Lennys Hütte war ein Projekt der Lebenshilfe zur Integration von Menschen mit Behinderungen und ohne Behinderungen. Hierzu wurde eigens in dem von der Lebenshilfe Fürth e. V. betriebenen Wohngebäude in der Friedrich-Ebert-Straße 51 eine Begegnungsstätte geschaffen, in der sich u.a. auch eine Kneipe befand. Träger des Projektes war neben der Lebenshilfe, die eigens dafür gegründete "Gesellschaft für Integration". Seit 1968 befand sich unter dieser Adresse bereits ein "Behinderten-Wohnheim" der Lebenshilfe.

Gestartet wurde das Projekt "Lenny Hütte" im September 1984. Bereits im April des gleichen Jahres hatte der damalige Vorsitzende Karl Reinmann das Ziel ausgerufen, die Integration von Behinderten und Nicht-Behinderten voran zu treiben. Zur Eröffnung gab es ein buntes Kulturprogramm aus Musikbands und Schülertheatergruppen. Die Heimbewohner wurden integriert in dem Programm und waren Teil der Beschäftigten in der Kneipe im Erdgeschoss. Zur Eröffnung im Herbst waren auch ca. 100 Anwohner der umliegenden Gebäude mit eingeladen - erschienen waren allerdings so gut wie keine der Nachbarn. Auch in der Folge blieben die Heimbewohner eher unter sich, der Zuspruch aus der Öffentlichkeit hielt sich stark in Grenzen.

Im Januar 1985 entstand, auf Anregung einer Elterninitiative, die Gesellschaft zur Integration (GfI), mit dem Ziel der Eingliederung von Menschen mit Behinderung in alle Bereiche des Gesellschaftlichen Lebens. Hierzu sollte u.a. Lennys Hütte auf breitere Füße aufgestellt werden, die Kneipe ein Ort der Begenung werden und durch entsprechende Förderanträge finanziell solider aufgestellt werden. Die Geschäftführererin der neuen Gesellschaft war Heidi Dröge, die bereits als Geschäftsführerin zum Aufbau eines integrativen Kindergartens hierzu Erfahrungen gesammelt hatte. Dröge organisierte in der Folgezeit eine Vielzahl von Veranstaltungen, zur Belebung der Begegnungsstätte, mit wechselndem Erfolg.

Die Gesellschaft für Integration war bemüht, integrative Schulklassen in einem Modellversuch an dem Standort zu etablieren, jedoch erhielt die GfI im Oktober 1986 endgültig eine Fördermittelabsage vom Bay. Staatsministerium für Unterricht und Kultus, da das Ministerium damals der Ansicht war, dass die Förderung einer solchen Klasse in die falsche Richtung weise und die neue Schulform nicht mit den Förderrichtlinien vereinbar.

1987 feierte die Lebenshilfe ihr 25jähriges Bestehen in der Lennys Hütte. Begleitet wurde das Programm von Günter Stössel, Schirmherr war Oberbürgermeister Uwe Lichtenberg. Allerdings zeigten sich bereits hier massive finanzielle Schwierigkeiten. Spätestens ab 1988 waren die finanziellen Probleme amtlich - der Wirtschaftsberater stellte einen jährlichen Fehlbetrag von ca. 50.000 DM fest. Die darauffolgenden Überlegungen, wie der Erhalt des Projektes weiterhin möglich sei, trotz des finanziellen Defizites führten am Ende dennoch zu dem Aus des Projektes. Weder der im Frühjahr 1989 gegründete Förderverein, die großzügige Spendenaktion des Lions-Club Fürth im Oktober 1889 noch die Renovierung und Wiedereröffnung der Kneipe mit Kleinkunstbühne für die Fürther Kulturszene im Dezember 1990 konnten daran etwas ändern. Am 1. Juli 1993 kam das endgültige Aus für das Projekt Lennys Hütte.

Literatur

  • Dr. Alexander Mayer, Lebenshilfe Fürth (Hrsg.): 50 Jahre Lebenshilfe Fürth - Jubiläumsdokumentation. Eigenverlag, Fürth, 2011

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