinigung" beider Städte unternahmen die Grünen im Jahr 1990 anlässlich der Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit am 3. Oktober 1990. Hierzu luden die Grünen-Kreisverbände der Städte Fürth und Nürnberg zu einer Vereinigung der beiden Städte an die "ehem. Stadtgrenze" ein mit Freibier - um Nürnberg in Fürth-Ost umzutaufen. Das Motto der Veranstaltung lautete: "Jetzt wächst zusammen, was immer schon daneben war."[34] Nicht unerwähnt bleiben sollte in diesem Zusammenhang, dass die Patrizier Brauerei hierzu ein 50-Liter-Fass Bier spendierte.[35]

Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung sagte anlässlich des 1000-jährigen Jubiläums der Stadt Fürth im Jahr 2007: Fürth habe in der Region zu einer selbständigen Stadt heranwachsen können und fühle sich heute neben Nürnberg sehr wohl. Sein Amtskollege aus Nürnberg, Oberbürgermeister Ulrich Maly erwiderte: Es ist gut, dass die Nürnberger ihre Identität in Nürnberg haben und die Fürther in Fürth.[36]

Literatur

  • Hans Ott: Die versuchte Eingemeindung Fürths nach Nürnberg 1939. In: Fürther Heimatblätter, 1991/1, S. 23 - 31
  • Herbert Schnittger: Die Eingemeindungsverhandlungen zwischen Nürnberg und Fürth von 1900 bis 1933, Inauguraldissertation der Jur. Fakultät der FAU Erlangen-Nürnberg, Fürth, 7. Mai 1952

