Moritz Bissberg
Moritz (Moses) Bissberg (geb. 30. März 1882 oder 30. April 1882 in Warschau[1]; für Tod erklärt zum 31. Dezember 1943 in Treblinka) wuchs in Warschau auf und heiratete dort am 5. Dezember 1906 Feiga, genannt Felice, Kramkimel. Felice war ebenfalls Jüdin und wurde am 25. Juli 1885 in Warschau geboren.
Anfang 1907 zogen Moritz und Felice Bissberg in das Deutsche Reich und ließen sich in Fürth nieder. Das Ehepaar lebte in der Simonstraße und Moritz arbeitete zunächst als Bildhauer. Nach der Geburt des einzigen Kindes, Isidor, am 14. Juni 1908, meldete Bissberg am 15. März 1909 einen „Handel mit Weißwaren“ in der Amalienstraße an und war fortan als Kaufmann tätig. Im März 1914 zog die Familie nach Coburg um. Dort eröffnete Moritz Bissberg ein Geschäft unter dem Namen „Nürnberger Bazar“. Um 1925/1926 erwarb er das Anwesen in der Schwabacher Straße 65 in Fürth, wo sich ein weiteres Ladengeschäft befand.
Nach der Machtergreifung der Nazis siedelte die Familie 1933 oder 1935 wieder nach Warschau um.
Am 17. September 1940 erließ die Reichsregierung eine Verordnung, die das Vermögen von Angehörigen des ehemaligen polnischen Staates zugunsten des Reiches einzog. In der Folge wurde Moritz Bissberg seines Anwesens in der Schwabacher Straße 65 in Fürth zwangsenteignet.
Felice Bissberg verstarb im Spätsommer 1941 in Warschau an Fleckfieber. Moritz und Isidor Bissberg wurden vermutlich im Vernichtungslager Treblinka ermordet. Das Amtsgericht Coburg setzte am 16. März 1949 den 31. Dezember 1943 als amtliches Todesdatum für Moritz und Isidor Bissberg fest.
Die Stadt Coburg verlegte am 29. Juni 2011 einen Stolperstein vor dem ehemaligen Wohnhaus in der Spitalgasse.[2]
Siehe auch
Weblinks
- Stadt Coburg: Stolperstein "Moses, gen. Moritz, Bissberg" - online