Erlöserkirche
|
| Die Erlöserkirche in Fürth Dambach von der Jagdstraße aus gesehen |
- Kirche
- Erlöserkirche
- Konfession
- evangelisch-lutherisch
- Weihedatum
- 19. Dezember 1965
- Glockenanzahl
- 3
- Geo-Daten
- 49° 27' 35.41" N
10° 58' 28.07" E
- Kirche
- Erlöserkirche
- Straße / Hausnummer
- Zirndorfer Straße 51
- Postleitzahl
- 90768
- Baujahr
- 1965
- Denkmalstatus besteht
- nein
- Architekt
- Wolfgang Fuchs
- Geo-Daten
- 49° 27' 35.41" N
10° 58' 28.07" E
Die Erlöserkirche ist eine evangelisch-lutherische Kirche im Stadtteil Dambach an der Zirndorfer Straße 51.
Geschichte
Über Jahrhunderte war Dambach kirchlich geteilt. Der Teil südlich des Gewässers Dambach gehörte nach Zirndorf, der nördliche Teil zu Fürth. Somit waren die Wege zu den Kirchen am Sonntag sehr weit. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Wunsch nach einer eigenen Kirche größer.
Erste Planungen für einen Kirchenbau gab es 1949, unterstützt durch die Stiftung eines 3000 m² großen Grundstücks durch den Dambacher Bauer Andreas Höfler und die Gründung eines Kirchenbauvereins. Zehn Jahre später erfolgte die Einrichtung einer eigenen Pfarrstelle und der Ankauf des Pfarrhauses Parkstraße 75, das auch als Gottesdienstraum diente. Durch das Anwachsen der Gemeinde wurde ein Kirchenbau immer dringlicher.
Am 31. August 1964 erfolgte der erste Spatenstich, am 17. Oktober die Grundsteinlegung. Beim Bau haben die Doria-Werke, als ortsansässiges Unternehmen, die Beleuchtung des Altarraumes gespendet.[1]
Die Kirchweihe fand schließlich am 19. Dezember 1965 statt. 1967 stiftete Gustav Schickedanz eine Orgel (Orgelbau Hoffmann, Ostheim vor der Rhön) mit 18 Registern, die sich auf der Westempore befindet.
Ab 1959 war Pfarrer Hans-Friedrich Seichter in der Gemeinde tätig. Danach folgte Gottfried Lindenberg als Seelsorger von 1980 bis 1992 und Pfarrer Christian Schümann von 1992 bis 2005.[2] Pfarrer Rüdiger Popp wechselte zum 1. September 2024 zur Auferstehungskirche.[3] Seit 1. September 2025 ist Magnus Löfflmann Pfarrer der Erlöserkirche.
Im Jahr 2015 feierte die Gemeinde ihr 50-jähriges Bestehen mit einem Jubiläumsfest. Auf dem Programm standen neben besonderen Gottesdiensten auch ein Sommerfest, ein Kabarettabend und ein Weihnachtsmarkt.[4]
Beschreibung
Die Kirche fällt durch ihre moderne Bauweise (1960-er Jahre) im Ensemble des Ortes auf. Die Form der Kirche lehnt sich mit seinem spitzen, hohen Kupferdach an eine fränkische Scheune an.
Der 30 m hohe Turm steht frei, wie ein Campanile, an der Nordostecke des Gebäudes. Er symbolisiert bittende Hände und wurde 1991 ebenfalls mit Kupferplatten belegt, sodass nun Kirche und Turm grünlich erscheinen.
Die spitzen Giebelseiten sind völlig geschlossen. Vor der Nordseite befinden sich Arkadenbögen. Die niederen Seitenwände im Norden und Süden sind mit bodentiefen, mit farbigem Antikglas versehenen, Bleiverglasungen gestaltet. Durch die in verschieden große Rechtecke unterteilten Flächen fällt viel Licht, zum Altar hin werden die Fenster heller.
Vom Eingang der Kirche führt ein Gang zu den abgeschlossenen Gemeinderäumen, die im Südteil des Kirchengebäudes liegen.
