Kleinkinderbewahranstalt

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Im Laufe des 19. Jahrhunderts gab es in Fürth verschiedene sog. Kleinkinderbewahranstalten oder Kleinkinderschulen[1].

Die älteste erwähnte Kleinkinderschule/Kleinkinderbewahranstalt in Bayern gab es wohl in Burgfarrnbach:

In Burgfarrnbach wurde 1830 eine Kleinkinderschule gegründet, welche nach Wirth die erste "im Königreiche Bayern" war. Wirth nennt sie "Bewahranstalt".[2] In der öffentlichen Bekanntmachung im Juli 1830 wird sie "Kleinkinderschule" genannt.[3]

(Allerdings hatte schon um 1780 der Orden der „Ursulinen zu Straubing“ in ihrem Kloster eine „Vorbereitungs Schuhl“ für „unfähige Mägdlein von vier und fünf Jahren“ ins Leben gerufen.[4])

Die in Fürth bekannteste Institution dieser Art ist sicherlich die Lehmus'sche Kinderbewahranstalt.

Der Begriff "Kindergarten" wurde erst 1840 von Friedrich Fröbel (1782 - 1852) geprägt.[5]


Gesetzliche Regelungen ab 1834/1839[Bearbeiten]

Spätestens ab 1834/1839 gab es gesetzliche Regelungen zu den "Kleinkinderschulen" bzw. "Kleinkinderbewahranstalten":

Kleinkinder-Bewahr-Anstalten[6]

"1) Die durch Vereine gebildeten Kleinkinder-Schulen bilden eine der wichtigsten Hilfsquellen der Armenpflegen und stehen unter der Aufsicht der Lokal- und Distrikts-Schulinspektion..."

und:

"2) Bestimmungen, nach welchen bei Errichtung und Beaufsichtigung der Klein-Kinder-Bewahr-Anstalten künftig zu verfahren ist; unter andern sind diese Anstalten als Privat-Institute zu betrachten und von den Behörden zu überwachen; der Ein- und Austritt steht frei; ein eigentlicher Schulunterricht barf darin nicht gegeben werden, sondern es ist durch spielende Beschäftigung und Unterhaltung auf Stärkung des Körpers auf allmählige Entwicklung der Geisteskräfte und auf Erweckung einer wahren Gottesfurcht hinzu wirken; Der Zweck dieser Anstalten ist, daß kleine, für die öffentlichen Schulen noch nicht reife Kinder Aufenthalt und Pflege an Eltern Statt erhalten; das gewählte Aufsichts-Personal ist der betreffenden Polizei und Schulbehörde anzuzeigen..."

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gehring, Johannes, 1929. Die Geschichte der evangelischen Kinderpflege. In: Johannes Gehring, Hrsg. Die evangelische Kinderpflege: Denkschrift zu ihrem 150 jährigen Jubiläum. Langensalza: Beltz
  • Leyrer, Eberhard, 1879. Die christliche Kleinkinderpflege mit besonderer Rücksicht auf Württemberg. Denkschrift zu hundertjährigen Jubelfeier ihrer Einführung. Stuttgart: Knapp

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Anm.: In Herders Conversations-Lexikon von 1855 werden beide Begriffe synonym verwendet, während Löhe 1868 zwischen Kleinkinderschule im Sinne von Schule für kleine Kinder und Kleinkinderbewahranstalt eher im Sinne von Krippenanstalt unterscheidet.
  2. Johann Georg Wirth: Mittheilungen über Kleinkinderbewahranstalten und aus denselben, so wie über Kleinkinderschulen und Rettungsanstalten..., Augsburg 1840, S. 82 - online
  3. Königlich Bayerisches Intelligenzblatt für den Rezat-Kreis vom 17.07.1830 online
  4. Manfred Berger: "Katholische Kleinkinderziehung von 1800 - 1920" in: Fachbeiträge, Niedersächsisches Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung e. V. - online
  5. Manfred Berger: Die ehem. und gegenwärtigen Ausbildungstätten für Kleinkinderlehrerinnen, Kindergärtnerinnen, Hortnerinnen ... und Erzieher/innen in Bayern - Ein Beitrag zur Geschichte und Gegenwart der professionellen Erzieher_/innenausbildung, 2017, S. 1
  6. Königlich bayerisches Intelligenzblatt für die Oberpfalz und von Regensburg, Repertorium 1814-1841, S. 297 - online

Bilder[Bearbeiten]