LKW-Unfall 8. Februar 2022

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Am 8. Februar 2022 verursachte ein alkoholisierter LKW-Fahrer mit seinem 40-Tonner in der Hardstraße einen schweren Verkehrsunfall. Dabei wurden mindestens 31 Fahrzeuge beschädigt. Der Unfall zog eine mehrtägige nationale und internationale Medienberichterstattung nach sich, in vielen überregionalen Medien war der Vorfall in Fürth auf den Titelseiten zu finden.

Ablauf

Gegen 18.58 Uhr fährt der LKW an der Kreuzung Berlinstraße / Hardstraße über eine rote Ampel und kollidiert dabei mit einem anderen Fahrzeug. Trotz des Unfalls fährt der LKW-Fahrer weiter und nimmt in der stark abschüssigen Hardstraße zusätzlich an Fahrt auf. Kurz darauf touchiert der LKW-Fahrer die ersten parkenden Fahrzeuge, bis er bei der zunehmend enger auslaufenden Straße die ersten Fahrzeuge rammte bzw. wegdrückte oder vor sich herschob - bis das Fahrzeug nach knapp 400 m kurz vor der Cadolzburger Straße zum stehen kam. Dabei fingen die ersten Fahrzeuge an zu brennen. Das Feuer griff rasch auf den LKW und angrenzende Wohngebäude über. Um 19.03 Uhr gingen in der Integrierten Leitstelle die ersten Notrufmeldungen ein, die Berufsfeuerwehr rückte unverzüglich aus und erreichte gegen 19.10 Uhr den Unfallort. Ein Anwohner war Ersthelfer und evakuiert den LKW-Fahrer aus seinem Fahrzeug. Die inzwischen ebenfalls am Unfallort eingetroffene Polizei sicherte den Einsatzort und nahm den LKW-Fahrer in Gewahrsam. Eine erste Alkoholatemkontrolle ergab einen hohen Alkoholgehalt, sodass der LKW-Fahrer in Gewahrsam genommen wurde. In den Medien tauchten die erste Spekulationen über den Unfallhergang auf - insbesondere ob es sich bei dem Unfall um eine Amokfahrt oder gar um einen Terroranschlag handelte. Gegen 19.16 Uhr waren die ersten Rettungskräfte des Bay. Roten Kreuzes vor Ort. Bis zum Ende des Einsatzes in dieser Nacht waren 22 Rettungskräfte, ein Einsatzleiter sowie eine Notärztin vor Ort, allerdings gab es nur insgesamt drei leicht verletzte Personen. Vielmehr wurden erste Sammelstellen für die betroffenen Anwohner errichtet. Nur eine Stunde nach dem Unfall war bereits das Technische Hilfswerk vor Ort und sicherte das zeitweise in Brand geratene Wohnhaus. Ebenfalls vor Ort die ersten Abschleppunternehmen, die mit der Räumung des Unfallortes begannen. Bis 3 Uhr in der Früh wurden die ersten Fahrzeuge entfernt, die Straße musste aber weiterhin gesperrt bleiben, nicht zuletzt auch weil der unfallverursachende LKW noch mit weiteren Fahrzeugen verkeilt war.

Am nächsten Tag fanden sich zunehmend Presse- und Kamerateams ein. Neben den Journalisten waren auch eine Vielzahl von Schaulustigen vor Ort und begutachten das Geschehen. Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung machte sich ebenfalls vor Ort ein Bild von der Lage und gab gegen 11 Uhr erste Interviews. Dabei gab er gegenüber der Presse an: "Ich habe eine Szenerie erlebt, die mich an amerikanische Amokläufe oder Terrorszenen in Großstädten erinnert hat ... Da war mir klar, dass hier etwas Furchtbares passiert ist." Gegen Mittag wird der 50-Jährige LKW-Fahrer dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Nachdem der Fahrer in Deutschland keinen festen Wohnsitz hatte, wurde durch den Ermittlungsriecher eine Untersuchungshaft wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs, Unfallflucht und fahrlässige Körperverletzung sowie fahrlässige Brandstiftung angeordnet. Die Aufräumarbeiten hielten noch den ganzen Tag an.

Lokalberichterstattung

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