Ein hohes Kupferportal bildet den Haupteingang zum eigentlichen Kirchenraum, in dem etwa 200 Besucher Platz finden. Das hohe Dach wird im Innern nur an der Nord- und Südseite von je zwei Reihen Betonstützpfeilern getragen. Die Dachflächen sind mit Holz verkleidet und mit einer sternförmigen Konstruktion aus Holzbalken versehen.
Über dem Altar hängt, seit der Fertigstellung der Kirche 1965, ein von Gold- und Silberschmied Hermann Jünger, München gearbeitetes „Rundkreuz“. Es besteht aus einer silberbeschlagenen, großen Scheibe, über die ein Kreuz gelegt ist.
An der Westseite der Kirche steht eine monolithische Skulptur Mose, die 1999 von dem Fürther Bildhauer Gerhard Maisch geschaffen wurde. Mose schlägt Wasser aus einem Felsen, welches das christliche Taufwasser symbolisiert.
Der Kirchenvorplatz wurde 1999 erneuert. Die Oberfläche besteht überwiegend aus kleinen Pflastersteinen, mittig wurden Steinplatten in der Form eines Kreuzes verlegt. Der Rand wurde mit zehn in Abständen aufgestellten Steinquadern gestaltet, die als „Die zehn Gebote“ interpretiert werden. Südlich und nördlich befinden sich Wiesenflächen mit einzelnen Laubbäumen, bepflanzte Beete begrenzen die Fläche an der Einfriedungswand der Kirche.
Glocken
Im Turm befinden sich drei Kirchenglocken, von denen die Gustav‑Adolf‑Glocke und die Gebetsglocke von Mitgliedern der Kirchengemeinde gestiftet wurden. [5] Gefertigt wurden sie in der Glockengießerei Erding aus „Glockenbronze“ - mit einem Anteil von 78% Kupfer und 22% Zinn - und am 9. Dezember 1965 installiert. Die Kosten des gesamten Geläutes betrugen Ende 1965 insgesamt 23.671 DM.
Die Friedensglocke ist die Größte, mit einem Durchmesser von 113 cm und einem Gewicht von 850 kg. Die Inschrift lautet: „Zum Gedächtnis an Ökonomie-Rat Andreas Höfler“ sowie „Friede sei mit allen, die in Christo Jesu sind“ (1 Petr 5,14). Die Gustav-Adolf-Glocke (benannt nach König Gustav II. Adolf von Schweden) hat einen Durchmesser von 95 cm, wiegt 500 kg, die Inschrift lautet: „Ein feste Burg ist unser Gott“. Die Gebetsglocke trägt die Initialen des Stifters „H. L.“ und die Inschrift „O Land, Land, höre des Herrn Wort“ (Jer 22,29), sie wiegt 360 kg.
Läuteordnung
Die Glocken werden durch eine Läuteautomatik gesteuert. Dabei ist die Gebetsglocke täglich beim Frühläuten zu hören, die Friedensglocke täglich zum Mittags- und Friedensläuten sowie sonntags gemeinsam mit den anderen Glocken (Gottesdienstläuten dauert etwa 7 Minuten). Die Gustav‑Adolf‑Glocke zum Abendläuten und samstags gemeinsam mit der Gebetsglocke zum Einläuten des Sonntags.
Sonstiges zu den Glocken
Das funkgesteuerte Uhrwerk schlägt von 7 bis 20 Uhr viertelstündlich einschließlich der vollen Stunden. Beim „Vaterunser“ im Gottesdienst wird die Gebetsglocke vom Organisten zugeschaltet. Am Buß- und Bettag sowie Karfreitag wird nur die Friedensglocke per Handschalter geläutet und bei Kirchenkonzerten ist die Läuteautomatik abgeschaltet.
Details zu allen weiteren Glocken in Fürth
Orgel
Die Orgel befindet sich auf der Orgelempore. Vom Kirchenschiff aus ist der Orgelprospekt (Schauseite) nicht in voller Größe sichtbar, der Weg hinauf führt über eine Wendeltreppe. Am Fuß der Treppe erinnert eine Inschrift an den Stifter: „Dem Spender unserer Orgel Dr. Gustav Schickedanz gilt unser Dank. AD 1967.“
Planung, Aufbau und Bau
Die Planung und Disposition der Orgel wurde von dem Esslinger Hauptkonservator und Orgelsachberater Dr. Walter Supper durchgeführt. Gebaut wurde sie in der Orgelwerkstatt Otto Hofmann, Ostheim v. d. Rhön.
