Gustav Georg Zeltner

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Gustav Georg Zeltner (geb. 16. September 1672 in Hiltpoltstein; gest. 20. Juli 1738 in Poppenreuth) war ein evangelischer Theologe. Er verfasste zahlreiche theologische und historische Schriften. Zeltner gehörte wohl zu den anerkannt akademisch gebildetsten Pfarrern in Poppenreuth. Bis zu seinem 58. Lebensjahr war er fast ausschließlich im wissenschaftlichen Betrieb der Universität Altdorf tätig. Erst seinen Lebensabend verbrachte er auf einer Pfarrstelle und dies auf der Stelle von St. Peter und Paul in Poppenreuth.[1] Zutreffend heißt es darum im Begleittext auf dem Kupferstich Zeltners: „D. Gustav Georg Zeltner, der H. Gottesgelahrtheit und Morgenländischen Sprachen ehemaliger öffentlicher Lehrer und der Kirchen Pastor zu Altdorff zuletzt gewesener Pastor zu Poppenreuth.“

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Gustav Georg Zeltner kam 1672 in Hiltpoltstein zur Welt. Sein Vater Andreas Zeltner war ebenfalls Pfarrer, seine Mutter Maria Magdalena war die Tochter des Johann Vogel, des Rektors an der Schule bei St. Sebald in Nürnberg.

Er studierte an der Universität Jena Philosophie und Theologie. 1695 übernahm er das Amt des Inspektors der Alumnen in Altdorf. 1698 wechselte er nach Nürnberg und arbeitete dort als Vikar und Professor für Metaphysik. 1706 kehrte er nach Altdorf zurück, um an der dortigen Universität Theologie und Morgenländische Sprachen (Orientalistik, wie es heute heißt) zu lehren. Zeltner trat aber nicht nur als evangelischer Theologe in Erscheinung. Er verfasste neben zahlreichen theologischen auch historische Schriften. Eine Biographie Altdorfer Theologen bekam von ihm nicht nur einen lateinischen Titel, sondern wucherte - wie im Barock durchaus üblich - zu einem Zeilenungetüm aus:

Vitae theologorum Altorphinorum a condita academia omnium una cum scriptorum recensu plenius et accuratius ad historiae ecclesiasticae et literariae usum.[2] Bevor Zeltner die Pfarrstelle in Poppenreuth antrat, wurde er 1730 noch in die Brandenburgische Akademie der Wissenschaften als auswärtiges Mitglied aufgenommen.

Im Jahr 1732 kamen die ersten Salzburger Emigranten/Exulanten in Nürnberg und dessen Gebiet an. Wegen ihres evangelischen Glaubens hatten sie Vaterland und Güter verlassen müssen. Unter dem militanten katholischen Erzbischof Firmian von Salzburg waren sie den ärgsten Repressalien ausgesetzt. Alle, die nicht katholischen Glaubens waren, wurden nach dem Emigrationsedikt vom 31. Oktober 1731 des Landes verwiesen.

Der größte Teil zog zwar nach Preußen weiter, einige blieben aber auch in der fränkischen Gegend. Manche von ihnen wurden auch in der Pfarrei Poppenreuth als Knechte und Mägde untergebracht, nachdem Pfarrer Gustav Georg Zeltner in einer Predigt die standhaften Bekenner des Evangeliums seinen Pfarrkindern empfohlen hatte (so sind z. B. die Vorfahren der Familie Kriegbaum - heute Inhaber diverser Floristikgeschäfte in Fürth - solche Salzburger Exulanten gewesen). Im gleichen Jahr 1732 bekam Zeltner am 20. Oktober Friedrich Matthäus Luft als Adjunkt.

Als Zeltner am 20. Juli 1738 starb, wurde er auf dem Poppenreuther Kirchhof bestattet. Sein Bronzeepitaph war damals ursprünglich auf einem Liegestein angebracht. Heute ist dieses Epitaph im Kirchenschiff, an der Wand nahe des Taufsteins zu sehen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

  • Gustav Georg Zeltner (Wikipedia)
  • Paul Tschackert: Zeltner, Gustav Georg; in: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 45, Duncker & Humblot, Leipzig 1900, S. 52 f. zitiert bei Wikisource

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Andreas Würfel: Diptycha ecclesiarum in oppidis et pagis Norimbergensibus, Nürnberg 1759, Seite 506 - 511 - online abrufbar
  2. Abbildung des Titelblattes der Vitae theologorum Altorphinorum a condita Academia, 1722 - Wikipedia

Bilder[Bearbeiten]