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Verkehrsmuseum Nürnberg, Archiv, Akten der Ludwigseiensbahngesellschaft 1/1, S. 11 - 21
  2. Unterhaltungen und Mittheilungen von und für Bayern zum Nutzen und Vergnügen, Jahrgang VIII, Nr. 12, Nbg. 15.6.1833, S. 96
  3. 3,0 3,1 Adolf Schwammberger: Fürth von A bis Z. Ein Geschichtslexikon. Fürth: Selbstverlag der Stadt Fürth, 1968, S. 105
  4. Stadtarchiv Fürth, Fach 229, 36. Zeitungsartikel vom Fürther Central Anzeiger vom 16.11.1904
  5. 5,0 5,1 Barbara Ohm, Fürth - Geschichte der Stadt, Hrsg. Stadt Fürth, 2007, S. 281
  6. Stadtarchiv Fürth, Fach 229, 36. Nordbayerische Zeitung vom 16.01.1908
  7. Theodor Kutzer, Beiträge zur Frage der Vereinigung der Stadt Fürth und Nürnberg, Fürth 1912, S. 9
  8. Stadtarchiv Fürth, Fach 229, 34
  9. Nürnberger Stadtarchiv: Chronik der Stadt Nürnberg. 1917. Fürth 14. Dezember 1917, Vereinigung von Nürnberg und Fürth, S. 18 ff.
  10. Staatsanzeiger Rgg. Kdl (1968) X, 1182, Auszug aus dem Tagebuch des kgl. Rgg. Präs. Mfr., 22.03.1917, Besprechung mit OB Wild-Fürth
  11. 11,0 11,1 11,2 11,3 11,4 11,5 Adolf Schwammberger: Fürth von A bis Z. Ein Geschichtslexikon. Fürth: Selbstverlag der Stadt Fürth, 1968, S. 106
  12. Herbert Schnittger: Die Eingemeindungsverhandlungen zwischen Nürnberg und Fürth von 1900 bis 1933, Inauguraldissertation der Jur. Fakutlät der FAU Erlangen-Nürnberg, Fürth, 1952, S. 3 ff.
  13. Herbert Schnittger: Die Eingemeindungsverhandlungen zwischen Nürnberg und Fürth von 1900 bis 1933, Fürth, 1952, S. 74 ff.
  14. Hermann Hanschel, Oberbürgermeister Hermann Luppe, Nürnberger Kommunalpolitiker in der Weimarer Republik, Hrsg. Nürnberger Forschungen Band 21, 1977, S. 109, Anm. 444
  15. Anmerkung: Fürth hatte zu diesem Zeitpunkt 42.297 stimmberechtige Einwohner; 33.485 gaben ihre Stimme ab (79 % Wahlbeteiligung!) - davon entfielen für den Zusammenschluss 11.801 (~ 35,24 %), gegen den Zusammenschluss 21.684 (~ 64,75 %), 91 Stimmen waren ungültig - andere Quellen sprechen davon, dass Fürth 42.198 stimmberechtige Einwohner hatte (19.340 Männer, 22.858 Frauen), wovon insgesamt 33.541 von ihrem Stimmrecht gebrauch machten (15.791 Männer und 17.750 Frauen) - entspricht 79,48 & Wahlbeteiligung
  16. Das Volk sagte nein, Manfred Mümmler in den Fürther Nachrichten vom 15. Februar 1995
  17. Nordbay. Zeitung vom 27. April 1922, Nr. 98 - Dr. Luppe über unseren Vorschlag zur Güte
  18. StA Fürth: Stadtratsakten, Gegenvorstellung der Stadt Fürth gegen Nürnberger Einverleibung. Protokoll der Sitzung vom 14. April 1923 im Regierungsgebäude in Ansbach
  19. Protokoll der geheimen Stadtratssitzung vom 16.01.1935, Stadtarchiv Nbg C 7/IX, Nr. 570
  20. Protokoll der öffentlichen Stadtratssitzung vom 15. Juli 1936, Stadtarchiv Nbg, C 7/IX, Nr. 595
  21. Protokoll der geheimen Stadtratssitzung vom 21.10.1937, Stadtarchiv Nbg, C7/IX, Nr. 620
  22. Wikipedia: Hermann Göring, Stand: 21.12.12, 17:52 Uhr
  23. Werner Jochmann (Hrsg.), Monologe im Führerhauptquartier 1941 - 1944, Gespräch vom 17.12.1941, Albrecht Knaus Verlag 1986, S. 154 ff.
  24. Matthias Klaus Braun, Hitlers liebster Bürgermeister: Willy Liebel, Nbg. Werkstücke zur Stadt und Landgeschichte Band 71, Nürnberg 2012, S. 790 ff.
  25. Anonym (Benno Martin), Neuer Kurier, "Wie Streicher gestürzt wurde!", 03.12.1949
  26. Anmerkung: Laut Pfundtner stellten Sonderbestimmungen generell eine Gefahr für einen einheitlichen und effizienten Verwaltungsapparat dar und sind deshalb grundsätzlich abzulehnen. Die Ablehung hatte somit nichts mit den Fürther oder Nürnberger Verhältnissen zu tun. Es gab in dieser Zeit noch mehr Bestrebungen der Eingemeidungen, z. B. München und Starnberg.
  27. Peter Diehl-Thiele: Partei und Staat im Dritten Reich, Beck München 1971, S. 190 ff.
  28. Schreiben Reichsinnenminister an den Chef der Reichskanzlei vom 16.02.40, Bundesarchiv Berlin B 43/II, Nr. 576
  29. Schreiben Martin Bormann an Hans Heinrich Lammers vom 26.02.1940, Bundesarchiv Berlin R 43/II, Nr. 576
  30. Schreiben Hans Heinrich Lammers an Martin Bormann vom 19.03.1940 (Entwurf), Bundesarchiv Berlin R. 43/II, Nr. 576
  31. Schreiben Häupler an den Regierungspräsidenten Ober- und Mittelfrankens vom 26.08.1940, Stadtarchiv Fürth, HG 025, Nr. 415
  32. Schreiben Karl Häupler an den Reichsstatthalter in Bayern vom 4.12.1941 (Entwurf), Stadtarchiv Fürth HG 025, Nr. 415
  33. Aktenvermerk Ministerialrat Reihling im Reichsministerium des Innern vom 14. Juni 1940, Bundesarchiv Berlin R 1501, Nr. 1303
  34. Die Grünen, Kreisverband Fürth & Nürnberg, Pressemitteilung vom 1. Oktober 1990
  35. Die Grünen, Kreisverband Fürth, Rundbrief Januar 1991, S. 24
  36. Bay. Fernsehen - im Internet (Stand: 21.12.12, 20:37 Uhr)

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