Die Orgel besteht aus einem aus Eichenholz gefertigtem Kastengehäuse. Darin sind ein Pfeifenwerk, mit 1334 Pfeifen - wobei Pfeifen gleicher Bauart, jedoch unterschiedlicher Größe, zu 18 Registern zusammengefasst sind - sowie ein Regierwerk (mit zwei Manualen und Pedale) und das Windwerk (Blasebälge).
Die Orgel besitzt nicht nur Blasinstrumente wie an Rohrflöte, Fagott und Gemshorn erinnernde Stimmen, sondern auch an Streichinstrumente.
Etwa zwei Jahre nach der Weihe der Kirche fand die Einweihung der Orgel, im Oktober 1967, statt. In den Fürther Nachrichten (von H. Wörthmüller) hieß es zur Orgelweihe: „Durch eine genau ausgewogene Mischung von klug intonierten Grundstimmen, zwei prächtig charakteristischen Zungenstimmen und einer Vielfalt von Oberton-Aliquoten[6] erreichten Dr. Supper und die ausführende Orgelbaufirma mit den 18 klingenden Registern eine erstaunliche Palette von Klangfarben.“
Renovierung und Erweiterung
Im Dezember 1995 wurde das Instrument umfangreich renoviert und um ein weiteres Register, auf 19, erweitert.
Literatur
- Hans-Friedrich Seichter: Fürth Erlöserkirche Dambach, in: Dekanat Fürth in Bayern / hrsg. ... durch Christoph Jahn, Erlangen, 1979, ISBN 3-87214-120-1, S. 58 - 59
- Kirchenführer der Erlöserkirche Fürth – Dambach „BEMERKENS – WERTES“ von Irmgard Oltmanns, 90768 Fürth
- Barbara Ohm: Durch Fürth geführt - Band 2, Die Stadt jenseits der Flüsse. VKA Verlag Fürth, 1999, 2005, 3-9807080-0-4, S. 186
- Christian Schümann u. A.: Erlöserkirche (Dambach). In: "Dambach, Oberfürberg, Unterfürberg", Fürth, 2001, S. 32
Lokalberichterstattung
- Gwendolyn Kuhn: Der lange Weg zum Gottesdienst. In: Fürther Nachrichten vom 4. Dezember 2025
Siehe auch
- Kindergarten Erlöserkirche
- Gerhard Maisch
- Jagdstraße
- Doria-Werke
- Dekanat Fürth (evangelisch)
- Hans-Friedrich Seichter
- Gottfried Lindenberg
- Fürther Glocken
Weblinks
Erlöserkirche Fürth-Dambach - online
Einzelnachweise
- ↑ Auskunft von Christian Schümann vom 22. April 2017, ehem. Pfarrer der Erlöserkirche
- ↑ Erlöserkirche Archive, Link „Die Geschichte der Erlöserkirche Fürth Dambach“, Kapitel „Die Sakristei“, Seite 11 - PDF online
- ↑ Abschied von Pfarrer Popp - online
- ↑ Homepage der Gemeinde, abgerufen am 2. März 2015, 14.30 Uhr - online
- ↑ Informationen aus dem Kirchenführer der Erlöserkirche Fürth – Dambach „BEMERKENS – WERTES“ von Irmgard Oltmanns, 90768 Fürth
- ↑ Aliquotregister geben neben Grundton und Oktave auch Intervalle wie Quinte, Terz und Septime wieder und tragen zur klanglichen Differenzierung bei
Bilder
Bilder als Galerie / Tabelle anzeigen, sortieren und filtern
Erlöserkirche Dambach Urheber: Claus W. Vogl<br>Erstellungsdatum: 14. Mai 2026<br>Lizenz: copyright
Erlöserkirche Dambach Urheber: Claus W. Vogl<br>Erstellungsdatum: 14. Mai 2026<br>Lizenz: copyright
Erlöserkirche Dambach Urheber: Claus W. Vogl<br>Erstellungsdatum: 14. Mai 2026<br>Lizenz: copyright
