Marktplatz 11

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Eckgebäude, dreigeschossiger traufseitiger Fachwerkbau mit Sandsteinerdgeschoss, Satteldach, Fachwerk-Zwerchgiebel mit Aufzugsdächlein und Fachwerkerker, im Kern von 1661 (dendrochronologisch datiert), südwestlicher platzseitiger Anbau vor 1704, Nordostgiebel von 1710 (dendrochronologisch datiert), Treppenturm von 1715 (dendrochronologisch datiert), Aufstockung 1728 (dendrochronologisch datiert), rückwärtige westliche Erweiterung 1879 (dendrochronologisch datiert); nordöstliches Rückgebäude, zweigeschossiger Satteldachbau, im Kern von 1684 (dendrochronologisch datiert); östliches Rückgebäude zur Angerstraße, dreigeschossiger Satteldachbau, im Kern wohl von 1728, moderne Aufstockung; Teil des Ensembles Altstadt.

Inhaltsverzeichnis

Historisches

Das Gasthaus "Zur Sorg

An dieser Stelle des Marktplatzes wurde 1605 von Endres Schindler ein Gasthaus erbaut. Dieses war ein Ratslehen und diente ihm als Gasthaus "zur Sorg". Sein Sohn - Christoph Schindler - übernahm das Wirtshaus 1628 und den Schankbetrieb. Als im Dreißigjährigen Krieg die Kroaten 1634 in Fürth einfielen, fiel das Gasthaus "Zur Sorg" auch den Flammen zum Opfer.

1654 kauft ein Wolf Negelein das Anwesen als Brandstüze (also die niedergebrannte Ruine des ehemaligen Gasthauses). Den Wiederaufbau besorgte 1661 Johann Christan Schüz - ohne allerdings den Wirtshausbetrieb der alten Gaststätte "Zur Sorg" wieder aufzunehmen.

Die Sternapotheke

Der Apotheker Johann Deiner kaufte 1668 das Haus für 825 fl. Deiner besaß die Realgerechtigkeit für die Sternenapotheke, die bis zum Jahr 1830 in diesem Haus am Marktplatz betrieben wurde. Johann Jakob Barthel übernahm 1697 das Haus, die Apotheke und auch die Apothekerswitwe als Ehefrau. Auf dem Vetterplan von 1717 ist bei den Nürnbergisch alte Häußer unter der Nummer 75. Johann Bartels Apotheck verzeichnet. Von der Familie der Barthels wurde das Geschäft der Apothekerey über Generationen und nahezu 200 Jahre betrieben. Das Anwesen gehörte ihnen auch noch bis 1840, als Andreas Barthel die Sternapotheke schon längst in die Königstraße verlegt hatte. Doch bevor er mit der Apotheke umzog, hatte er eine auf dem Haus ruhende Backgerechtigkeit abgetrennt und an den Bäckermeister Georg Friedrich Emmerling verkauft.

Die Bäckerei

Emmerling richtete dann nach einem halben Jahrhundert Gastwirtschaft, 200 Jahren Apotheke nun eine Bäckerei in dem Haus ein. Diese sollte für etwa 100 Jahre bestehen. Als Hausbesitzer gelten

  • 1880 Maria Bauer, Bäckermeisterswitwe
  • 1898 Johann Martin Gottlieb Rost, Bäckermeister
  • ab 1907 Johann Nagel, Bäckermeister. Im Erdgeschoß befand sich seine Bäckerei, die täglich frisches Kaffee- und Teegebäck in eigener Herstellung verkaufte. Zusätzlich wurden im Laden Weine, Liköre, Spirituosen und Tabakwaren verkauft. In den Jahren der Bäckerei war an dem Erker eine Brezeninschrift angebracht. Diese wurde bei der letzten Restauration wieder entfernt und damit der "Urzustand" wieder hergestellt.

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