Erlöserkirche Dambach Urheber: Claus W. Vogl<br>Erstellungsdatum: 14. Mai 2026<br>Lizenz: copyright
Erlöserkirche Dambach Urheber: Claus W. Vogl<br>Erstellungsdatum: 14. Mai 2026<br>Lizenz: copyright
Erlöserkirche Dambach Urheber: Claus W. Vogl<br>Erstellungsdatum: 14. Mai 2026<br>Lizenz: copyright
Erlöserkirche Dambach Urheber: Claus W. Vogl<br>Erstellungsdatum: 14. Mai 2026<br>Lizenz: copyright
Erlöserkirche Dambach Urheber: Claus W. Vogl<br>Erstellungsdatum: 14. Mai 2026<br>Lizenz: copyright
Erlöserkirche Dambach Urheber: Claus W. Vogl<br>Erstellungsdatum: 14. Mai 2026<br>Lizenz: copyright
Erlöserkirche Dambach Urheber: Claus W. Vogl<br>Erstellungsdatum: 14. Mai 2026<br>Lizenz: copyright
Erlöserkirche Dambach Urheber: Claus W. Vogl<br>Erstellungsdatum: 14. Mai 2026<br>Lizenz: copyright
Vorplatz der Erlöserkirche mit Moses-Brunnen (2025) Urheber: Bernd Jesussek<br>Erstellungsdatum: 4. September 2025<br>Lizenz: CC BY-SA 3.0
Südseite der Erlöserkirche (2025) Urheber: Bernd Jesussek<br>Erstellungsdatum: 4. September 2025<br>Lizenz: CC BY-SA 3.0
Altarraum der Erlöserkirche (2025) Urheber: Bernd Jesussek<br>Erstellungsdatum: 4. September 2025<br>Lizenz: CC BY-SA 3.0
Altarraum der Erlöserkirche (2025) Urheber: Bernd Jesussek<br>Erstellungsdatum: 4. September 2025<br>Lizenz: CC BY-SA 3.0
Deckenkonstrunktion der Erlöserkirche mit von Gustav Schickedanz gestifteter Orgel (2025) Urheber: Bernd Jesussek<br>Erstellungsdatum: 4. September 2025<br>Lizenz: CC BY-SA 3.0
Südfenster der Erlöserkirche (2025) Urheber: Bernd Jesussek<br>Erstellungsdatum: 4. September 2025<br>Lizenz: CC BY-SA 3.0
Die Erlöserkirche in Dambach, 27. Januar 2019 Urheber: Kamran Salimi<br>Erstellungsdatum: 27. Januar 2019<br>Lizenz: CC BY-SA 3.0
Die Erlöserkirche in Fürth Dambach von der Jagdstraße aus gesehen Urheber: Felix Geismann<br>Erstellungsdatum: August 2008<br>Lizenz: CC BY-SA 3.0
Erlöserkirche in Dambach, Postkarte um 1991 Urheber: unbekannt<br>Erstellungsdatum: 1991<br>Lizenz: CC BY-SA 3.0
Einweihung der Orgel der Erlöserkirche mit den Stiftern Grete und Gustav Schickedanz (1967) Erstellungsdatum: 16. Oktober 1967<br>Lizenz: copyright
Einweihung der Orgel der Erlöserkirche (1967) Erstellungsdatum: 16. Oktober 1967<br>Lizenz: copyright
Einweihung der Erlöserkirche (1965) Erstellungsdatum: 20. Dezember 1965<br>Lizenz: copyright
Tedeum-Geläut der Erlöserkirche (1965) Erstellungsdatum: 10. Dezember 1965<br>Lizenz: copyright
Einhängen einer Glocke der Erlöserkirche (1965) Erstellungsdatum: 10. Dezember 1965<br>Lizenz: copyright
Einhängen einer Glocke der Erlöserkirche (1965) Erstellungsdatum: 10. Dezember 1965<br>Lizenz: copyright
Einhängen einer Glocke der Erlöserkirche (1965) Erstellungsdatum: 10. Dezember 1965<br>Lizenz: copyright
Grundsteinlegung für die Erlöserkirche (1965) Erstellungsdatum: 19. Oktober 1964<br>Lizenz: copyright
